Stara Kiszewa

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Stara Kiszewa
Wappen von Stara Kiszewa
Stara Kiszewa (Polen)
Stara Kiszewa
Stara Kiszewa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kościerzyna
Geographische Lage: 53° 59′ N, 18° 10′ OKoordinaten: 53° 59′ 0″ N, 18° 10′ 0″ O
Höhe: 150 m n.p.m.
Einwohner: 1649 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 83-430
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GKS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 214: WarlubieSkórczKościerzynaLęborkŁeba
Schienenweg: PKP-Linie 201: Gdynia–Nowa Wieś Wielka, Bahnstation: Olpuch (9 km)
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 20 Schulzenämter
Fläche: 213,10 km²
Einwohner: 6652
(30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 31 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2206082
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Marian Pick
Adresse: ul. Ogrodowa 1
83-430 Stara Kiszewa
Webpräsenz: www.starakiszewa.pl



Stara Kiszewa (deutsch Alt Kischau, früher Alt Kyschau) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Kościerski (Berenter Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgebung von Alt Kischau und Schloss Kischau (östlich des Dorfs), beide Orte am Flüsschen Ferse gelegen, auf einer Landkarte von 1913
Alt Kischau (A. Kischau) südöstlich von Berent und südwestlich von Danzig auf einer Landkarte von 1910.

Das Dorf liegt in Pommerellen in der historischen Landschaft Westpreußen am Flüsschen Ferse, etwa 18 Kilometer südöstlich von Kościerzyna (Berent) und 55 Kilometer südwestlich von Danzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte die Region mit dem Dorf zum Deutschordensstaat. Um etwa 1785 hatte das Dorf eine katholische Kirche und 34 Häuser.[3][4]

Das Schloss Kischau an der Ferse zwei Kilometer östlich des Dorfs kam 1316 durch Schenkung an den Deutschen Orden; es wird noch in der Thorner Friedensurkunde von 1466 als Ordensschloss erwähnt.[5] Seit dem 18. Jahrhundert war das Schloss Sitz eines königlichen Domänenamts.[3][4] Von dem Schloss ist heute noch eine teilrestaurierte Burgruine erhalten.

Das Dorf gehörte bis nach Ende des Weltkriegs zum Kreis Berent im westpreußischen Regierungsbezirk Danzig des Deutschen Reichs.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags musste die Region mit dem Dorf 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Nach dem Polenfeldzug 1939 gehörte das Dorf zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt und trat danach unter polnische Verwaltung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 259 in 36 Häusern[6]
1835 ca. 300 [7]
1864 626 am 3. Dezember, in 70 Wohngebäuden[8]
1885 1.014 [9]
1910 1.178 [10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt an der Landstraße von Chojnice (Konitz) nach Starogard Gdański (Preußisch Stargard).

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hatte schon immer eine mehrheitlich polnische bzw. teilweise kaschubische Bevölkerung. Die Stadt- und Landgemeinde Stara Kiszewa besteht aus folgenden Ortsteilen:

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939–1945)
Bąk Bonk / 1942–1945 Bonken
Bartoszylas Bartoszowlas / 1867–1874 Bartoschoflaß, 1874–1945 Fersenau
Bestra Suka
Bożepole Szlacheckie Szlachecké Bòżépòlé Adlig Boschpol / 1942–1945 Gutenfeld
Chrósty
Chwarzenko Chwôrzënko Klein Gwarszno / 1867–1942 Elsenthal, 1942–1945 Elsental
Chwarzno Chwôrzno Gwarszno / 1867–1899 Chwarsnau, 1899–1945 Schwarzin
Cięgardło Czengardlo / 1942–1945 Schöngart
Czerniki Czérnikë Czernikau / 1942–1945 Sterneck
Dolne Maliki Niedermahlkau
Drzewiny Drzéwianë Holzort
Dubryk Dubrik
Foshuta Foshëta Foßhütte
Góra Górô Gora / 1942–1945 Schulzenhorst
Górne Maliki Obermahlkau
Grzybno Grzëbno Grzybno / 1866–1945 Gribno
Hamerbark Hômerbôrk Hammerberg
Kalk
Kobyle Kòbëlé Kobilla / 1904–1945 Neuwieck
Konarzyny Kònarzënë Konarschin / 1942–1945 Kunertsfeld
Kozia Neuhof
Łasinek Lossinenthal
Lipy Lipë Blumfelde
Lisia Huta Lësô Hëta
Madera Môdérô
Nowe Polaszki Nowé Pòlaszczi Neu Paleschken
Nowy Bukowiec Nowë Bùkòwc Neu Bukowitz / 1942–1945 Neubuchen
Olpuch Òlpùch Olpuch / 1942–1945 Klettenhagen
Olpuch-Dworzec
Pałubin Pałëbin Groß Pallubin / 1942–1945 Großpahlen
Piawiczno Prziawitzno / 1942–1945 Kleinangersdorf
Pikowo
Portygała Pòrtëgałô
Ruda Rudô Rudda / 1942–1945 Rotmühl
Stara Kiszewa Starô Cziszewa Alt Kischau
Stare Polaszki Stôré Pòlaszczi Alt Paleschken
Stary Bukowiec Stôrë Bùkòwc Alt Bukowitz / 1942–1945 Altbuchen
Struga Struga / 1942–1945 Bachlin
Strzelki Strehlkau / 1942–1945 Strölke
Tramkule
Warszawa Wôrszôwô
Wilcze Błota Kościerskie Wolfsbruch / 1855–1945 Hoch Paleschken
Wygonin Wëgònënò Wigonin / 1942–1945 Angersdorf
Zamek Kiszewski Schloss Kischau
Zomrze Somse

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stara Kiszewa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Juni 2017
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 105.
  4. a b Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. Band 1, Halle 1791, S. 854.
  5. Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preußen. Gotha 1858, S. 228.
  6. J. D. F. Rumpf und H. F. Rumpf: Vollständiges topographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2, Berlin 1820, S. 137.
  7. Johann H. Möllert: Geographisch-statistisches Handwörterbuch für alle Theile der Erde. Band 1, Gotha 1840, S. 610.
  8. Preußisches Statistisches Landesamt: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Bezirk Danzig. Berlin 1867, 1. Kreis Berent, S. 10–17, Nr. 85.
  9. http://www.verwaltungsgeschichte.de/dan_berent.html
  10. http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900///gem1900.htm?westpreussen/berent.htm