Tibar

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Tibar
Bucht von Tibar bei Ebbe.
Der Suco Tibar liegt am östlichen Rand der Gemeinde Liquiçá, an der Grenze zu Dili. Der Ort Tibar liegt im Osten an der Küste der Gemeinde.
Daten
Fläche 49,35 km²[1]
Einwohnerzahl 4.211 (2015)[1]
Chefe de Suco Bento Correia da Conçeicão
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Fatunia 790
Libaulelo 1.257
Mau-Soi 1.201
Turleu 963
Tibar (Osttimor)
Tibar
Tibar
Koordinaten: 8° 34′ S, 125° 29′ O

Tibar ist ein osttimoresischer Ort und Suco im Verwaltungsamt Bazartete (Gemeinde Liquiçá). 1936 wurde Tibar von den Portugiesen in Nova Algés umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[2]

Der Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Tibar liegt im Osten an der Küste der Gemeinde Liquiçá

Der Küstenort liegt an der Bucht von Tibar (Baía de Tibar), südlich der Landspitze Ponta Açoilo, 12 km westlich von der Landeshauptstadt Dili und 14 km östlich von der Gemeindehauptstadt Vila de Liquiçá, auf einer Meereshöhe von 52 m. Tibar liegt verkehrsgünstig an der gut ausgebauten nördlichen Küstenstraße. Eine weitere Straße führt von hier aus Richtung Railaco, Gleno und Ermera ins Bergland des Inselinneren. Zudem verfügt Tibar über eine Anlegestelle für Boote.

Im Ort gibt es eine Grundschule, die Escola Primaria Tibar,[3] und eine medizinische Station.[4]

Der Suco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tibar
Orte Position[5] Höhe
Fahite 8° 37′ S, 125° 28′ O 461 m
Fatunia 8° 35′ S, 125° 29′ O 140 m
Husbuk 8° 34′ S, 125° 29′ O 38 m
Kampungbaru 8° 34′ S, 125° 29′ O 88 m
Libaulelo 8° 34′ S, 125° 30′ O 52 m
Mau-Soi 8° 37′ S, 125° 28′ O ?
Pokolo 8° 37′ S, 125° 29′ O 389 m
Rihiu 8° 40′ S, 125° 31′ O 903 m
Tibar 8° 34′ S, 125° 29′ O 52 m
Turlio 8° 36′ S, 125° 29′ O 184 m
Bucht von Tibar
Mangroven in Tibar

In Tibar leben 4.211 Einwohner (2015), davon sind 2.175 Männer und 2.036 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 85,3 Einwohner/km². Im Suco gibt es 730 Haushalte.[1] Fast 70 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Fast 28 % sprechen Mambai, kleine Minderheiten Tetum Terik, Kemak, Makasae und Tokodede.[6]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Tibar eine Fläche von 45,25 km².[7] Nun sind es 49,35 km².[1] Der Suco liegt im Osten des Verwaltungsamts Bazartete am Südufer der Straße von Ombai, die hier die Tibarbucht bildet. Im Westen liegt der Suco Ulmera. Östlich befindet sich der Suco Comoro (Verwaltungsamt Dom Aleixo, Gemeinde Dili), südöstlich der Suco Fatisi (Verwaltungsamt Laulara, Gemeinde Aileu) und südlich der Suco Taraco (Verwaltungsamt Railaco, Gemeinde Ermera). Im Süden entspringt der Fluss Rihlu, der beim Ort in die Bucht mündet. Der Rio Comoro bildet die Grenze zu Fatisi und Taraco.[8] In Tibar gibt es einen der seltenen Mangrovenwälder Osttimors. In Tibar hat man mit einem Pilotprojekt zur Wiederaufforstung begonnen.

An der nördlichen Küstenstraße liegen neben dem Ort Tibar die Dörfer Husbuk, Libaulelo und Kampungbaru. An der Überlandstraße nach Süden liegen die Ortschaften Fatunia, Turleu (Turlio), Pokolo, Rihiu, Fahite (Fahita, deutsch Schweinedung) und Mau-Soi. In Fahite befindet sich die zweite Grundschule des Sucos.[4]

Im Suco befinden sich die vier Aldeias Fatunia, Libaulelo, Mau-Soi und Turleu.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1893 kam es in Tibar zu einer Choleraepidemie.

Am 7. Dezember 1975 landeten um 6 Uhr morgens bei Ponta Tibar schwere Landungsboote der Indonesier. Dies war Teil der Invasion in deren Folge Osttimor besetzt wurde. Ende 1979 befand sich in Tibar ein indonesisches Transit Camp für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[10] 1999 kam es im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendums zu blutigen Ausschreitungen gegen Unabhängigkeitsbefürwortern durch pro-indonesische Milizen.

Im Rahmen der Unruhen in Osttimor 2006 lieferten sich Mitglieder der Verteidigungskräfte Osttimors mit meuternden Soldaten am 24. Mai 2006 bei Tibar und Comoro ein Gefecht. Vier Menschen starben. Am 6. Juni 2006 versammelten sich 2.500 Gegner von Premierminister Alkatiri in Tibar an einem Kontrollpunkt malaysischer Soldaten für eine Demonstration. Nach Gesprächen mit Außenminister José Ramos-Horta gaben sie dort ihre Waffen ab, bevor sie nach Comoro und das Zentrum von Dili weiterzogen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Bento Correia da Conçeicão zum Chefe de Suco gewählt[11] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[12]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischteiche und Salzfelder in Tibar
In der Bucht ist ein Hafen geplant

An der Bucht befinden sich Fischteiche. Außerdem wird Meersalz gewonnen. Seit 2016 betreibt die indonesische Pabrik Gas hier eine Abfüllfabrik für Sauerstoff. Am 14. Juni 2017 wurde der erste Spatenstich für den Bau des neuen Hafens von Dili in der Bucht von Tibar vollzogen.[13][14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tibar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Boletim Oficial, XXXVII Ano - Numero 21, Govêrno Colonial, Diploma Legislativo N°85, 27. Mai 1936.
  3. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  4. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 486 kB)
  5. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  6. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Tibar (tetum; PDF; 8,2 MB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  8. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  10. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  12. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  13. Regierung Osttimors: Ground Breaking Ceremony for the Tibar Port Project, 16. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2017.
  14. Lao Hamutuk: Tibar Bay Port PPP, 2014, abgerufen am 26. Juni 2015.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM