Steppenkerzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steppenkerzen

Eremurus ×isabellinus ‘Shelford’-Hybriden

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae)
Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)
Gattung: Steppenkerzen
Wissenschaftlicher Name
Eremurus
M.Bieb.

Steppenkerzen (Eremurus)[1][2], auch Wüstenschweif, Lilienschweif, Kleopatranadel genannt, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae) innerhalb der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae). Die 45[1][2] bis 59[3] Arten sind auptsächlich in West- bis Zentralasien verbreitet.[1] Einige Sorten von wenigen Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steppenkerzen-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die meist Wuchshöhen von 80 bis 200 Zentimetern erreichen und meist horstartig wachsen. Die Rhizome der Steppenkerzen sind fingerartig geformt und recht empfindlich. Die lanzettlichen Laubblätter stehen büschelig an der Pflanzenbasis zusammen.

Genertive Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütenstandsschäfte besitzen keine Blätter. Viele gestielte Blüten stehen dicht, traubigen Blütenstände zusammen, die bei einigen Arten sehr hoch sind.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig.

Sie bilden Kapselfrüchte. Die Samen sind dreieckig, manchmal mit Flügeln an den Kanten.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie bei den verwandten Asphodelus-Arten meiden Rinder Eremurus-Arten, sodass sie auch in stark beweideten Gebieten eine Überlebenschance haben.[4]

Himalaja-Steppenkerze (Eremurus himalaicus)
Ansehnliche Steppenkerze (Eremurus spectabilis)
Schmalblättrige Steppenkerze (Eremurus stenophyllus subsp. stenophyllus

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Eremurus wurde 1819 durch Friedrich August Marschall von Bieberstein in Flora Taurico-Caucasica, Band 3, S. 269 [5] aufgestellt.[1][6][3] Typusart ist Eremurus spectabilis M.Bieb.[6] Schon 1810 hatte Bieberstein]] in Centuria plantarum rariorum Rossiae meridionalis: praesertim Tauriae et Caucasi iconibus descriptionibusque illustrata. Pars I. Typis Academics, Charkoviae, Tafel 61 die Bezeichnung verwendet „Eremurus“. Synonyme für Eremurus M.Bieb. sind: Ammolirion Kar. & Kir., Henningia Kar. & Kir.

Die etwa 59 Arten gedeihen hauptsächlich in den kalten Hochebenen Zentral- und Westasiens. Außerdem reicht das Verbreitungsgebiet noch östlich bis China und westlich bis in die Türkei und in die Ukraine.

Die Gattung Eremurus umfasst folgende Arten und Hybriden:[3]

Illustration von Eremurus hilariae auf Briefmarke aus Usbekistan

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eremurus-Arten werden auch auf Briefmarken dargestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Chen Xinqi (陈心启 Chen Sing-chi), Nicholas J. Turland: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Liliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2000, ISBN 0-19-515208-5. Eremurus Marschall von Bieberstein - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. a b Kosar Naderi Safar, Shahrokh Kazempour Osaloo, Mahdi Zarei: Phylogeny of the genus Eremurus (Asphodelaceae) based on morphological characters in the Flora Iranica area. In: Iranian Journal of Botany, Volume 15, 2009, S. 27–35.PDF PDF.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm Rafaël Govaerts (Hrsg.): Eremurus. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 18. Januar 2022.
  4. Jānis Rukšāns: Buried Treasures: Finding and Growing the World's choicest Bulbs. Portland, Timber Press, 2007, 190.
  5. Friedrich August Marschall von Bieberstein: Flora Taurico-Caucasica, Band 3, 1819, S. 269. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  6. a b Eremurus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 19. Januar 2022
  7. a b c d e f g h i j k l Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  8. Datenblatt Eremurus chloranthus bei The Recently Extinct Plants and Animals Database.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kosar Naderi Safar, Shahrokh Kazempour Osaloo, Mostafa Assadi, Mahdi Zarei, Maryam Khoshsokhan: Phylogenetic analysis of Eremurus, Asphodelus, and Asphodeline (Xanthorrhoeaceae-Asphodeloideae) inferred from plastid trnL-F and nrDNA ITS sequences. In: Biochemical Systematics and Ecology, Volume 56, 2014, S. 32–39. doi:10.1016/j.bse.2014.04.015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Steppenkerzen (Eremurus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien