Arrival (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Arrival
Originaltitel Arrival
Arrival 2016 Film.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2016
Länge 117 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Denis Villeneuve
Drehbuch Eric Heisserer
Produktion Dan Levine,
Shawn Levy,
David Linde,
Karen Lunder,
Aaron Ryder
Musik Jóhann Jóhannsson
Kamera Bradford Young
Schnitt Joe Walker
Besetzung

Arrival (engl. für Ankunft) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve aus dem Jahr 2016. In den Hauptrollen sind Amy Adams, Forest Whitaker und Jeremy Renner zu sehen. Das von Eric Heisserer verfasste Drehbuch basiert auf der Kurzgeschichte Story of Your Life (1998) von Ted Chiang. Der Film handelt von der Landung mehrerer außerirdischer Raumschiffe auf der Erde und zeigt die Expertengruppe, die mit den Außerirdischen kommunizieren und den Grund ihrer Anwesenheit herausfinden soll.

Der Film feierte seine Premiere am 1. September 2016 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Arrival kam in den Vereinigten Staaten am 11. November und in Deutschland am 24. November in die Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt damit, dass die Linguistin Dr. Louise Banks das Leben ihrer Tochter vor ihrem inneren Auge vorüberziehen sieht, die als junge Frau an einer seltenen Krankheit gestorben ist.

Die Haupthandlung setzt ein, als zwölf außerirdische Raumschiffe an unterschiedlichen Punkten auf der Erde ankommen. Banks und der Physiker Ian Donnelly werden von US-Colonel Weber für ein amerikanisches Team engagiert, das in Montana mit den unbekannten Wesen Kontakt aufnehmen soll, nachdem erste Versuche durch Teams von Militär und Geheimdiensten keinen Erfolg hatten. Das wegen seiner Form als „Muschel“ bezeichnete 450 m hohe schwarze, monolithisch wirkende Raumschiff öffnet sich alle 18 Stunden, und den Menschen wird gestattet, es durch einen Schacht, in dem die Schwerkraft manipuliert wird, zu betreten. Im Raumschiff können die beiden Wissenschaftler mit zwei von ihnen scherzhaft Abbott und Costello genannten Aliens kommunizieren, von diesen getrennt durch eine durchsichtige Wand. Während Banks mit Schrifttafeln die Menschen vorstellt, „schreiben“ die wegen ihres Aussehens als „Heptapoden“ (Siebenfüßler) bezeichneten Außerirdischen mit ihren Füßen Zeichen an die Wand, die mit Tusche gezeichneten verschnörkelten Kreisen ähneln.

In mühseliger Arbeit gelingt es den beiden Wissenschaftlern, diese logographischen Zeichen zu entschlüsseln und in regelmäßigen Treffen eine Kommunikation mit den Wesen aufzubauen. Dr. Banks wird indessen zunehmend von Gedanken an ein Mädchen heimgesucht, das ihre Tochter zu sein scheint.

Obwohl die Verständigung mit den Heptapoden völlig friedlich verläuft, betrachten die Regierungen mehrerer anderer Staaten die Außerirdischen zunehmend als Bedrohung und erwägen militärische Maßnahmen. Dazu neigt insbesondere der chinesische General Shang. Nachdem Banks Alien-Botschaften mit „Waffe anbieten“ übersetzt und das chinesische Team zur Übersetzung „Waffe nutzen“ kommt, spitzt sich die Lage zu. Ein globaler Krieg wird – obwohl kein Angriff stattfindet – wahrscheinlicher, und die Kommunikation zwischen den internationalen Wissenschaftlerteams wird abgebrochen. Für Banks und Donnelly beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Aus Angst vor den Außerirdischen und angetrieben durch aufpeitschende Medienberichte platziert eine Gruppe amerikanischer Soldaten auf eigene Faust eine zeitgesteuerte Sprengladung im Raumschiff. Banks und Donnelly kehren allein zum Raumschiff zurück, um einen weiteren Verständigungsversuch zu unternehmen, gerade als die Soldaten das Schiff verlassen. Trotz ihrer Versuche, Banks und Donnelly zu stoppen, betreten diese das Raumschiff. Kurz bevor die Bombe zündet, werfen die Außerirdischen einen Schwall von Zeichen an die Wand. Gleichzeitig eröffnen die Soldaten vor dem Schiff das Feuer auf Sicherheitskräfte, als sie von diesen gestellt werden sollen. Die Bombe zündet, aber die Heptapoden schleudern die beiden Wissenschaftler in den Zugangsschacht zurück und verschließen ihn, so dass Banks und Donnelly knapp entkommen.

Donnelly findet mit mathematischen Methoden heraus, dass das letzte Zeichentableau auf den Verbund der zwölf Raumschiffe hinweist. Als wegen des eskalierenden Konflikts die Evakuierung des Camps angeordnet wird, geht Banks nochmal allein zum Raumschiff. Sie wird mit einer kleinen Kapsel aufgenommen und kommuniziert nun ohne die trennende Wand direkt mit Costello. Abbott ist durch die Explosion umgekommen. Banks fragt Costello nach dem Zweck des Besuchs der Außerirdischen. Costello antwortet, dass sie der Menschheit helfen wollen, dass ihre Sprache – ihr „Geschenk“ an die Menschheit – die nichtlineare Wahrnehmung von Zeit ermöglicht und dass sie in 3000 Jahren die Hilfe der Menschheit benötigen werden. Das zuvor als „Waffe“ interpretierte Alien-Zeichen kann demnach auch mit „Werkzeug“ oder „Geschenk“ übersetzt werden und ist daher als Einladung der Aliens zu verstehen, mit ihnen zu kommunizieren.

Banks erkennt, dass sie durch die Kommunikation mit den Heptapoden die Fähigkeit erworben hat, sich an die Zukunft zu „erinnern“, und dass die Rückblenden und Erinnerungen an ihre Tochter während der Arbeit mit der Sprache eigentlich Blicke in die Zukunft und in das zukünftige Leben mit ihrer Tochter waren. Im Durcheinander der Evakuierung hilft ihr diese Fähigkeit, durch ein Satellitentelefon mit General Shang über dessen privates Mobiltelefon Kontakt aufzunehmen und ihn zu überzeugen, von militärischen Maßnahmen abzusehen, indem sie ihm gegenüber die letzten Worte seiner sterbenden Frau wiederholt. Überzeugt von ihren Fähigkeiten, bricht General Shang seine Offensive ab. Nachdem der globale Konflikt abgewendet ist, nehmen die Nationen wieder Kontakt zueinander auf, und die Raumschiffe verlassen die Erde.

Als das Camp am Landeplatz abgebaut wird, sprechen Banks und Donnelly über ihre Zukunft, und Louise erkennt in einer Vision Ian als den Vater ihrer Tochter. Sie erlebt dabei auch ihre Entscheidung für ein gemeinsames Kind und damit gleichzeitig auch für das Leben mit ihrer Tochter, trotz der kurzen Zeit, die sie zusammen haben werden.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arrival basiert auf der 1998 vom Science-Fiction-Autor Ted Chiang veröffentlichten Kurzgeschichte Story of Your Life, unter deren Namen auch der Film zunächst veröffentlicht werden sollte (auf Deutsch ist sie in dem Band Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes von Ted Chiang enthalten). Der Film basiert in den wesentlichen Punkten auf der Handlung der Kurzgeschichte, nimmt sich jedoch teilweise auch größere künstlerische Freiheiten.[3] Die Umbenennung des Films in Arrival erfolgte im Juni 2016.[4]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im November 2012 gab das Produktionsunternehmen FilmNation Entertainment bekannt, dass es eine Verfilmung für Chiangs Novelle geben soll, deren Produktionsarbeiten für 2013 geplant waren.[5] Dieses Vorhaben zerschlug sich allerdings; die Visualisierung des Films begann erst 2014, als sich Paramount Pictures die Rechte an Story of Your Life für knapp 20 Millionen US-Dollar gesichert hatte und Amy Adams als Hauptdarstellerin bekannt gab.[6] Die weiteren Hauptakteure unterzeichneten Anfang bis Mitte 2015, so z. B. Jeremy Renner im März,[7] Forest Whitaker im April[8] und Michael Stuhlbarg im Juni.[9] Die Dreharbeiten begannen am 7. Juni 2015 in Montreal, Kanada.[10]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paramount Pictures veröffentlichte den ersten Trailer zu Arrival am 16. August 2016 im Internet.[11] Die Uraufführung erfolgte im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2016 am 1. September.[12] Der internationale Kinostart war am 10. November 2016.[11]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt besteht nur aus einer listenhaften Sammlung von Zitaten aus Filmkritiken. Stattdessen sollte eine zusammenfassende Darstellung der Rezeption des Films als Fließtext erfolgen, wozu auch markante Zitate gehören können, siehe dazu auch die Ausführungen in der Formatvorlage Film.

„… man kann feststellen, dass der Film auf einem originellen und klugen Gedankenkonstrukt fußt, das sich am Ende (entgegen möglicher Zweifel) spektakulär und schlüssig zusammenfügt. Und der Exkurs in die Rätsel unseres Daseins kann prächtig unterhalten: Die routinierten bis überzeugenden Schauspieler, das betörende und doch zurückhaltende visuelle Konzept, die teils abgründige Bombastmusik, die reduzierte, aber nie billige Ausstattung – diese Elemente verbinden sich zu einer emotionalen und doch cleveren und dabei angenehm langsam erzählten Geschichte.“

Tobias Riegel in Neues Deutschland[13]

„[Villeneuves] bewusst kühle Inszenierung mit den superben, aber konsequent düsteren Bildern […] schafft lange Zeit eine nicht zu verhehlende Kluft zwischen den Figuren und dem Publikum, die erst im Laufe des Films langsam verschwindet. Im Finale bekommt der Zuschauer dafür mit einem Mal die emotionale Wucht eines ganzen Films zu spüren. … Regisseur Denis Villeneuve gelingt mit ‚Arrival‘ ein krasser Gegenentwurf zu ‚Independence Day‘, nämlich ein ambitionierter, emotionaler und spannender High-Concept-Film, der seinem Publikum viel zum Nachdenken mit auf den Weg gibt.“

