St. Peter und Paul (Detwang)

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Kirche St. Peter und Paul

St. Peter und Paul ist eine evangelisch-lutherische romanische Kirche im Stadtteil Detwang von Rothenburg ob der Tauber im Taubertal. Bedeutendstes Kunstwerk der Kirche ist das Kreuzigungs-Retabel von Tilman Riemenschneider.

Kreuzigungs-Retabel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreuzigungs-Retabel ist ein nur noch fragmentarisch erhaltenes Retabel, das die Kreuzigung Jesu darstellt. Die Herkunft ist urkundlich nicht belegt, es stammt aber nachweislich aus einer Kirche in Rothenburg ob der Tauber, möglicherweise aus der (abgerissenen) Michaelskapelle oder aus der Dominikanerinnenkirche.[1] Wegen der engen stilistischen Verwandtschaft wird es den Werken von Tilman Riemenschneider und seiner Werkstatt zugeschrieben. Der Skulpturenschmuck wird in die Jahre 1505 und 1508 datiert und wurde somit etwa zur gleichen Zeit gefertigt wie das Creglinger Marien-Retabel.

Taufstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taufstein

Der Taufstein wurde 1720 von Johann Caspat Krumsich geschaffen. Der Fuß und das Becken sind aus bemaltem Sandstein. Den Deckel mit acht Voluten bekrönt ein Granatapfel, das Sinnbild der Lebensfülle.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuke-Orgel auf der um 1650 eingebauten tiefen Empore

Die Orgel wurde 1989 von dem Orgelbauer Schuke (Berlin) erbaut.[2] Das Instrument hat 17 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch.

I Hauptwerk C–g3
Rohrflöte 8′
Prinzipal 4′
Koppelflöte 4′
Flachflöte 2′
Sesquialtera II 223
Mixtur IV 123
II Brustwerk C–g3
Holzgedeckt 8′
Blockflöte 4′
Prinzipal 2′
Quinte 123
Zimbel III
Krummhorn 8′
Pedal C–f1
Subbaß 16′
Gemshorn 8′
Nachthorn 4′
Rauschpfeife II
Fagott 16′

Radwegekirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Peter-und-Pauls-Kirche ist mit ihrer Lage am Taubertalradweg als Radwegekirche ausgewiesen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Ress: Die Kunstdenkmäler der Stadt Rothenburg ob der Tauber. München 1959, S. 292–323
  • Karl Strobel: Festschrift zur Tausendjahrfeier der St. Peter- und Paulskirche zu Detwang 968-1968. Die Kirche St. Peter und Paul zu Detwang, ihre Gemeinde und ihre Kunstschätze im Zusammenhang ihrer Geschichte dargestellt. Selbstverlag, Unterpfaffenhofen 1968
  • Der Detwanger Altar von Tilman Riemenschneider. Beiträge von Jürgen Denker, Eike u. Karin Oellermann, Ewald M. Vetter. Wiesbaden 1996.
  • Iris Kalden-Rosenfeld: Tilman Riemenschneider und seine Werkstatt. Die Blauen Bücher, 3. Auflage 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claudia Lichte (Hrsg.): Tilman Riemenschneider, Werke seiner Blütezeit. Regensburg 2004, S.114
  2. Schnell, Kunstführer Nr. 1942, Erste Auflage 1992, St. Peter und Paul Detwang, Seite 4.
  3. Tourismusverband Liebliches Taubertal (Hrsg.): Radwegekirchen. Broschüre. 12 Seiten. Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Tauberbischofsheim, S. 6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Peter und Paul (Detwang) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 23′ 13″ N, 10° 10′ 0″ O