Staudheim

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Staudheim
Stadt Rain
Koordinaten: 48° 41′ 57″ N, 10° 58′ 43″ O
Höhe: 400 m
Fläche: 6,37 km²
Einwohner: 459 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 86641
Vorwahl: 08432

Staudheim ist ein Ortsteil der Stadt Rain mit rund 430 Einwohnern im Landkreis Donau-Ries, der zum Regierungsbezirk Schwaben in Bayern gehört.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staudheim liegt östlich von Rain zwischen Mittelstetten und Burgheim am Nordrand der Hochfläche des Unteren Lechrains der Aindlinger Terrassentreppe. Naturräumlich gehört es so Donau-Iller-Lech-Platte, die wiederum Teil des Alpenvorlandes ist, eine der Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands. Die nördlichen Teile der Staudheimer Flur liegen bereits im Donautal.

Der Ort liegt an der Kreisstraße DON 39 von Rain (Lech) nach Burgheim. Seit Juli 1984 rollt der gesamte Fernverkehr über die knapp nördlich von Staudheim vorbeiführende Bundesstraße 16 von Ulm nach Ingolstadt, die das Donautal entlangläuft. In den ganzen Jahrhunderten davor lag Staudheim an der Südlichen Donautalstraße.
Außerdem liegt Staudheim an der Donautalbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früheste Ausgrabungen in der Gegend weisen auf eine Besiedelung bereits in der Jungsteinzeit hin.
Wichtige strategische Bedeutung erlangte der südliche Donaurain 233 nach Christus, als die Nordgrenze des Römischen Reiches vom Limes an die Donau zurückgesetzt wurde. Die heutige "Römerstraße" durch Staudheim bildete damals eine Hauptroute der Römer entlang der Donau. Der Lech-Donau-Winkel gehörte zur römischen Provinz Rätien.
Die Gründung Staudheims als -heim-Ort wird zwischen 650 und 750 durch Baiern vermutet. Erstmals wurde Staudheim 1020 als Stutheim erwähnt, als das Kloster Tegernsee eine Reihe Dörfer an Graf Otto I. von Dießen verlor, da Herzog Arnulf von Bayern für seine bewaffneten Reiterheere gegen die Ungarn Unterhalt benötigte, zahlreiche in Kirchenbesitz befindliche Dörfer säkularisierte und an Lehnsherren vergab. Der Name könnte auf Stuotenheim zurückgehen, was auf ein Gestüt oder Pferdezucht hinweist.
In der Folgezeit waren die Besitzverhältnisse zersplittet. Staudheim wurde durch seine Lage im Donautal relativ häufig von Kriegen heimgesucht und oft zerstört.
Die Pfarrgemeinde Staudheim mit der Kirche Sankt Quirin wird seit 1978 vom Rainer Stadtpfarrer vikariert. Der Turm der Kirche wurde um 1300 erbaut, Chor und Schiff im 15. Jahrhundert. Das Patronat weist noch auf die Frühgeschichte des Ortes als Besitz des Klosters Tegernsee hin.
Bis zum 1. Juli 1972 gehörte Staudheim als selbstständige Gemeinde zum Landkreis Neuburg an der Donau und fiel dann mit der Gebietsreform in Bayern an den Landkreis Nördlingen-Donauwörth, der seit dem 1. Mai 1973 die jetzige Bezeichnung Landkreis Donau-Ries trägt. Ebenfalls am 1. Juli 1972 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Rain.[1]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Xaver Markmiller (1800–1879) war von 1834 bis 1841 Pfarrer, er trat 1839 in den Orden der Barmherzigen Brüder des Hl. Johann von Gott ein. 1851 gründete Magnobonus Markmiller, so sein Ordensname, die Bayerische Provinz dieses Ordens und wurde ihr erster Provinzial.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 532.
  2. Hans-Dieter Schindler, Adalbert Riehl und Rainer Wilhelm: Franz Xaver Markmiller – Pater Magnobonus, Ein Staudheimer Pfarrer mit bemerkenswertem Lebenslauf, in Sieh auf, Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Rain und ihrer Umgebung, Nr. 41, Februar 2005, hg. von Franz Deibl, Rain
  3. Rainer Wilhelm: Die Wandmalereien von St. Quirin in Staudheim – mittelalterliche Predigt in Farbe, in Sieh auf, Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Rain und ihrer Umgebung, Nr. 40, November 2004, hg. von Franz Deibl, Rain

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

http://www.winterlust-staudheim.de/html/Archiv/Ortschronik/index.html