Carsten Baumgardt auf Filmstarts[14]

„Die großartige Amy Adams beim Decodieren anmutig eigentümlicher Tintenkleckse zu beobachten, zieht mehr in den Bann als gewaltige Effektgewitter. Überhaupt, gab es je zuvor einen Film, in dem die Sapir-Whorf-Hypothese – der zufolge jede Sprache eine ganz spezifische Wahrnehmung der Welt formt – als Inspiration für eine verblüffende Erzählvolte dient, die alles zuvor Gesehene plötzlich in neuem Licht zeigt?“

David Kleingers auf Spiegel Online[15]

„Aus wissenschaftlicher Sicht sollte man also nicht zu viel erwarten. Die Grundlagen der Exolinguistik, also der Lehre von den möglichen Sprachen extraterrestrischer Lebensformen, streift ‚Arrival‘ nur am Rande. Und nicht einmal die Militärs scheinen sich dafür zu interessieren, dass die Aliens offenbar die Gravitation manipulieren können.“

Thomas Grüter auf Spektrum.de[16]

Auf der Website Metacritic, die verschiedene Kritiken auswertet, erhält Arrival derzeit 81 von 100 möglichen Punkten. Bei der ähnlich vorgehenden Seite Rotten Tomatoes kommt der Film zurzeit auf 8,3 von 10 Punkten.

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweiten Einnahmen des Films belaufen sich auf 203 Millionen US-Dollar.[17] In Deutschland verzeichnete der Film 658.318 Besucher.[18]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

British Academy Film Awards 2017

Golden Globe Awards 2017

Oscarverleihung 2017[20]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Worte von General Shangs sterbender Frau sind im Film nur auf Mandarin zu hören. Laut Drehbuchautor bedeutet der Satz: „Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Witwen.“[21]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Arrival. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Arrival. Jugendmedien­kommission.
  3. Arrival bei moviepilot.de
  4. Tobias Mayer: Aus „Story Of Your Life“ wird „Arrival“: Neuer Titel für Denis Villeneuves Sci-Fi-Drama mit Amy Adams und Jeremy Renner. In: filmstarts.de. 17. Juni 2016, abgerufen am 10. September 2016.
  5. Dave McNary: Nic Mathieu to direct ‘Story of Your Life’. In: variety.com. Variety, 27. November 2012, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  6. Patrick Frater: Paramount Nabs Rights to Amy Adams’ ‘Story of Your Life’. In: variety.com. Variety, 14. Mai 2014, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  7. Borys Kit: Jeremy Renner Joins Amy Adams in Sci-Fi ‘Story of Your Life’ (Exclusive). In: hollywoodreporter.com. Hollywood Reporter, 6. März 2015, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  8. Justin Kroll: Forest Whitaker Eyes ‘Story of Your Life’ With Amy Adams (EXCLUSIVE). In: variety.com. Variety, 1. April 2015, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  9. Tatiana Siegel: Michael Stuhlbarg to Star Opposite Amy Adams and Jeremy Renner in ‘Story of Your Life’ (Exclusive). In: hollywoodreporter.com. The Hollywood Reporter, 17. Juni 2015, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  10. Brendan Kelly: Amy Adams, Jennifer Garner spotted in Montreal as Hollywood filming heats up. In: montrealgazette.com. Montreal Gazette, 7. Juni 2015, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  11. a b Dave McNary: Amy Adams Deals Directly with Aliens in ‘Arrival’ Trailer. In: variety.com. Variety, 16. August 2016, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  12. Denis Villeneuve’s Arrival makes impact at world premiere in Venice. In: cbc.ca. CBC News, 1. September 2016, abgerufen am 10. September 2016 (englisch).
  13. Tobias Riegel: Über den Dingen. In: Neues Deutschland. 24. November 2016, ISSN 0323-3375, S. 18.
  14. Kritik auf Filmstarts.de, abgerufen am 6. Januar 2016.
  15. Die Aliens verstehen – oder untergehen Spiegel Online, 23. November 2016.
  16. Filmkritik: "Arrival": Selbsterfahrung mit Aliens Spektrum.de, 17. Juli 2017.
  17. Arrival In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 16. August 2017.
  18. Top 100 Deutschland 2016 In: insidekino.com. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  19. Luca Celada: The 74th Golden Globe Nominations: La La Land, Moonlight And Emerging TV Talent In: goldenglobes.com, 12. Dezember 2016.
  20. Kimberly Nordyke: Oscars: 'La La Land' Ties Record With 14 Nominations, The Hollywood Reporter. 24. Januar 2017. Abgerufen am 2. Februar 2017. 
  21. Arrival: The climactic final line of dialogue has been revealed In: independent.co.uk, 28. November 2016.