SIMSme

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SIMSme

Logo
Basisdaten

Entwickler DPAG
Erscheinungsjahr 2014
Aktuelle Version 2.03.001.217718 (Android)
30. August 2018[1]

2.3 (iOS)
30. August 2018[2]

Betriebssystem Android, iOS
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.sims.me

SIMSme ist ein internetbasierter, plattformübergreifender Instant-Messaging-Dienst, der von der Deutschen Post AG bereitgestellt wird. Der Dienst ist für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar. Für die Betriebssysteme Windows Phone 8.1 und Windows 10 Mobile endete die Verfügbarkeit am 28. Februar 2017.[3] SIMSme ermöglicht einen Austausch von Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie Standortinformationen zwischen Benutzern von Smartphones oder Tablets.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dienst wurde am 13. August 2014 vorgestellt.[4] Aufgrund des großen Nutzerandrangs kam es bei der Einführung zu technischen Problemen, woraufhin die Serverkapazitäten deutlich erhöht wurden.[5][6] SIMSme erhielt im August 2014 das Siegel „Trusted App“ der TÜViT.[7] Ein halbes Jahr nach der Einführung hat SIMSme die Grenze von 1 Million Downloads überschritten.[8] Ende 2018 fristet der Messenger immer noch ein absolutes Nischendasein und wird kaum genutzt.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Betreiber werden alle Nachrichten automatisch beim Absender verschlüsselt und können nur beim Empfänger wieder entschlüsselt werden. Diese sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht das Mitlesen durch Dritte praktisch unmöglich. Für jede neue Nachricht wird ein neuer AES-256-Schlüssel benutzt, der mittels RSA-2048 über eine OpenSSL-Verbindung ausgetauscht wird.[9]

Außerdem gibt es drei Sicherheitsstufen:

Rot
Die Telefonnummer des Kontaktes wurde im lokalen Adressbuch des Nutzers gefunden und der Kontakt benutzt SIMSme. Aber es fand noch kein Chat des Nutzers mit diesem Kontakt statt, sodass sich der Nutzer nicht sicher sein kann, mit der Person zu kommunizieren, die sie vorgibt, zu sein.
Gelb
Gelb bedeutet, dass beide Kontaktpersonen dem jeweils anderen schon einmal eine Nachricht geschickt haben und das Gegenüber hat bestätigt, diesen Kontakt zu kennen.
Grün
Dies stellt die höchste Sicherheitsstufe dar. Die ID und der Schlüssel wurden durch das Scannen des QR-Codes des Kontakts überprüft. Der Nutzer kann sich somit sehr sicher sein, mit der gewünschten Person zu kommunizieren.

Eine kostenlose Selbstzerstörungsfunktion ermöglicht es wie Snapchat, Daten und Fotos an Freunde zu versenden, die nur eine bestimmte Anzahl an Sekunden bzw. Minuten sichtbar sind und sich dann selbst zerstören.

Zusätzlich kann man den Versandzeitpunkt seiner Nachricht einstellen.

Alle Daten werden nach Angaben des Betreibers ausschließlich auf Servern in Deutschland abgelegt[10] und die Nachrichten nach der Zustellung beim Empfänger von den Servern gelöscht.[11] Da sich die Server von SIMSme ausschließlich in Deutschland befinden, unterliegt die Firma unter anderem dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz.

Eine Gruppenchat-Funktion für bis zu 100 Teilnehmer ist verfügbar.

SIMSme für Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Webseite des Messengers wird erklärt, der Messenger könnte „in Zukunft“ als „Kommunikationswerkzeug“ für Unternehmen kostenpflichtig angeboten werden, um ihn zu refinanzieren. Für Privatnutzer soll SIMSme allerdings kostenlos bleiben.[12] Diese Angebote gibt es jedoch bereits, mit „SIMSme Business“ mit einem festen Preis pro Nutzer und Monat und einem „SIMSme Corporate“ mit zusätzlichen Features und einem Angebot auf Anfrage.[13]

Nach eigenen Angaben wird diese Firmenversion der App u. a. von den Volkswagen Financial Services, vom FC Deutsche Post und vom Bayerischer Landkreistag benutzt.[14]

Ähnlichkeit zu GoldBug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SIMSme nutzt die gleiche Architektur wie GoldBug[15], d. h. es wird ein AES-Schlüssel genutzt, der über RSA kodiert und mittels OpenSSL ausgetauscht wird. Trotzdem gibt es folgende Unterschiede:

  1. SIMSme ist nicht quelloffen, d. h. die Angaben des Anbieters können nicht überprüft werden.
  2. Die Möglichkeit, den AES-Schlüssel manuell einzugeben, besteht nicht.
  3. Der RSA-Schlüssel wird von der App generiert. Man kann somit weder die Schlüssellänge verändern noch ein eigenes Schlüsselpaar generieren.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da SIMSme nicht quelloffen ist, können die Aussagen (u. a. zur Verschlüsselung) nicht verifiziert werden und theoretisch Hintertüren in der Software versteckt sein.

Um sich bei SIMSme anmelden zu können, ist die Angabe einer gültigen Handynummer notwendig. Auch kann man den Keyserver nicht umgehen wie bei Bleep, wenn jemand seinen öffentlichen RSA-Key nicht preisgeben will.

SIMSme sendet Nutzungsdaten sowie eine Geräte-ID an den deutschen Anbieter von Business-Intelligence-Dienstleistungen AdjustIO, um Daten über das Nutzerverhalten zu erfassen.[16] Das Sammeln von Nutzungsdaten kann innerhalb der App ein- und ausgeschaltet werden.[17]

Die Umsetzung von SIMSme auf Tablets und iPads ist lediglich eine 1 : 1 Umsetzung der Mobiltelefonlösung. Im Ergebnis können die Möglichkeiten größerer Displays nicht genutzt werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Installationsseite für Android. In: Google Play. Abgerufen am 2. September 2018.
  2. Vorschauseite für iOS. In: App Store (iOS). Abgerufen am 2. September 2018.
  3. Leonard Klint: SIMSme: Deutsche Post Messenger wird eingestellt. In: windowsunited.de. 2. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017.
  4. Dpdhl.com: Deutsche Post startet Messenger-App SIMSme abgerufen am 19. Mai 2015
  5. http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/post-messenger-im-test-simsme-gut-gemeint-schlecht-gemacht/10334050.html
  6. http://www.tagesspiegel.de/medien/whatsapp-alternative-post-app-simsme-legt-holperstart-hin/10333412.html
  7. Tuev-nord.de: Sicherer Messenger der Deutschen Post erhält "Trusted App"-Siegel von TÜViT und mediaTest digital vom 14. August 2014
  8. Heise.de: Post -Messenger SIMSme soll eine Million Downloads erreicht haben abgerufen am 19. Mai 2015
  9. Sicherheitsbeschreibung von SIMSme
  10. Presseanzeiger.de: Deutsche Post SIMSme Smartphone-App erlebte rasanten Zuwachs im Interoute Virtual Data Centre vom 23. Oktober 2014 abgerufen am 28. Dezember 2014
  11. Pressemitteilung Deutsche Post DHL
  12. SIMSme - FAQ. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  13. SIMSme Business Messenger - Lösungen. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 6. Februar 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.sims.me (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. SIMSme Business Messenger - Kunden. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  15. GoldBug bei Wikibooks, abgerufen am 12. Dezember 2016.
  16. Bits und so Webcast zu SIMSme https://www.youtube.com/watch?v=UL2_ks1JXYk
  17. AGB von SIMSme