Thomas Westphal

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Thomas Westphal (2018)

Thomas Westphal (* 22. Februar 1967 in Lübeck[1]) ist seit dem 1. November 2020[2] im Zuge der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2020 Oberbürgermeister der Stadt Dortmund.[3] Der Diplom-Volkswirt[1] und Politiker (SPD) war zuvor Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund sowie im Beirat der Wirtschaftsförderung metropoleruhr (wmr).[4] Von 1993 bis 1995 war er Bundesvorsitzender der Jusos.[5]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westphal wuchs in Lübeck auf und studierte Volkswirtschaftslehre im zweiten Bildungsweg an der Hochschule für Politik und Wirtschaft in Hamburg. Er ist langjähriger Mitherausgeber der Spw – Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft.[6]

Nachdem Westphal ab 2010 Geschäftsführer Wirtschaftsförderung metropoleruhr (wmr) war,[7] übernahm er 2013 den Posten des Geschäftsführers der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund.[5] Zuvor war er bei der Rhenus AG, der SCI Verkehr GmbH und ISA Consult sowie zuletzt der Wincanton GmbH in Weinheim tätig.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung initiierte Westphal seit Ende 2014 eine neue wirtschaftspolitische Ausrichtung der Stadt Dortmund.

Westphal bezeichnet Gründungen von neuen Unternehmen als „entscheidenden Antriebsmotor“ für den Strukturwandel in Dortmund.[8] Durch die Ansiedlung neuer, wissensintensiver Start-Ups und eine Vergrößerung der Niederlassungen von lokalen Unternehmen soll Dortmund ein wichtiger Standort für Innovationen werden. Konkret bedeutet dies die Etablierung neuer Forschungsinstitute und Hochschulen sowie die langfristige Bindung von Gründern an Dortmund. So soll durch Bindung von Fachkräften und Gewerbesteuereinnahmen am Standort Dortmund die gesamtstädtische Nachfrage nach Dienstleistungen wie Gastronomie, Hotellerie und Handel gesteigert werden.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge und Juso-Bundesvorsitzender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Westphal war zunächst in Lübeck und Schleswig-Holstein bei den Jusos sowie in der SPD aktiv. Er gehörte der Strömung an, die sich selbst „Juso-Linke“ nannte und auch als „Stamokaps“ bezeichnet wurde.

1993 wurde Westphal auf dem Bundeskongress der Jusos zum Vorsitzenden gewählt. Auf dem Juso-Bundeskongress in Gera im Mai 1995 wurde er mit einer Stimme Mehrheit gegenüber seinem Gegenkandidaten Stephan Grüger von den sogenannten Reformsozialisten wiedergewählt. Weil ungültige Stimmen für Westphal mitgezählt und aus verschiedenen Landesverbänden Delegierte gemeldet worden waren, die nicht korrekt gewählt waren, erklärte die Bundesschiedskommission der SPD die Vorsitzendenwahl wenige Wochen später jedoch für ungültig. Daraufhin fand ein außerordentlicher Bundeskongress der Jusos mit Neuwahlen in Bonn-Bad Godesberg statt. Westphal verzichtete dort auf eine erneute Kandidatur und schlug Andrea Nahles als seine Nachfolge vor.[10]

SPD-Vize und Oberbürgermeister von Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit April 2018 ist Westphal stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Dortmund. Er war Kandidat der SPD zur Kommunalwahl 2020 für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund.[11] Im ersten Wahlgang am 13. September erreichte er 35,87 % der Stimmen[12] und zog in die Stichwahl am 27. September ein, in der er sich mit 52,06 % gegen den CDU-Kandidaten Andreas Hollstein durchsetzen konnte.[13] Sein Amt trat er am 1. November 2020 an. Er folgte damit auf Ullrich Sierau (SPD), der nicht mehr kandidiert hatte.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Westphal lebt seit 1996 in Dortmund.[5] Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Westphal wird neuer Geschäftsführer der wmr. In: experconsult.de. Archiviert vom Original am 10. April 2017; abgerufen am 9. April 2017.
  2. AfD Dortmund zwingt OB Sierau in Sondersitzung und fordert dort seinen Rücktritt – und das kurz vor seinem Rücktritt. In: ruhr24.de. Abgerufen am 27. September 2020.
  3. Oberbürgermeisterstichwahl – Kommunalwahlen / RVR-Wahl 2020 in der Stadt Dortmund – Gesamtergebnis. In: wahlen.digistadtdo.de. 26. Juli 1997, abgerufen am 28. September 2020.
  4. Aufsichtsrat & Beirat. In: business.metropoleruhr.de. 23. März 2017, abgerufen am 9. April 2017.
  5. a b c https://www.wr.de/staedte/dortmund/thomas-westphal-wird-neuer-geschaeftsfuehrer-id7910211.html
  6. Das sind wir! In: spw.de. 17. Februar 2010, abgerufen am 9. April 2017.
  7. PresseBox (c) 2002-2019: Thomas Westphal wird neuer Geschäftsführer der wmr, Business Metropole Ruhr GmbH (BMR), Pressemitteilung – PresseBox. 28. September 2010, abgerufen am 5. September 2019 (deutsch).
  8. Michael Schnitzler: Zwei Brüder werben für den Gründerstandort Dortmund und die Gründermesse „Die Initiale“. Abgerufen am 5. September 2019.
  9. Drucksache Nr.: 13824-14. Abgerufen am 5. September 2019.
  10. Henning Sußebach: Andrea Nahles, neue Vorsitzende der Jusos. In: berliner-zeitung.de. 9. April 2017, abgerufen am 9. April 2017.
  11. Unser OB-Kandidat: Thomas Westphal. Abgerufen am 5. Dezember 2019.
  12. Oberbürgermeisterwahl – Kommunalwahlen / RVR-Wahl 2020 in der Stadt Dortmund – Gesamtergebnis. Abgerufen am 3. Oktober 2020.
  13. Oberbürgermeisterstichwahl – Kommunalwahlen / RVR-Wahl 2020 in der Stadt Dortmund – Gesamtergebnis. Abgerufen am 3. Oktober 2020.
  14. Westphal ist neuer Wirtschaftsförderer. Abgerufen am 5. September 2019.