Tarek Assam

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Tarek Assam (* 6. Mai 1962 in Penzberg) ist ein deutsch-ägyptischer Tänzer und Choreograf. Seit 2002 ist er Tanztheaterdirektor der Tanzcompagnie Gießen sowie Leiter des Festivals TanzArt ostwest in Gießen.

Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assam wurde in Penzberg in Oberbayern geboren und reiste aufgrund der diplomatischen Tätigkeiten seines Vaters schon früh um die Welt. Nach seinem Abitur in Bonn studierte er an der dortigen Friedrich-Wilhelms-Universität zunächst Philosophie, Soziologie und Pädagogik, wechselte aber nach einigen Semestern an die Hochschule für Musik und Tanz Köln, an der er sein Studium mit einem Diplom in Bühnentanz abschloss.

Künstlerische Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tänzer war Assam unter anderem an der Oper Düsseldorf, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und am Stadttheater Pforzheim engagiert. An letzterem wurde er 1990 als Assistent und Trainingsleiter angestellt und fertigte dort ab 1991 erste choreografische Arbeiten. Nach erfolgreicher Teilnahme an verschiedenen choreografischen Wettbewerben erhielt er 1993 ein Engagement an das Nationaltheater El Salvador.

1995 übernahm er die Leitung der Internationalen Tanzwoche Eisenhüttenstadt und war zudem bis 2003 als Choreograf und Ballettdirektor am Nordharzer Städtebundtheater in Halberstadt und Quedlinburg engagiert. In den Jahren 2000 und 2001 wurde er von der John-Cage-Stiftung beauftragt, jeweils ein multimediales Event anlässlich der Eröffnung des 639 Jahre dauernden Orgel-Kunst-Projektes ORGAN²/ASLSP von John Cage zu choreografieren.

Neben der Teilnahme an internationalen Tanz-Festivals gab Tarek Assam Workshops an den Universitäten von Guangzhou, Shenzhen und Beijing, an der Texas State University, der Università Aldo Moro in Bari sowie wiederholt in Gießen an der Justus-Liebig-Universität. Von 2001 bis 2004 erhielt er Einladungen nach Varna in Bulgarien. Im Mai 2005 zeichnete die Stadt ihn für seine Choreografie The Wall mit dem Kulturpreis aus.

Neben den Tätigkeiten als Ballettdirektor und Choreograph war Tarek Assam außerdem Projektleiter des Bildungsprojekts IGS-press yourself, welches über zwei Jahre von Tanzfonds Partner – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes gefördert wurde. Auch leitete er eine Zusammenarbeit der Tanzcompagnie mit dem Verein „KroKi“ für chronisch kranke Kinder (gemeinsam mit der Psychoanalytischen Familienpsychosomatik der Universitätsklinik Gießen) in die Wege.

Tanzcompagnie Gießen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 ist er als Ballettdirektor am Stadttheater Gießen engagiert und steht der dortigen Tanzcompagnie vor. Er trieb den künstlerischen Austausch und gemeinsame Projekte mit verschiedenen internationalen Tanzcompagnien voran. So gastierte die Tanzcompagnie unter anderem in Belgien, Tschechien, Italien, den USA und der VR China.

Die Tanzcompagnie kooperierte mit renommierten Gastchoreografen wie unter anderem Rui Horta, Pascal Touzeau und James Wilton sowie Partnern aus anderen Bereichen wie der Videokünstlerin Ana Baer oder dem Bühnendesigner Fred Pommerehn.

TanzArt ostwest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1997, noch während Assams Zeit am Nordharzer Städtebundtheater, wurde das Festival Tanzart ostwest konzipiert, das zunächst in Halberstadt, Quedlinburg und Magdeburg stattfand und seit 2001 jährlich in Gießen unter seiner künstlerischen Leitung stattfindet. Im Jahresrückblick der Fachzeitschrift Die Deutsche Bühne erhielt das Festival eine Nennung in der Kategorie "Tanz".

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]