Tobias Michael

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Tobias Michael (* 13. Junijul./ 23. Juni 1592greg. in Dresden; † 26. Junijul./ 6. Juli 1657greg. in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Thomaskantor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eintrag Michaels in das Album Amicorum von Burchard Großmann, 1625

Der Sohn des franko-flämischen Komponisten Rogier Michael (1552–1619) und Bruder der Organisten Christian Michael (um 1593–1637) und Samuel (um 1597–1632) war seit 1601 Kapellsänger am Dresdner Hof. Nachdem er ab 1609 Schulpforta besuchte, studierte Tobias Michael in Leipzig und Wittenberg Theologie. 1619 wurde er Kapellmeister der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen in der Trinitatiskirche in Sondershausen. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1621, bei dem auch die Kirche komplett zerstört wurde, bekam Michael eine Anstellung als Stadtschreiber.

1631 wurde er als Nachfolger von Johann Hermann Schein Thomaskantor der Thomasschule zu Leipzig. Sein dortiger Nachfolger wurde 1657 Sebastian Knüpfer.

Von Michael sind zwei Bände mit Motetten und geistlichen Konzerten unter dem Titel „Musikalische Seelenlust“ (1634–1637) sowie sechs- bis achtstimmige Gelegenheitswerke (überwiegend konzertierende Motetten zu Hochzeiten und Begräbnissen) überliefert. Der Stil entsprach der jenerzeit in Deutschland weit verbreiteten Venezianischen Schule.

Die Motette für seine eigene Begräbnisfeier komponierte Tobias Michael mehrere Jahre vor seinem Tod.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moriz Fürstenau: Michael, Rogier. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 21, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 674–676. (dort erwähnt)
  • Horst Leuchtmann: Michael. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 422 f. (Digitalisat). (Familienartikel)
  • Martin Geier (Hrsg.): Köstliches Aqua vitae Oder Lebens-Wasser ... aus Joh 3, 13.14. Köler, Leipzig 1657. [Leichenpredigt]
  • Emil Kneschke: Zur Geschichte des Theaters und der Musik in Leipzig. Fleischer, Leipzig 1864, S. 166.
  • Friedrich Lampadius: Die Kantoren der Thomasschule zu Leipzig. Ein biographisches Denkmal deutschen Tonmeistern gewidmet. Steffen, Leipzig 1902, S. 17f.
  • Arnold Schering: Musikgeschichte Leipzigs in drei Bänden. Zweiter Band: von 1650 bis 1723. Kistner & Siegel, Leipzig 1926.
  • Alfred Baumgartner: Propyläen Welt der Musik. Die Komponisten. Ein Lexikon in fünf Bänden, Vierter Band: Mendelsohn – Sarti. Bearb. Ausg., Propyläen, Berlin/Frankfurt am Main 1989, S. 40.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christliche Gedancken über den mühseligen Lebenslauff Hn. Tobias Michael, Chori Musici Directoris allhier, Welcher er etliche Jahr vor seinem seligen Absterben mit eigener Hand 5. Stimmig gesetzt, und bey seiner Beerdigung zu musiciren begehret, welches geschehen den 30. Junii 1657. Hahn, Leipzig 1657

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tobias Michael – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien