SIMSme

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SIMSme

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Basisdaten

Entwickler Brabbler AG (ehem. DPAG)
Erscheinungsjahr 2014
Aktuelle Version 2.6 (Android)
31. Mai 2019[1]

2.6 (iOS)
31. Mai 2019[2]

Betriebssystem Android, iOS
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.sims.me

SIMSme (seit Ende Juni 2019 Ginlo)[3] ist ein internetbasierter, plattformübergreifender Instant-Messaging-Dienst, der von der Brabbler AG bereitgestellt wird und von der Deutschen Post AG entwickelt wurde.[4] Der Dienst ist für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar. Für Privatbenutzer ist der Dienst kostenfrei. SIMSme ermöglicht einen Austausch von Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie Standortinformationen zwischen Benutzern von Smartphones oder Tablets.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dienst wurde am 13. August 2014 vorgestellt.[5] Aufgrund des großen Nutzerandrangs kam es bei der Einführung zu technischen Problemen, woraufhin die Serverkapazitäten deutlich erhöht wurden.[6][7] SIMSme erhielt im August 2014 das Siegel „Trusted App“ der TÜViT.[8] Ein halbes Jahr nach der Einführung hat SIMSme die Grenze von 1 Million Downloads überschritten.[9] Am 28. Februar 2017 wurde SIMSme für Windows Phone 8.1 und Windows 10 Mobile eingestellt.[10]

Verkauf an Brabbler AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. März 2019 wurde der Verkauf von SIMSme an die Münchner Brabbler Secure Message and Data Exchange AG angekündigt. Im Zuge des Verkaufs beteiligt sich die Deutsche Post AG mit 10 % an Brabbler, das bereits mit dem eigenen Instant-Messaging-Dienst ginlo auf verschlüsselte Kommunikation setzt.[11][12] Im Juni 2019 wurde nach der Übernahme der SIMSme App die Marke SIMSme in die ginlo Markenfamilie überführt.

Am 5. November gab Brabbler bekannt, dass der Dienst spätestens Ende 2019 eingestellt wird, da kein Investor gefunden wurde.[13] Das Amtsgericht München (Insolvenzgericht) hat mit Beschluss vom 31. Oktober 2019 das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet.[14][15]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Betreiber werden alle Nachrichten automatisch beim Absender verschlüsselt und können nur beim Empfänger wieder entschlüsselt werden. Diese sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht das Mitlesen durch Dritte praktisch unmöglich. Für jede neue Nachricht wird ein neuer AES-256-Schlüssel benutzt, der mittels RSA-2048 über eine OpenSSL-Verbindung ausgetauscht wird.[16]

Außerdem gibt es drei Sicherheitsstufen:

Rot
Die Telefonnummer des Kontaktes wurde im lokalen Adressbuch des Nutzers gefunden und der Kontakt benutzt SIMSme. Aber es fand noch kein Chat des Nutzers mit diesem Kontakt statt, sodass sich der Nutzer nicht sicher sein kann, mit der Person zu kommunizieren, die sie vorgibt, zu sein.
Gelb
Gelb bedeutet, dass beide Kontaktpersonen dem jeweils anderen schon einmal eine Nachricht geschickt haben und das Gegenüber bestätigt hat, diesen Kontakt zu kennen.
Grün
Dies stellt die höchste Sicherheitsstufe dar. Die ID und der Schlüssel wurden durch das Scannen des nutzerspezifischen QR-Codes überprüft. Der Nutzer kann sich somit sehr sicher sein, mit der gewünschten Person zu kommunizieren.

Alle Daten werden nach Angaben des Betreibers ausschließlich auf Servern in Deutschland abgelegt[17] und die Nachrichten nach der Zustellung beim Empfänger von den Servern gelöscht.[18] Da sich die Server von SIMSme ausschließlich in Deutschland befinden, unterliegt die Firma unter anderem dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit SIMSme können Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie Standortinformationen verschickt und Gruppenchats mit bis zu 100 Teilnehmern angelegt werden.

Eine Besonderheit stellt die Selbstzerstörungsfunktion dar. Sie ermöglicht es, Nachrichten oder Medien zu versenden, die nur für einen bestimmten Zeitraum sichtbar sind und sich nach Ablauf der eingestellten Zeit selbst zerstören. Außerdem ist es möglich, Nachrichten zeitversetzt zu verschicken.

SIMSme für Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Webseite des Messengers wird erklärt, der Messenger könnte „in Zukunft“ als „Kommunikationswerkzeug“ für Unternehmen kostenpflichtig angeboten werden, um ihn zu refinanzieren. Für Privatnutzer soll SIMSme allerdings kostenlos bleiben.[19] Diese Angebote gibt es jedoch bereits, mit „SIMSme Business“ mit einem festen Preis pro Nutzer und Monat und einem „SIMSme Corporate“ mit zusätzlichen Features und einem Angebot auf Anfrage.[20]

Nach eigenen Angaben wird diese Firmenversion der App unter anderem von den Volkswagen Financial Services, vom FC Deutsche Post und vom Bayerischer Landkreistag benutzt.[21]

Ähnlichkeit zu GoldBug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SIMSme nutzt die gleiche Architektur wie GoldBug[22], d. h. es wird ein AES-Schlüssel genutzt, der über RSA kodiert und mittels OpenSSL ausgetauscht wird. Trotzdem gibt es folgende Unterschiede:

  1. SIMSme ist nicht quelloffen, d. h. die Angaben des Anbieters können nicht überprüft werden.
  2. Die Möglichkeit, den AES-Schlüssel manuell einzugeben, besteht nicht.
  3. Der RSA-Schlüssel wird von der App generiert. Man kann somit weder die Schlüssellänge verändern noch ein eigenes Schlüsselpaar generieren.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da SIMSme nicht quelloffen ist, können die Aussagen (u. a. zur Verschlüsselung) nicht verifiziert werden und theoretisch Hintertüren in der Software versteckt sein.

Um sich bei SIMSme anmelden zu können, ist die Angabe einer gültigen Handynummer notwendig. Auch kann man den Keyserver nicht umgehen wie bei Bleep, wenn jemand seinen öffentlichen RSA-Key nicht preisgeben will.

SIMSme sendet Nutzungsdaten sowie eine Geräte-ID an den deutschen Anbieter von Business-Intelligence-Dienstleistungen AdjustIO, um Daten über das Nutzerverhalten zu erfassen.[23] Das Sammeln von Nutzungsdaten kann innerhalb der App ein- und ausgeschaltet werden.[24]

Die Umsetzung von SIMSme auf Tablets und iPads ist lediglich eine 1 : 1 Umsetzung der Mobiltelefonlösung. Im Ergebnis können die Möglichkeiten größerer Displays nicht genutzt werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Installationsseite für Android. In: Google Play.
  2. Installationsseite für iOS. In: App Store (iOS).
  3. Ginlo.net: SIMSme wird zu ginlo abgerufen am 26. Juni 2019
  4. SIMSme Private. Abgerufen am 3. Juni 2019 (deutsch).
  5. Dpdhl.com: Deutsche Post startet Messenger-App SIMSme abgerufen am 19. Mai 2015
  6. http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/post-messenger-im-test-simsme-gut-gemeint-schlecht-gemacht/10334050.html
  7. http://www.tagesspiegel.de/medien/whatsapp-alternative-post-app-simsme-legt-holperstart-hin/10333412.html
  8. Tuev-nord.de: Sicherer Messenger der Deutschen Post erhält "Trusted App"-Siegel von TÜViT und mediaTest digital vom 14. August 2014
  9. Heise.de: Post -Messenger SIMSme soll eine Million Downloads erreicht haben abgerufen am 19. Mai 2015
  10. Leonard Klint: SIMSme: Deutsche Post Messenger wird eingestellt. In: windowsunited.de. 2. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017.
  11. Deutsche Post verkauft ihren Messenger SIMSme an die Brabbler AG. Deutsche Post DHL Group, 13. März 2019, abgerufen am 15. März 2019.
  12. Deutsche Presse-Agentur: Brabbler AG greift zu: Post verkauft Messenger-Dienst SIMSme. Wirtschaftswoche, 13. März 2019, abgerufen am 24. März 2019.
  13. Beitrag von heise.de. heise.de, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  14. Bekanntmachung Amtsgericht München. Amtsgericht München, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  15. Beitrag von heise.de. heise.de, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  16. Sicherheitsbeschreibung von SIMSme (Memento des Originals vom 19. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sims.me
  17. Presseanzeiger.de: Deutsche Post SIMSme Smartphone-App erlebte rasanten Zuwachs im Interoute Virtual Data Centre vom 23. Oktober 2014 abgerufen am 28. Dezember 2014
  18. Pressemitteilung Deutsche Post DHL (Memento des Originals vom 19. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dpdhl.com
  19. SIMSme - FAQ. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  20. SIMSme Business Messenger - Lösungen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 6. Februar 2017; abgerufen am 6. Februar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sims.me
  21. SIMSme Business Messenger - Kunden. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  22. GoldBug bei Wikibooks, abgerufen am 12. Dezember 2016.
  23. Bits und so Webcast zu SIMSme https://www.youtube.com/watch?v=UL2_ks1JXYk
  24. AGB von SIMSme