Thomas Roth-Berghofer

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Thomas Roth-Berghofer (2013)

Thomas Karl Richard Roth-Berghofer, geb. Berghofer (* 2. Februar 1967 in Butzbach) ist ein deutscher Informatiker und Schriftsteller. Zusammen mit seiner Ehefrau schreibt er Romane unter dem Sammelpseudonym Alex Thomas. Er war zuvor als Hochschullehrer für Künstliche Intelligenz an der University of West London tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth-Berghofer wuchs in Neustadt an der Weinstraße auf und absolvierte 1986 das Abitur am dortigen Leibniz-Gymnasium. Nach seiner Militärzeit als Wehrpflichtiger in Koblenz studierte er von 1987 bis 1997 Informatik mit dem Nebenfach Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Kaiserslautern (TU Kaiserslautern).[1] Während des Studiums war er Teilhaber und Programmierer eines Softwareunternehmens. Er schloss sein Studiums als Diplom-Informatiker ab und arbeitete anschließend als Softwareingenieur, Consultant und Software Quality Manager[1] bei der Universitätsausgründung Tecinno GmbH in Kaiserslautern (heute empolis Information Management GmbH[2]).

Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte promovierte Roth-Berghofer 2002 an der TU Kaiserslautern bei Michael M. Richter und Hans-Dieter Burkhard über Themen der Künstlichen Intelligenz (KI) mit der Arbeit Knowledge Maintenance of Case-Based Reasoning Systems. The SIAM Methodology.[1][3] Anschließend kehrte er zu Forschung und Lehre zurück. Er wechselte dazu 2002 als Researcher an das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern.[1] Mehrere Jahre war er Mitglied im Betriebsrat des Unternehmens.[4] Das von der EU geförderte Projekt MedCIRCLE unter der Leitung von Gunther Eysenbach und der technischen Leitung von Roth-Berghofer wurde 2004 mit dem Janssen-Cilag Zukunftspreis ausgezeichnet.[5]

2010/11 übernahm Roth-Berghofer zunächst die Professur „Datenbanken und Informationssysteme“ an der Stiftung Universität Hildesheim, bevor er im September 2011 an den Lehrstuhl Artificial Intelligence (dt. ‚Künstliche Intelligenz‘) an der University of West London (UWL) in London berufen wurde.[1] Anfang 2017 gab er seine Professur an der UWL auf.

Roth-Berghofers wissenschaftliche Schwerpunkte sind insbesondere die „Erklärungsfähigkeiten von (intelligenten) Softwaresystemen“. Diesem Thema widmete er sich nach seiner Promotion, nachdem sein Fokus durch seine Tätigkeit zunächst auf die Problematik der Wissenswartung in KI-Systemen gerichtet war. Er initiierte die Workshop-Reihen „International Workshops on Philosophy and Informatics“ (WSPI),[6] „International Workshops on Modeling and Retrieval of Context“ (MRC)[7] und „International Workshops on Explanation-aware Computing“ (ExaCt).[8]

Romanautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenduo „Alex Thomas“ (2016)

Roth-Berghofer kehrte 2017 nach dem negativen Ausgang des EU-Mitgliedschaftsreferendums im Vereinigten Königreich nach Deutschland zurück.[9] Zusammen mit seiner Ehefrau wurde er in Bremen ansässig, wo er seitdem als freier Schriftsteller tätig ist. Thomas Roth-Berghofer schreibt seit 2010 gemeinsam mit seiner Frau Ramona Roth (* 1962), die seit den 1990er Jahren im Buch- und Medienbetrieb als Übersetzerin und Lektorin arbeitet, Romanreihen unter dem Sammelpseudonym Alex Thomas.[10] Erschienen sind bisher die Romanreihen „Catherine Bell“ und „Paula Tennant“. Die Romanreihe um die rebellische Nonne Catherine Bell zählt zu den Vatikan- und Mystery-Thrillern. Die Reihe um die US-amerikanische Ermittlerin Paula Tennant wird seit 2018 veröffentlicht.

Wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth-Berghofer ist Autor und Herausgeber von mehr als 100 wissenschaftlichen Publikationen.[1][11] Dazu gehören:

  • Explanation and Case-Based Reasoning: Foundational Issues. In: Peter Funk, Pedro A. González Calero (Bearb.): Advances in Case-Based Reasoning. 7th European conference, ECCBR 2004. Madrid, Spain, August/September 2004. Proceedings (= Lecture notes in computer science, Nr. 3155). Springer, Berlin/Heidelberg 2004, ISBN 978-3-540-22882-0, S. 389–403 (englisch; Konferenzschrift).
  • mit Michael M. Richter: On explanation. In: KI – Künstliche Intelligenz, 22. Jahrgang, Nr. 2/2008, S. 5–7 (englisch).
  • mit Björn Forcher, Stefan Agne, Andreas Dengel: Intuitive Justifications of Medical Semantic Search Results. In: Engineering Applications of Artificial Intelligence (EAAI), Nr. 30, April 2014, S. 1–17 (englisch).

Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roman-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catherine-Bell-Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lux Domini. Blanvalet Verlag, München 2011, ISBN 978-3-764-50369-7; Taschenbuch: 2012, ISBN 978-3-442-37946-0; English Edition: 2018, ISBN 978-1-983-05871-4.
  2. Engelspakt. Blanvalet Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-37989-7.
  3. Engelszorn. Blanvalet Verlag, München 2015, ISBN 978-3-734-10015-4.
  4. Blutpforte. Blanvalet Verlag, München 2017, ISBN 978-3-734-10016-1.

Paula-Tennant-Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Tränen der Kinder. Edition M, Luxemburg 2018, ISBN 978-1-503-95421-2.
  2. Das Labyrinth des Blutes. Edition M, Luxemburg 2018, ISBN 978-2-919-80156-5.
  3. So finster der Zorn. KDP/A + T Books, Bremen 2019, ISBN 978-1-091-53687-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Roth-Berghofer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Professor Thomas Roth-Berghofer. In: uwl.ac.uk. University of West London (UWL), abgerufen am 8. Juli 2019 (englisch).
  2. Jens Ihlenfeld: Bertelsmann-Tochter empolis übernimmt tecinno. In: Golem.de. 20. Dezember 2000, abgerufen am 8. Juli 2019.
  3. Thomas Roth-Berghofer: Knowledge Maintenance of Case-Based Reasoning Systems. The SIAM Methodology (= Dissertationen zur künstlichen Intelligenz. Band 262). Akademische Verlagsgesellschaft Aka, Berlin 2003, ISBN 3-89838-262-1 (englisch, zugleich Dissertation, Universität Kaiserslautern 2002).
  4. Der DFKI-Betriebsrat: Neuer DFKI-Betriebsrat gewählt. In: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) (Hrsg.): Newsletter DFKI. Nr. 2/2006, S. 15 (Digitalisat auf dfki.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 8. Juli 2019]).
  5. Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI): Forschungsprojekt MedCIRCLE wird mit dem Janssen-Cilag Zukunftspreis ausgezeichnet. In: dfki.de. 31. März 2004, abgerufen am 8. Juli 2019 (Pressemitteilung).
  6. WSPI '04. First International Workshop on Philosopy and Informatics 2004. Gregor Büchel, Bertin Klein, Thomas Roth-Berghofer (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2004, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
    WSPI '05. Second International Workshop on Philosophy and Informatics. Gregor Büchel, Bertin Klein, Thomas Roth-Berghofer (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2005, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
    WSPI 2008. Fifth International Workshop on Philosophy and Informatics. Manuel Möller, Thomas Roth-Berghofer, Wolfgang Neuser (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2008, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
  7. MRC '04. First International Workshop on Modeling and Retrieval of Context. Thomas Roth-Berghofer, Stefan Schulz (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2004, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
    MRC '05. Second International Workshop on Modeling and Retrieval of Context. Thomas Roth-Berghofer, Stefan Schulz, David B. Leake (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2005, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
  8. ExaCt 2008. Explanation-aware Computing. Thomas Roth-Berghofer, Stefan Schulz, Daniel Bahls, David B. Leake (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2008, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
    ExaCt 2010. Explanation-aware Computing. Thomas Roth-Berghofer, Nava Tintarev, David B. Leake, Daniel Bahls (Bearb.). In: ceur-ws.org. 2010, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
  9. Andreas Kurth: Alex Thomas. In: Krimi-Couch.de. Juni 2018, abgerufen am 14. Juli 2019 (Interview mit dem Autorenduo Alex Thomas).
  10. Vgl.: Interview mit Ramona und Thomas Roth-Berghofer (Alex Thomas). In: autorenforum.de. The Tempest, Ausgabe 13-04, 20. April 2011, abgerufen am 9. Juli 2019.
  11. Dr. Thomas Roth-Berghofer – Google Scholar Citations. In: scholar.google.de. Abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).