Tomas Venclova

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Tomas Venclova, Warschau 2007

Tomas Venclova (* 11. September 1937 in Memel) ist ein litauischer Dichter, Schriftsteller und Übersetzer. Er ist der Sohn des Politikers und Schriftstellers Antanas Venclova.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tomas Venclova war Gründungsmitglied der litauischen Helsinki-Gruppe.[1] Sie forderte von der Besatzungsmacht, der Sowjetunion, die Verpflichtungen aus dem Kapitel VII („Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, einschließlich der Gedanken-, Gewissens-, Religions- oder Überzeugungsfreiheit“) der im Jahre 1975 unterzeichneten Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa einzuhalten. Deshalb musste er 1977 emigrieren. Nach der Wiedergewinnung der litauischen Unabhängigkeit mahnte er sein Volk, sich der Mitverantwortung und Mittäterschaft beim Holocaust in Litauen zu stellen.[2]

Venclova lehrt an der Yale University, USA, russische und osteuropäische Literatur. Im Sommersemester 2010 hatte Tomas Venclova die Samuel-Fischer-Gastprofessur für Literatur an der Freien Universität Berlin inne.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tomas Venclova schreibt in litauischer und russischer Sprache. In deutscher Übersetzung sind erschienen:

  • Vor der Tür das Ende der Welt. Gedichte. Übertragen von Rolf Fieguth, Interlinearübersetzung von Claudia Sinnig-Lucas. Mit einem Essay von Joseph Brodsky. ROSPO-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-930325-32-2.
  • Vilnius. Stadtführer. Paknio, Vilnius 2002, ISBN 9986-830-64-8.
  • Vilnius. Eine Stadt in Europa. Übersetzt von Claudia Sinnig. Suhrkamp (= Edition Suhrkamp, 2473), Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-12473-0.
  • Gespräch im Winter. Gedichte. Übersetzt von Claudia Sinnig und Durs Grünbein. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-41913-7.
  • Der magnetische Norden. Tomas Venclova erinnert sich an Czesław Miłosz, Joseph Brodsky und Anna Achmatowa. Aus dem Englischen und mit einer Nachbemerkung von Claudia Sinnig. In: Schreibheft, Heft 81, 2013, S. 53–96.
  • Der magnetische Norden. Gespräche mit Ellen Hinsey. Erinnerungen. Suhrkamp, Berlin 2017. ISBN 978-3518-42633-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Bird (Hrsg.): Sankirtos. Studies in Russian and eastern European literature, society and culture. In honor of Tomas Venclova, Frankfurt am Main 2008

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Venclova became a honorary citizen of Vilnius, Pressemeldung vom 3. April 2013 auf der Webseite der European Foundation of Human Rights (EFHR), abgerufen am 6. September 2016.
  2. Tomas Venclova: Jews and Lithuanians. In: Ders.: Forms of hope. Essays. Sheep Meadow Press, Riverdale-on-Hudson 1999, ISBN 1-878818-70-8, S. 43–51.
  3. Veranstaltungsforum Holtzbrinck Publishing Group
  4. T.Venclovai - aukščiausias Lenkijos apdovanojimas
  5. Neue Zürcher Zeitung vom 16. Mai 2014
  6. Tomas Venclova tapo Vilniaus miesto garbės piliečiu