Starhemberg

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Stammwappen der Starhemberg in der Zürcher Wappenrolle (ca. 1340)

Die Starhemberg sind ein ursprünglich aus Oberösterreich (Steyr, Steinbach) stammendes Hochadelsgeschlecht, seit 1643 Reichsgrafen, seit 1765 Reichsfürsten.

Von den „Apostelgeschlechtern“, also jenen Familien, die schon zur Zeit der Babenberger (976 bis 1246) in Österreich eine Rolle spielten, haben sich bis heute nur drei erhalten: die Familie Liechtenstein, die Familie Abensperg und Traun und die Familie Starhemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der als Ahnherr der Familie Starhemberg geltende Gundaker von Steyr hatte seinen Sitz auf Burg Wildberg in der Gemeinde Kirchschlag bei Linz. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde zwischen dem Turm und der gotischen Burg ein Renaissancebau mit Arkadengang errichtet. Ab 1664/65 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg das Schloss errichtet. Zu Beginn der 1920er Jahre stürzte das Dach des alten Palas ein, wodurch der nördlich gelegene Burgtrakt zur Ruine wurde, während das frühbarocke Schloss noch steht. Um 1750 gehörten zur Herrschaft Wildberg inklusive Auerberg und Lobenstein 703 Untertanen. Die Wildberger Linie der Starhemberger starb 1857 aus, die Burg fiel danach an den Schaunberg-Eferdinger Zweig der Familie. Das Anwesen ist seit über 800 Jahren bis heute im Besitz der Starhemberger und somit ältester Familiensitz.

1559 fiel die Grafschaft Schaunberg an die Starhemberger. Die Burgruine Schaunberg, größte Burgruine Oberösterreichs, gehört bis heute zum Eferdinger Besitz der Familie.

Schloss Starhemberg in Eferding

Schloss Starhemberg, auch Schloss Eferding genannt, ist mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung (von 1630 bis 1660) seit rund 450 Jahren im Besitz der Familie Starhemberg. Die im 12. Jahrhundert vom Bistum Passau errichtete Amtsburg wurde im 14. Jahrhundert an die Grafen von Schaunberg verkauft. Nach dem Aussterben der Schaunberger im 16. Jahrhundert ließen deren Erben, die Starhemberger, die damalige Burg zu einem Schloss ausbauen, ehe die Anlage während des 18. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus verändert wurde. Derzeitiger Eigentümer des Anwesens ist Georg Adam Fürst Starhemberg. Im Schloss befindet sich das Fürstlich Starhemberg’sche Familienmuseum. Ein Rundgang durch die Museumsräumlichkeiten zeigt zahlreiche Erinnerungs- und Fundstücke aus der Familiengeschichte der Starhemberger. Die hier ansässige Starhemberg'schen Familienstiftung sieht sich als Substanzerhalter des Familienbesitzes. Sechs Schlösser, 6000 Hektar Forstbesitz in Österreich, Plantagen in Andalusien und eine Rinderfarm in Argentinien werden mit rund 70 Mitarbeitern betrieben.

1674 erwarb Konrad Balthasar von Starhemberg das Schloss Eschelberg, das sich ebenfalls bis heute im Familienbesitz befindet.

Ehemalige Besitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber aus rotem Schildfuß wachsend einen feuerspeienden, rot (früher selten auch: golden) gehörnten blauen Panther; auf dem Helm mit blau-silbernen (früher selten auch: blau-roten) Decken der wachsende Panther, dessen Rückseite normal mit einem roten Grat bestückt ist, der mit acht silbernen Federbüschen bestückt ist. Seit einer kaiserlichen Wappenbesserung am 24. Juni 1437 werden die Panther gekrönt dargestellt.[1]

Angehörige des Geschlechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg

Fürsten von Starhemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Georg Adam I. Karl (1724–1807), 1765 Fürst von Starhemberg ∞ I Gräfin Maria Theresia Esther von Starhemberg, Tochter von Ottokar Franz Jacob; ∞ II Prinzessin Maria Franziska zu Salm-Salm, Tochter von Nikolaus Leopold, Fürst zu Salm-Salm, Hertog van Hoogstraeten
  • Ludwig Joseph Maximilian (1762–1833), dessen Sohn, 2. Fürst von Starhemberg, ∞ Prinzessin Maria Louise d'Arenberg, Tochter von Charles de Ligne, Duc d'Arenberg, Duc d'Aerschot
  • Georg Adam II. (1785–1860), dessen Sohn, 3. Fürst von Starhemberg, ∞ Prinzessin Aloisia von Auersperg, Tochter von Karl
  • Camillo (1804–1872), 4. Fürst von Starhemberg, ∞ I Guidobaldine Steinmetz, ∞ II Gräfin Marie Leopoldine von Thürheim
  • Camillo (1835–1900), dessen Sohn, 5. Fürst von Starhemberg, ∞ Gräfin Sophia von Sickingen zu Hohenburg
  • Ernst Rüdiger (1861–1927), dessen Sohn, bis 1918 6. Fürst von Starhemberg, ∞ Fanny Starhemberg (eigentl. Franziska), geb. Gräfin Larisch von Moennich

Chefs der Familie Starhemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Rüdiger Starhemberg (1861–1927), s. o.
  • Ernst Rüdiger Starhemberg (1899–1956), dessen Sohn, ∞ I Marie Elisabeth Altgräfin zu Salm-Reifferscheidt-Raitz, Tochter von Karl Borromäus Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Raitz; ∞ II Nora Gregor
  • Heinrich Rüdiger Karl Georg Franciscus Starhemberg (1934–1997), dessen Sohn
  • Georg Starhemberg (* 1961), ein Sohn dessen Cousins

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Starhemberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Gesamtreihe Band 131, C. A. Starke Verlag Limburg/Lahn 2003, S. 24–26