stashcat

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stashcat
Basisdaten

Entwickler heinekingmedia GmbH
Erscheinungsjahr 2016
Aktuelle Version 3.8.0 (Android)
8. April 2020

3.8.0 (iOS)
8. April 2020

Betriebssystem Android, iOS, Windows, macOS, BlackBerry, WebClient
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
stashcat.com

stashcat ist ein Instant-Messenger der heinekingmedia GmbH aus Hannover, die seit 2014 zur Madsack-Mediengruppe gehört. Die Software läuft auf Smartphones, Tablets und PCs, und kann über eine Android- bzw. iOS-App (ab 10.9.) sowie im Browser als Webclient und als Desktopclient auf Windows und macOS genutzt werden. Zielgruppe sind Behörden mit Sicherheitsaufgaben (BOS), das Militär und Unternehmen.

Stashcat wurde im April 2016 veröffentlicht und kombiniert im Frontend die Funktionen von WhatsApp und Google Drive/Dropbox zu einer abhörsicheren Alternative. Der Backend ist als Serverinfrastruktur Teil der Software und läuft auf einem eigenen Cloudspeicher auf deutschen Servern oder auf eigenen Unternehmensservern mit virtualisierten Linux-Servern.[1]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stashcat erlaubt es zwischen zwei oder mehr Geräten Textnachrichten, Bilder, Videos, Kontakte und andere Dateien auszutauschen. Das Senden und Empfangen der Nachrichten geschieht über das Internet (WLAN oder Mobilfunk) und nutzt das Framework Electron. Es verfügt über eine geschlossene Kontaktdatenbank mit LDAP-Schnittstelle, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (RSA 4096 Bit, AES 256), Georeferenzierung, ChatBot und einer Dateiablage für jeden Nutzer. Der Quellcode ist kein Open Source.

Stashcat kann auch innerhalb von Mobile Device Management Systemen wie MobileIron, Airwatch und Blackberry eingesetzt werden.

Kundenlösungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für jeden Kunden wird stashcat leicht angepasst und unter jeweils eigenem Namen verkauft.

NIMes (Niedersachsen Messenger)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Oktober 2017 wird NIMes von der Polizei Niedersachsen für rund 23.500 Mitarbeiter und Beamte in Niedersachsen als sicherer Messenger zur behördeninternen Kommunikation verwendet.[2] Bereits 2015 testete die Polizei in Niedersachsen den Messenger SIMSme von der Deutschen Post.[3]

HePolChat (Hessische Polizei)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HePolChat wird seit 2018 von der Polizei Hessen als Messenger für den Versand von Textnachrichten, Bild, Video und Ton genutzt und wird an alle Dienststellen landesweit ausgegeben.[4][5]

Schul.Cloud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulkommmunikationslösung schul.cloud basiert ebenfalls auf Stashcat.

Die schul.cloud ist ein Messenger mit Dateiablage für Lehrer, Schüler und Eltern und in der Grundversion für Schulen und Bildungseinrichtungen kostenlos. Unter dem Namen schul.cloud pro sind administrative, technische (Ordnersynchronisation wie DropBox) und didaktische Erweiterungen (Hausaufgabenmanagement, Kalender, Umfragen) käuflich. Nach Angaben des Anbieters setzen über 6.000 Schulen und 500.000 Nutzer das Produkt ein.

Technische Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine webbasierte Benutzeroberfläche, Desktop-Anwendungen für Windows und MacOS, und native Apps für Android und iOS. Die schul.cloud nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals vorgestellt wurde das Produkt auf der didacta 2017, dann startete auch der Pilot-Betrieb. Der flächendeckende Rollout folgte ein Jahr später. Im Rahmen der didacta 2019 wurde die auf schul.cloud basierende Schulträgerlösung KIKS[7] durch die Stadt Köln vorgestellt. Gegen die Eintragung der Wortmarke ist eine Löschung anhängig.

Bundeswehrmessenger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2019 wurde der Bundesministerin der Verteidigung Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem Antrittsbesuch im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr der Bundeswehrmessenger (BwChat) vorgestellt.[8] Zukünftig plant die Bundeswehr aber auf die Open-Source Lösung Matrix zu wechseln.

Airbus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2017 kam es zu einer Kooperation mit dem Geschäftsbereich Secure Land Communications (SLC) vom Airbus-Konzern. Auf dem Tactilon Dabat, einem kombinierten Smartphone und TETRA-Funkgerät wurde mittels der App SmarTWISP ebenfalls stashcat installiert.[9][10]

THW-Messenger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche Technische Hilfswerk entschied im Juli 2020, für alle ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfer stashcat als Messenger-Dienst für die interne Kommunikation einzuführen.[11] Der Dienst kann sowohl für eine Unterstützung der Einsatzkommunikation als auch für die Kommunikation im THW-Alltag genutzt werden. Die Einführung eines Messenger-Dienstes für das gesamte THW war insbesondere ein Wunsch von THW-Präsident Gerd Friedsam.

Schwachstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2017 fand die CIPHRON GmbH, ein Beratungsunternehmen für Informationssicherheit aus Hannover, bei einem halbtägigen Audit Schwachstellen in kryptographischen und sicherheitsgebenden Funktionen des Instant Messengers StashCat in der Android-Version 1.5.18 und 1.7.5 und in Desktop-Clientversion 0.0.86 und durch Reverse Engineering. Die gefundenen Schwachstellen wurden durch den Hersteller beseitigt.[12]

Stashcat verfügt über kein Screen-Sharing. Ein lokaler Export aller Daten, Chatverläufe und geteilter Inhalte aus dem persönlichen Speicher ist möglich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nina May: Die sichere Alternative zu Whatsapp. In: HAZ. 8. April 2016;.
  2. Eine App speziell für die Polizei. In: HAZ. 29. August 2017;.
  3. Polizei Niedersachsen setzt auf Messenger der Deutschen Post – postbranche.de. In: Deutsche Post DHL. 19. August 2015; (deutsch).
  4. Hessens Polizei führt Messengerdienst und Taser ein – Behörden Spiegel (Memento vom 5. Juli 2018 im Internet Archive)
  5. Hessen führt Taser bei der Polizei ein | Hessisches Ministerium des Innern und für Sport. 4. Juli 2018;: „Erstmals wurde der neue Messengerdienst präsentiert. Der Chat der hessischen Polizei (HePolChat) wird noch in diesem Jahr allen Dienststellen landesweit zur Verfügung stehen… 2.800 mobile Endgeräte (Smartphones und Tablets) wurden bereits an die Polizei ausgegeben“
  6. schul.cloud Datenschutz. Abgerufen am 8. Februar 2019.
  7. APP MACHT SCHULE - Filmbeitrag von RTL WEST. Abgerufen am 21. August 2019.
  8. Johanna Steele: Bundeswehr arbeitet mit Start-ups zusammen. In: Ostsee Zeitung. Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, 28. November 2019;.
  9. heinekingmedia.de
  10. Detlef Borchers: Berliner "Luftlöcher": 16.000 Handys für die Polizei? In: heise online. 11. März 2017;.
  11. Infoschreiben "Messenger-Dienst August 2020" des THW
  12. Advisory für StashCat. In: CIPHRON.de. 31. Juli 2017;.