Sternebeck

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Dieser Artikel behandelt einen Ort. Zur Person siehe Sigrid Sternebeck.
Sternebeck
Gemeinde Prötzel
Koordinaten: 52° 40′ 22″ N, 13° 59′ 38″ O
Höhe: 123 m
Eingemeindung: 1967
Postleitzahl: 15345

Sternebeck ist ein Ortsteil von Prötzel im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sternebeck hat heute ca. 150 Einwohner und war bis 1967 eine selbstständige Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1375. Der für das relativ kleine Dorf große und mit etwa acht Metern sehr tiefe Sternebecker Löschwasserteich mit seinem breiten Schilf- und Riedgürtel, der wegen der sehr trockenen, von Sandböden beherrschten Umgebung schon im frühen 14. Jahrhundert künstlich angelegt wurde, ist heute eines der wenigen natürlichen Habitate Brandenburgs für die mitteleuropäische Sumpfschildkröte.

Von 1898 bis 1998 war Sternebeck Station der Wriezener Bahn. Heute ist der Bahnhof Standort einer Museumseisenbahn.[1]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Sternebeck (Foto[2]), erbaut von 1302 bis 1306 als einschiffige romanische Hallenkirche, wurde 1632 im Dreißigjährigen Krieg von marodierenden Söldnern völlig zerstört. Erst 60 Jahre später errichtete man sie in frühgotischen Formen neu. Von der Inneneinrichtung sind nur noch ein Teil des Flügelaltars und ein aus Eichenholz geschnitztes, teilweise noch in Originalfarben gefasstes Relief des Schutzheiligen in der Taufkapelle erhalten. Die Kanzel und das Gestühl wurden in den 1950er Jahren entfernt und in den folgenden Jahren nach und nach durch zeitgenössisches Mobiliar ersetzt.

Die im Obergeschoss des Turmes aufgehängte Glocke stammt noch aus der Zeit des ersten Baus der Kirche um 1300 und besitzt somit einen hohen Denkmalwert. Sie wurde in Stettin aus Bronze gegossen und hat einen Durchmesser von 48 cm. Sie trägt oberhalb eines Mäanderbandes die Aufschrift IHS DOMINUS SANCTUS DEUS. Wegen kleiner Risse an der Glockenkrone und Schäden am Holzjoch wird sie nur noch zu besonderen kirchlichen Feiertagen und zu Beerdigungen geläutet. Die beiden Glocken im darunter liegenden Turmgeschoss stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

1813 wurde die zweimanualige Orgel aus der ursprünglichen Ausstattung der Schlosskapelle des Schlosses Prötzel auf Veranlassung des Bischofs von Fürstenberg auf die nachträglich eingebaute, schlichte Orgelempore versetzt, obwohl sie für den relativ kleinen, schlichten Kirchenraum eigentlich zu groß war. Heute ist sie wegen erheblicher Schäden an den Manualen und wegen Zinkfraßes an den Pfeifen nicht mehr bespielbar. Eine umfassende Restaurierung soll in den kommenden Jahren erfolgen.

Kleinteilige Reste der bunten Bleiglasfenster mit Bildern aus der Leidensgeschichte Christi aus der Entstehungszeit des Kirchenneubaues im 16. Jahrhundert ersetzen heute den ursprünglichen Eindruck des Hochaltars.

In den letzten Jahren wurden einige Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt der Kirche durchgeführt. So wurden das Dach und der Turm neu eingedeckt und Schäden am Putz ausgebessert. Die über Jahrzehnte notdürftig im Untergeschoss des Turms neben dem Eingangsportal untergebrachte Sakristei wurde in das nördlich der Kirche stehende ehemalige Küsterhaus verlegt, welches durch einen von geschnitzten Eichensäulen getragenen Verbindungsgang mit der Kirche verbunden ist. Weitere Instandhaltungsmaßnahmen sollen aus dem brandenburgischen Kulturfonds finanziert werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Museumseisenbahn Sternebeck.
  2. Foto der Kirche