Staatlicher Hofkeller Würzburg

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Staatlicher Hofkeller Würzburg
Staatlicher Hofkeller Würzburg - Schild.JPG
Rechtsform Öffentliches Unternehmen
Gründung 1128
Sitz Würzburg
Leitung Weingutsdirektor Michael Jansen
Mitarbeiter  ?
Umsatz  ?
Branche Kellerei
Website www.hofkeller.de
Verwaltungsgebäude neben der Fürstbischöflichen Residenz

Der Staatliche Hofkeller Würzburg ist ein renommiertes Weingut im Besitz des Freistaates Bayern in Franken. Mit einer Rebfläche von 120 Hektar, die über eine große Fläche in Franken verteilt sind, und einer Jahresproduktion von etwa 850.000 Flaschen, ist es das drittgrößte Weingut in Deutschland.

Der Staatliche Hofkeller Würzburg baut Weine aus sämtlichen fränkischen Anbaugebieten aus: Steigerwald, Maindreieck, Mainviereck. Die Rebsorten umfassen die weißen Sorten Riesling, Silvaner, Rivaner, Rieslaner, Weißer Burgunder sowie diverse Sorten zur Erzeugung von Rotwein. Die Weine werden in den Kellern unter der Residenz ausgebaut.

Verwaltung im Rosenbachpalais[Bearbeiten]

Der Hofkeller geht auf eine Schenkungsurkunde von 1128 zurück und ist damit das älteste urkundlich belegte Weingut in Deutschland. Das Weingut befindet sich seit der Gründung ohne Unterbrechung im Besitz der jeweiligen regierenden Macht. Er hat seinen Sitz im Würzburger Rosenbachpalais, Residenzplatz 3 und gehört zum Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. In der Klassifizierung des Weinführers Gault Millau WeinGuide erhielt er drei Weintrauben. Die Traubenerzeugung ist umweltschonend, die Traubenverarbeitung qualitätserhaltend.

Qualitätsstufen[Bearbeiten]

Besonderes Augenmerk wird auf die Großen Gewächse gelegt, deren Lagen bereits durch die königlich bayerische Bodenbewertung von 1828 klassifiziert wurden, in denen höchstens 50 hl/ha mit einem Mindestmostgewicht von 90 Grad Oechsle erzeugt werden, die trocken ausgebaut und erst ab September des Folgejahres vermarktet werden. Diese Lagen sind: Randersackerer Pfülben, Würzburger Innere Leiste, Würzburger Stein. Die Weine werden in Bocksbeutelflaschen abgefüllt.

Des Weiteren werden Lagenweine aus besten klassifizierten Lagen mit Erträgen von rund 60 hl/ha vermarktet.

Die Gutsweine sind Rebsortenweine, die als Cuvée ohne Lagenbezeichnung in Bordeauxflaschen abgefüllt werden.[1]

Der Keller unter der Residenz[Bearbeiten]

Wie die übrigen beiden großen Würzburger Weingüter – Juliusspital Würzburg und Bürgerspital zum Heiligen Geist – bietet der Hofkeller Kellerführungen an und hat einen Direktverkauf für private Kunden. Die Kellerführung beginnt am Frankoniabrunnen vor der Würzburger Residenz und führt in das Kellergewölbe unter dem Nordflügel der Residenz. Die Unesco hat die Kellergewölbe, gemeinsam mit der darüber liegenden Residenz, im Jahr 1981 in den Rang eines Weltkulturerbes erhoben. Die Gewölbe bestehen aus bis fünf Meter dicken Mauern und wurden von Balthasar Neumann zusammen mit der Residenz 1720–1744 konstruiert. Der Hauptteil der Residenz ist aus statischen Gründen nicht unterkellert. Der Südflügel hingegen ist wieder unterkellert und beherbergt die Stahltanks für die Gärung des Traubensaftes. Im Nordflügel befindet sich der Keller mit etwa 300 Holzfässern, die ca. 700.000 Liter fassen können. Ein Teil des Nordflügels dient nur als Rahmen für Weinproben großer Gesellschaften von rund 100 Personen. Beispielsweise findet hier zu Beginn der Fastnachtszeit eine vom Bayerischen Fernsehen übertragene närrische Weinprobe statt, in der sich Weinverkostung und närrische Reden abwechseln.[2]Der Weinkeller wird während der Führung mit einer Vielzahl von Kerzen erleuchtet. Dies ist ein Brauch aus alter Zeit, um so den Sauerstoffgehalt der Kellerluft zu testen. Während der Bombardierung Würzburgs wurde ein kleiner Teil der Kellerdecke zerstört. Der Keller hat eine Fläche von 4.557 Quadratmetern, eine Länge von 891 Metern und eine Gewölbehöhe von bis zu sechs Metern. Ein 63 Meter langer Gang aus den 1960er Jahren verbindet, unterhalb des Ehrenhofplatzes hindurch, den ursprünglich getrennten nördlichen und südlichen Kellerteil miteinander.[3]

Im Staatlichen Hofkeller steht unter anderem das Schwedenfass, das nachträglich für den Jahrtausendwein des Jahres 1540 angefertigt wurde. In den Beamtenweinfässern wurde der Wein-Sold für die Hofbediensteten gelagert. In der Schatzkammer im Bacchuskeller werden Weinraritäten aufbewahrt und ausgestellt.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 3 Trauben Gault Millau 2014
  • 1,5 Sterne Eichelmann Weinführer 2014
  • 1 Punkte Feinschmecker Weinführer 2014
  • 3 Sterne Wein-Plus 2014
  • 2 Sterne Johnson Weinführer 2014[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Qualitätsstufen durch Auswertung der Weinliste privat, 2008 des Staatlichen Hofkellers Würzburg
  2. Die „Närrische Weinprobe“ auf den Seiten des „Studios Frankens“ des „Bayerischen Rundfunks“
  3. Verborgenes will entdeckt werden Bericht, Baukultur 2/2007, S. 12–14, abgerufen am 1. Februar 2012
  4. Staatlicher Hofkeller Würzburg (Hrsg.): Unser Weinkeller. Faltblatt Würzburg, ca. 2013.
  5. WirWinzer, 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staatlicher Hofkeller Würzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien