Ted Chiang

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Ted Chiang auf der World Fantasy Convention 2007

Ted Chiang (* 1967 in Port Jefferson, Long Island, New York) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ted Chiang schloss an der Brown University sein Studium der Informatik ab. Heute lebt er in Bellevue nahe Seattle, Washington.

1989 war er Teilnehmer des renommierten Clarion Workshops für angehende Science-Fiction- und Fantasy-Autoren, bei dem er in der Folge auch als Dozent wirkte. Seine Werke gewannen zahlreiche Preise: Schon seine erste Kurzgeschichte Tower of Babylon (1990) gewann einen Nebula Award, ebenso wie die Kurzgeschichte Story of Your Life (1999), die zudem einen Sturgeon Award und Seiun Award gewann und 2016 unter dem Titel "Arrival" für das Kino verfilmt wurde. Einen weiteren Nebula sowie einen Hugo Award, Locus und Seiun Award erhielt er für seine Novelle Hell Is the Absence of God (2001), einen Hugo Award, Seiun Award und Locus Award für seine Novelle The Lifecycle of Software Objects. Seventy-Two Letters erhielt den Sidewise Award und The Merchant and the Alchemist's Gate Hugo, Nebula und Seiun Award, sowie Exhalation Hugo und Locus Award, sowie den BSFA Award.

Eine Hugo-Nominierung für „Liking What You See: A Documentary“ lehnte er ab. 2013 erhielt er den Kurd-Laßwitz-Preis für das beste ausländische Werk. 2017 erhielt er den British Fantasy Award für seine Mitarbeit am Film Arrival.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wurde Ted Chiang zuerst stärker nach der Herausgabe des ersten Erzählbandes im Golkonda-Verlag wahrgenommen. Wie dieser erste erhielt auch der zweite Band eine Reihe positiver Kritiken. Denis Scheck rezensierte die Erzählungen in der ARD-Sendung Druckfrisch und bezeichnet Chiang als den „derzeit besten Verfasser von Science-Fiction und Fantasy-Erzählungen“ und schätzt ihn zum „erzählerisch Erstaunlichsten, intellektuell Aufregendsten und ästhetisch Innovativsten“, was er in den letzten zehn Jahren gelesen habe.[1][2]

„Chiang begnügt sich nicht mit glitzernden Oberflächen, leuchten Knöpfen und bunten Cyberwelten. Der studierte Informatiker ergründet vielmehr die Auswirkungen bestimmter Erfindungen auf Geist und Körper des Menschen. Mal kommt das als Steampunk-Spuk daher, mal als Wissenschaftsthriller. Aber immer als SF-Literatur für Fortgeschrittene.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Nebula Award für Tower of Babylon als bester Kurzroman
  • 1992 Asimov’s Science Fiction Magazine Readers’ Award für Understand als bester Kurzroman
  • 1992 John W. Campbell Award for Best New Writer
  • 1994 Hayakawa's SF Magazine Reader's Award für Understand als beste ausländische Kurzgeschichte
  • 1999 Locus Award für Story of Your Life als beste Erzählung
  • 1999 Theodore Sturgeon Memorial Award für Story of Your Life
  • 2000 Nebula Award für Story of Your Life als beste Erzählung
  • 2001 Hayakawa's SF Magazine Reader's Award für Story of Your Life als beste ausländische Kurzgeschichte
  • 2001 Locus Award für Catching crumbs from the table als beste Kurzgeschichte
  • 2001 Sidewise Award für Seventy-two Letters als beste Kurzgeschichte
  • 2002 Hayakawa's SF Magazine Reader's Award für Seventy-two Letters als beste ausländische Kurzgeschichte
  • 2002 Hugo Award für Hell Is the Absence of God als bester Kurzroman
  • 2002 Locus Award für Hell Is the Absence of God als bester Kurzroman
  • 2002 Seiun Award für Story of Your Life als beste übersetzte Kurzgeschichte
  • 2003 Locus Award für Stories of Your Life and Others als beste Sammlung
  • 2003 Nebula Award für Hell Is the Absence of God als bester Kurzroman
  • 2004 Seiun Award für Hell Is the Absence of God als beste übersetzte Kurzgeschichte
  • 2008 Hugo Award für The Merchant and the Alchemist’s Gate als bester Kurzroman
  • 2008 Nebula Award für The Merchant and the Alchemist’s Gate als bester Kurzroman
  • 2009 British Science Fiction Association Award für Exhalationals beste Kurzgeschichte
  • 2009 Hugo Award für Exhalation als beste Kurzgeschichte
  • 2009 Locus Award für Exhalation als beste Kurzgeschichte
  • 2009 Seiun Award für The Merchant and the Alchemist’s Gate als beste übersetzte Kurzgeschichte
  • 2010 Grand Prix de l’Imaginaire für Exhalation als beste ausländische Erzählung
  • 2011 Hugo Award für The Lifecycle of Software Objects als beste Erzählung
  • 2011 Locus Award für The Lifecycle of Software Objects als beste Erzählung
  • 2012 Italia Award für The Lifecycle of Software Objects als bester internationaler Roman
  • 2012 Seiun Award für The Lifecycle of Software Objects als beste übersetzte Kurzgeschichte
  • 2013 Kurd-Laßwitz-Preis für Hell Is the Absence of God als bester fremdsprachiger Roman
  • 2020 Science Fiction Hall of Fame

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlungen
  • Stories of Your Life and Others (2002; auch: Arrival, 2016)
  • Exhalation (2019)

Deutsche Zusammenstellungen:

  • Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. Übersetzt von molosovsky. Golkonda, 2011, ISBN 978-3-942396-12-7. Auch als: Arrival: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. Übersetzt von molosovsky. Golkonda (Allgemeine Reihe #212), 2017, ISBN 978-3-946503-12-5.
  • Das wahre Wesen der Dinge. Hrsg. von Hannes Riffel & Karlheinz Schlögl. Übersetzt von Karin Will und Michael Plogmann. Golkonda (Allgemeine Reihe #117), 2014, ISBN 978-3-944720-17-3.
Kurzgeschichten

Wird bei Übersetzungen von Kurzgeschichten als Quelle nur Titel und Jahr angegeben, so findet sich die vollständige Angabe bei der entsprechenden Sammelausgabe.

1990:

  • Tower of Babylon (in: Omni, November 1990)
    • Deutsch: Der Turmbau zu Babel. Übersetzt von molosovsky. In: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. 2011.
  • Tower of Babylon (1990)

1991:

  • Division by Zero (1991, in: Lou Aronica, Amy Stout und Betsy Mitchell (Hrsg.): Full Spectrum 3)
    • Deutsch: Geteilt durch null. Übersetzt von Karin Will. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014.
  • Understand (in: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazine, August 1991)
    • Deutsch: Verstehen. Übersetzt von Karin Will. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014.

1998:

  • Story of Your Life (1998, in: Patrick Nielsen Hayden (Hrsg.): Starlight 2)
    • Deutsch: Geschichte deines Lebens. Übersetzt von molosovsky. In: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. 2011.

2000:

  • Catching Crumbs from the Table (in: Nature, June 1, 2000; auch: The Evolution of Human Science, 2002)
    • Deutsch: Die Evolution des menschlichen Wissens. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014. Auch als: Offizielle Erklärung zum Stand der menschlichen Forschung. In: Spektrum der Wissenschaft, #3.17. Spektrum der Wissenschaft, 2017.
  • Seventy-Two Letters (2000, in: Ellen Datlow (Hrsg.): Vanishing Acts)
    • Deutsch: Zweiundsiebzig Buchstaben. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014.

2001:

  • Hell Is the Absence of God (2001, in: Patrick Nielsen Hayden (Hrsg.): Starlight 3)
    • Deutsch: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. Übersetzt von molosovsky. In: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. 2011.

2002:

  • Liking What You See: A Documentary (2002, in: Ted Chiang: Stories of Your Life and Others)
    • Deutsch: Die Wahrheit vor Augen. Übersetzt von Michael Plogmann. In: Pandora, Fall 2007. Shayol #73, 2007, ISBN 978-3-926126-73-3.

2005:

  • What’s Expected of Us (in: Nature, July 7, 2005)
    • Deutsch: Was von uns erwartet wird. Übersetzt von Karin Will. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014.

2007:

  • The Merchant and the Alchemist’s Gate (2007)
    • Deutsch: Der Kaufmann am Portal des Alchemisten. Übersetzt von molosovsky. In: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. 2011.

2008:

  • Exhalation (2008, in: Jonathan Strahan (Hrsg.): Eclipse Two: New Science Fiction and Fantasy)
    • Deutsch: Ausatmung. Übersetzt von molosovsky. In: Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. 2011.

2010:

  • The Lifecycle of Software Objects (2010)
    • Deutsch: Der Lebenszyklus von Software-Objekten. Übersetzt von Karin Will. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014.

2011:

  • Dacey’s Patent Automatic Nanny (2011, in: Ann VanderMeer und Jeff VanderMeer (Hrsg.): The Thackery T. Lambshead Cabinet of Curiosities)
    • Deutsch: Daceys vollautomatisches Kindermädchen. Übersetzt von Karin Will. In: Das wahre Wesen der Dinge. 2014.

2013:

  • The Truth of Fact, the Truth of Feeling (in: Subterranean, Fall 2013)

2016:

  • The Great Silence (in: The Magazine of Fantasy & Science Fiction, May-June 2016; mit Calzadilla und Allora)

2019:

  • Better Versions of You (in: The New York Times Magazine Fiction Supplement, April 28, 2019)
  • Anxiety Is the Dizziness of Freedom (2019, in: Ted Chiang: Exhalation)
  • Omphalos (2019, in: Ted Chiang: Exhalation)

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ted Chiang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denis Scheck: Rezension in „Druckfrisch“. ARD, 24. November 2013, abgerufen am 2. April 2014.
  2. Ted Chiang auf den Seiten des Golkonda-Verlags. Abgerufen am 2. April 2014.
  3. Marten Hahn: Philosoph im Gewand des Geschichtenerzählers. Ted Chiang: „Das wahre Wesen der Dinge“. Deutschlandradio Kultur, 20. Februar 2014, abgerufen am 2. April 2014.