Thalkirchdorf

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Thalkirchdorf
Koordinaten: 47° 33′ 11″ N, 10° 5′ 20″ O
Höhe: 741 m
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 87534
Vorwahl: 08325

Thalkirchdorf (allgäuerisch Dahl) ist ein ein im Konstanzer Tal gelegenes Pfarrdorf und seit 1972 ein Ortsteil des Marktes Oberstaufen im Landkreis Oberallgäu.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptort von Thalkirchdorf

Thalkirchdorf wird auch das „Dorf der sieben Dörfer“ genannt, da sieben Dörfer seine Ortsteile bilden.

  • Kirchdorf (Hauptort)
  • Knechtenhofen
  • Konstanzer
  • Lamprechts
  • Osterdorf
  • Salmas
  • Wiedemannsdorf

Thalkirchdorf liegt zwischen dem Alpsee und dem Staufen.[1] Durch den Ort fließt die Konstanzer Ach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johannes Baptist in Thalkirchdorf

Im Jahre 1258 wird in einem Würzburger Lehenbuch das erste Mal ein Ort namens „Kirchdorf“ erwähnt. Bereits 250 n. Chr. soll durch das Konstanzer Tal die Römerstraße Via Decia geführt haben. Allerdings geht man nach Neufunden mittlerweile davon aus, dass die Via Decia nicht durch das Konstanzer Tal führte.[2] Im 14. Jahrhundert entwickelte sich jedoch eine wirtschaftlich bedeutende Salzstraße von Bad Reichenhall zum Bodensee durch das Tal.[1]

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist wurde im Kern um 1500 erbaut. Es ist ein Saalbau mit eingezogenem Chor und nördlichem Turm mit Spitzhelm. Im Jahr 1790 wurde sie erweitert. Außerhalb der Kirche befindet sich ein Friedhof, der von einer Mauer umschlossen wird. Das 1727 errichtete Pfarrhaus Am Pfarrhof 1 ist ein geschütztes Baudenkmal.

Thalkirchdorf bildete ab 1808 mit den Gemeinden Aach, Staufen (heute Oberstaufen) und Stiefenhofen eine Einheit.[3] Im Zuge der Verwaltungsreform in Bayern entstand mit dem zweiten Gemeindeedikt 1818 die Gemeinde Thalkirchdorf. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Thalkirchdorf aufgrund der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und wieder in den Markt Oberstaufen eingegliedert.[4]

Auf der örtlichen Skipiste am Hündlekopf fanden in den 1980er Jahren Skiweltcup-Rennen der Damen statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Thalkirchdorf verläuft die Bundesstraße 308, die Immenstadt über Oberstaufen mit Lindau (Bodensee) verbindet.

Thalkirchdorf liegt an der Bahnstrecke München–Lindau. Der Bahnhof, der im Ortsteil Salmas lag, ist aber seit längerem aufgelassen und beherbergt heute eine Tierarztpraxis. Stattdessen verkehrt heute parallel zur Bahnlinie ein Linienbus (Linie 39) zwischen Immenstadt und Oberstaufen des Verkehrsverbundes Mona; unter der Woche in etwa im Stundentakt, an den Wochenenden reduziert sich das Angebot auf fünf bis sechs Verbindungen. Dienstleister ist das Unternehmen Regionalbus Augsburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bauernhausmuseum s’Huimatle kann man das Leben und die Arbeit der Allgäuer bis ins 17. Jahrhundert zurück betrachten. Das Bauernhaus ist über 300 Jahre alt; das Museum eröffnete 1979 im Ortsteil Knechtenhofen.[5]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Thalkirchdorf

Skigebiet Hündle-Thalkirchdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hündle-Gondelbahn (2013)

Das Skigebiet Hündle-Thalkirchdorf beginnt im Westen von Thalkirchdorf und zieht sich bis zum Ortsteil Knechtenhofen. Mit acht Liften kann man insgesamt 23 Pisten zwischen dem Hündlekopf und dem Denneberg befahren. Zusätzlich gibt es eine Langlaufloipe um die Konstanzer Ach.[6]

Die Hündle-Sesselbahn war ein 1963 erbauter 950 Meter langer Doppelsessellift im Ortsteil Knechtenhofen, der einen Höhenunterschied von 285 Metern überwand. Die Bahn hatte 85 Sessel und konnte 710 Personen pro Stunde transportieren. Am 5. November 2012 fuhr sie ihre letzte Fahrt, bevor sie stillgelegt und abgebaut wurde. Am 22. Dezember 2012 startete die neue, von Doppelmayr gebaute Hündle-Gondelbahn. Eine Gondel kann 8 Personen transportieren und ist mit einer Sitzheizung ausgestattet. Sie hat eine schräge Länge von 930 Meter, überwindet 294 Meter Höhendifferenz und kann maximal 2.400 Personen pro Stunde befördern.[7] Sie wird im Sommer und im Winter betrieben.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Moser (* 24. August 1935 in Knechtenhofen; † 6. Januar 2021), Maler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thalkirchdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ortsteil Thalkirchdorf. Abgerufen am 5. Januar 2021.
  2. Zwei neue römische Meilensteine aus Mittenwald - PDF, Seite 12f. Abgerufen am 5. Januar 2021 (englisch).
  3. Geschichte des Ortes Oberstaufen – 500 v. Chr. bis heute. In: oberstaufen.info. Abgerufen am 5. Januar 2021.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  5. Bauernhausmuseum s’huimatle. In: oberstaufen.de. Abgerufen am 5. Januar 2021.
  6. Pistenplan Hündle - Thalkirchdorf - Panoramakarte Hündle - Thalkirchdorf - Karte Hündle - Thalkirchdorf. In: bergfex.de. Abgerufen am 5. Januar 2021.
  7. Doppelmayr/Garaventa-Imagebroschüre 2012, Seiten 54/55
  8. Hündle-Imberg Bahn. Abgerufen im Jahr 2012.