Stadtbahn Ludwigsburg

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Stadtbahn Ludwigsburg
Streckenlänge:27,5 km
Stationen: 19 bis 30
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Schwieberdingen
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Markgröningen
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Möglingen
   
Im Waldeck
   
Pflugfelden
   
Rheinlandstraße
   
Arena Ludwigsburg
   
Kepplerbrücke / Bahnhof Ludwigsburg
   
Stuttgarter Tor
   
Oststraße
   
Brünnerstraße
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Pattonville
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Aldingen
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Oßweil
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Neckargröningen
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Neckarrems
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Hegnach
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Waiblingen

Die Stadtbahn Ludwigsburg ist eine in einer Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen untersuchte Stadtbahnverbindung,[1] die von Schwieberdingen und Markgröningen über Ludwigsburg nach Remseck und Waiblingen verlaufen soll. Ein Gutachten aus dem Jahr 2008 zeigte, dass die neue Tangentialverbindung im Nordosten des Raums Stuttgart jährlich von bis zu 6,4 Millionen Fahrgästen benutzt werden könnte. Da mit Möglingen und Markgröningen zwei Gemeinden ohne heutigen Bahnanschluss an Ludwigsburg einbezogen sind, könnten künftig jährlich rund 1,8 Millionen PKW-Fahrten ersetzt werden.

Auf einem großen Streckenabschnitt können die Gleise der 1975 im Personenverkehr stillgelegten Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen genutzt werden. Eingesetzt werden sollen Niederflurfahrzeuge, die im Kernbereich zwischen Möglingen und Remseck zur Hauptverkehrszeit im Zehn-Minuten-Takt verkehren, auf den Außenästen im 20-Minuten-Takt.

Die Baukosten für die Strecke Markgröningen–Waiblingen wurden zum Stand 2008 laut einer Studie von Switch Transit Consult auf 205 Millionen Euro geschätzt, die jährlichen Betriebskosten auf 8,3 Millionen Euro. Die Baukosten der Zweigstrecken nach Schwieberdingen und Aldingen wurden auf 23 Millionen bzw. 92 Millionen Euro geschätzt.[2]

Varianten in der Diskussion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Kommunal- und Regionalwahlen im Jahr 2009 haben sich die Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP für den Bau zumindest der Strecke Markgröningen–Neckarrems ausgesprochen.[3][4][5][6]

Ein im September 2010 veröffentlichtes Gutachten ergab, dass die Streckenabschnitte nach Aldingen (Remseck) und Waiblingen nicht wirtschaftlich und damit auch nicht förderfähig seien.[7]

Der Verband Region Stuttgart hat am 17. November 2010 beschlossen, sich mit 18.000 Euro an einem detaillierteren Gutachten zu beteiligen, wenn sich in einer Vorprüfung herausstellt, dass zumindest Aldingen weiterhin einbezogen werden kann. Auch diese "abgespeckte" Variante sei regional bedeutsam. Der Landkreis Ludwigsburg sowie Möglingen und Markgröningen haben diesem Verfahren bereits zugestimmt.[8]

Anfang November 2012 gab der Verkehrsausschuss des Verbandes Region Stuttgart (VRS) bekannt, dass sich der VRS nicht mehr finanziell an den Voruntersuchungen der geplanten Stadtbahn von Markgröningen über Ludwigsburg bis Pattonville und Aldingen (Remseck) beteiligen wird. Für seinen Beschluss führte der Verband formale Gründe an. Ursprünglich sollte die Trasse des Schienenprojektes über Kreisgrenzen hinweg – bis nach Waiblingen im Osten und bis Stuttgart im Süden – führen. Inzwischen sei die Stadtbahnplanung aber auf den Landkreis Ludwigsburg begrenzt worden. Außerdem sei die Region laut des Nahverkehrsgesetzes des Landes für eine Umsetzung als reine Stadtbahn nicht mehr zuständig. Der Kreis Ludwigsburg und die angehörigen Kommunen müssten nun die rund 150.000 Euro für ein aktualisiertes Gutachten alleine aufbringen. Als Betreiber für die neue Stadtbahn Ludwigsburg brachte das Landratsamt Ludwigsburg die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ins Gespräch.[9]

Im Dezember 2013 wurde erklärt, dass die Wilhelm- und die Myliusstraße in Ludwigsburgs Stadtmitte wohl nicht für eine Hochflur-Stadtbahn geeignet seien. Dort könnten stattdessen Elektrobusse verkehren. [10]

In einem Anfang 2015 veröffentlichen Gutachten wurden vier Varianten untersucht und ein Kosten-Nutzen-Faktor von 1,4 in der Niederflurvariante und von 1,3 in der Hochflurvariante als Verlängerung der Stuttgarter U14 ermittelt. SSB-Vorstandssprecher Wolfgang Arnold bezeichnete die Umsetzung des Projekts daher „für durchaus realistisch“. Die SSB AG favorisierte einen Streckenverlauf von Pattonville durch die Leonberger Straße zum Bahnhof Ludwigsburg und von hier über die vorhandene Bahnstrecke nach Markgröningen.[11] Die Stadtverwaltung Ludwigsburg konnte sich allerdings nicht vorstellen, die Hochflur-Stadtbahn mit ihren Hochbahnsteigen und Oberleitungen in der barocken Innenstadt unterzubringen. Gegen die Hochflurvariante brachten der BUND-Kreisverband und die VCD-Ortsgruppe Ludwigsburg zudem das Aktionsbündnis für eine Niederflur-Stadtbahn in Stellung.[12] Die BUND-Gruppe Markgröningen setzte sich für eine unverzügliche Reaktivierung der Bahnstrecke und ihre Durchbindung bis Kornwestheim ein. Falls die weit weniger schnell realisierbare Stadtbahn je komme, könne sie den Streckenabschnitt zwischen Ludwigsburg und dem Markgröninger Bahnhof mitnutzen.[13]

Doppelstrategie als Kompromiss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Mai 2017 sprach sich der Ludwigsburger Gemeinderat einstimmig für die zuvor im Landesverkehrsministerium abgestimmte „Doppelstrategie“ aus, die eine umgehende Reaktivierung und die Verlängerung der Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen über einen neuen Halt bei der erweiterten W&W-Zentrale nach Kornwestheim und im Ludwigsburger Stadtgebiet vorerst den Einsatz von BRT-Schnellbussen vorsieht. Parallel soll die Einrichtung einer Niederflur-Stadtbahn vorangetrieben und dafür umgehend ein Förderantrag gestellt werden. Die Stadtbahn soll später im Mischbetrieb mit der Eisenbahn (gemäß Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung) verkehren und im Ludwigsburger Stadtgebiet einen Teil der BRT-Linien ersetzen.[14] Nachdem im Juli 2017 auch der Kreistag für die Doppelstrategie gestimmt hat, ist die Hochflur-Stadtbahn der SSB vom Tisch. Vor der Sommerpause 2017 hat die Kreisverwaltung einen GVFG-Förderantrag für eine Niederflur-Stadtbahn eingereicht. Die Ludwigsburger Stadtverwaltung will noch 2017 einen Antrag auf Landesförderung für die Bahnreaktivierung und das BRT-System stellen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2007 (PDF-Datei; 2,90 MB)
  2. Ludwigsburg–Markgröningen, geralds-bahnseiten.de, abgerufen 5. September 2009
  3. Nahverkehr muss Sache der Region werden, Pressemitteilung der CDU Ludwigsburg. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 5. September 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/www.mofair.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. Starke SPD – starke Region, Pressemitteilung der SPD Region Stuttgart, abgerufen 5. September 2009
  5. Kreistagswahlprogramm (PDF; 165 kB), Grüne Ludwigsburg, abgerufen 5. September 2009
  6. Kreistag 2009 – Wahlprogramm (PDF), FDP Remseck, abgerufen 5. September 2009
  7. Rückschlag für großes Stadtbahnprojekt in: Stuttgarter Zeitung vom 30. September 2010
  8. Verband Region Stuttgart
  9. Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 7. November 2012: "Ludwigsburg - Stadtbahn: die Region steigt aus"
  10. Artikel aus der Bietigheimer Zeitung vom 13. Dezember 2013: "Noch viele Hürden zur Stadtbahn"
  11. Tim Höhn: Kreis Ludwigsburg: Neue Hoffnung für die Stadtbahn. Stuttgarter Zeitung, 4. Februar 2015, abgerufen am 10. Februar 2015.
  12. Position des Aktionsbündnisses für eine Niederflur-Stadtbahn
  13. Infos zur Bahnstrecke und Position der BUND-Gruppe Markgröningen auf dem Portal des AGD Markgröningen
  14. Vgl. Gemeinderatsbeschluss zum SPNV-Konzept der Stadt Ludwigsburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]