Tierbekleidung

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Die Bekleidung von Haustieren nach menschlichem Vorbild ist ein gesellschaftlich umstrittenes Phänomen. Bei einigen Haustieren - Hunde- oder Katzenrassen - kann eine Bekleidung, die vor Kälte oder Nässe schützt, notwendig sein, da den Tieren die natürlichen Schutzmechanismen im Namen einer falsch verstandenen Ästhetik oder Zuchtstandards gezielt weggezüchtet wurden.

Hundebekleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundepullover

Als Hundepullover wird ein Textil bezeichnet, welches dem Schutz des Rumpfes von Haushunden vor Umwelteinflüssen dient. Prinzipiell unterscheidet man zwischen drei Anwendungsbereichen:

  • Witterungsschutz: Bei einigen Hunderassen ist infolge angezüchteter genetischer Defekte die Schutzfunktion des natürlichen Haarkleides nicht mehr gewährleistet. Die Aufgaben des Fells werden somit durch ein entsprechendes Kleidungsstück übernommen, welches sowohl vor Kälte schützt als auch die Schädigung der Haut durch UV-Strahlung verhindert.
  • Medizinische Anwendung: Nach operativen Eingriffen im Bereich des Rumpfes kann ein Hundepullover die Verwendung eines Halskragens zur Verhinderung des Benagens der Wunde überflüssig machen. Diese Alternative steigert die Lebensqualität der Tiere im Zeitraum der Anwendung erheblich, da die allgemein üblichen Halskragen einen Schalltrichtereffekt hervorrufen und den Hund in seiner Bewegungsfähigkeit stark einschränken. Hygienisch ist diese Verwendung jedoch nicht unkompliziert, da besonders bei Rüden häufig eine Verschmutzung durch Urin erfolgt. Weiterhin werden Hundepullover bei mit Haarausfall verbundenen Endokrinopathien (Cushing-Syndrom, Hypothyreose, Hyperöstrogenismus) eingesetzt, um die Funktion des Fells vorübergehend zu ersetzen.[1]
  • Verwendung als modisches Accessoire: Im Zuge der Vermenschlichung von Hunden und zum Demonstrieren des sozialen Status der Besitzer dient der Hundepullover dem Unterstreichen dieser Funktion.

Tierschutzgedanke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Standpunkt des Tierschutzes ist nur die Anwendung als medizinisches Hilfsmittel unbedenklich. Hunderassen, bei denen ein wesentliches Zuchtziel die Einschränkung ihrer Lebensfähigkeit ist, werden gemeinhin auch als Qualzuchten bezeichnet. Der Einsatz des Hundepullovers ist mithin nur die Endkonsequenz eines tierschutzwidrigen Rassestandards. Der Einsatz als Modeartikel ist vom Tierschutzgesetz bei konsequenter Auslegung untersagt, da das Tier an seiner natürlichen Lebensweise gehindert wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tierbekleidung – Sinn oder Unsinn? bei tierarztfibel.de, abgerufen am 2. Mai 2016.