Tonkabohnenbaum

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Tonkabohnenbaum
Tonkabohnen

Tonkabohnen

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Dipterygeae
Gattung: Dipteryx
Art: Tonkabohnenbaum
Wissenschaftlicher Name
Dipteryx odorata
(Aubl.) Willd.

Der Tonkabohnenbaum (Dipteryx odorata)[1], auch Toncabaum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dipteryx in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Sie kommt im nördlichen Südamerika vor. Ein Anbau erfolgt in Südamerika, auf Trinidad und im tropischen Afrika.[1] Die Samen dieser Art werden Tonkabohnen genannt und in der Küche verwendet; es finden sich auch die Bezeichnungen Toncabohnen, Tongobohnen oder Tonkobohnen.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

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Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Tonkabohnenbaum wächst als Baum.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten sind zygomorph.

Es werden Hülsenfrüchte gebildet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das weite natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Venezuela über Französisch-Guayana, Guyana sowie Surinam und die brasilianischen Bundesstaaten östliches Amazonas, nördliches Mato Grosso sowie Pará bis Kolumbien und das östliche Peru. Ein Anbau erfolgt in Kenia, Nigeria, Trinidad, Venezuela und Brasilien.[1]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1775 unter dem Namen (Basionym) durch Jean Baptiste Christophe Fusée Aublet in Coumarouna odorata in Histoire des Plantes de la Guiane Françoise, 2, S. 740–742, Tafel 296. Die Neukombination zu wurde 1802 durch Carl Ludwig von Willdenow in Species Plantarum, 4. Auflage, 3, 2, S. 910 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Dipteryx odorata (Aubl.) Willd. sind: Coumarouna tetraphylla (Benth.) Aubl., Dipteryx tetraphylla Benth..[3][4][1]

Verwendung[Bearbeiten]

Als Tonkabohne wird der mandelförmige Samen des Tonkabaumes bezeichnet. Tonkabohnen haben einen süßlichen, der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanille-Ersatz verwendet. Als Gewürz werden sie sehr sparsam in Desserts verwendet, die häufig auf Mohn oder Kokos basieren. Daneben benutzt man sie in Keksen und Kuchen. Sie sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben. Für Desserts auf Sahne- oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehn Mal verwendet werden). Ebenso können sie auch in Rum eingelegt werden. Wegen des Gehalts an Cumarin (zwei bis drei Prozent[5]), das im Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist der Gebrauch zurückgegangen.

Der Tonkabohne wird eine hypnotische erotisierende Wirkung nachgesagt, sie findet häufig bei der Herstellung von Herrenparfums Verwendung. Bei der Aromatisierung von Pfeifentabak und frisch gerieben als Räuchersubstanz werden Tonkabohnen ebenfalls verwendet.

Tonkafrucht

Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Die Verwendung der Tonkabohne ist nur erlaubt, wenn die zulässigen Höchstwerte für Cumarin in der zubereiteten Speise nicht überschritten werden. Cumarin gehört als Toxin laut Aromenverordnung EG 1334/2008 zu den Stoffen, die Lebensmitteln nicht als solche zugesetzt werden dürfen (Anhang III, Teil A der Aromenverordnung) und unterliegt bestimmten Höchstmengen, wenn es von Natur aus in Aromen oder Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften vorkommt (Anhang III, Teil B). Die zulässigen Höchstmengen liegen je nach Art des Lebensmittels zwischen 5 mg/kg bei Dessertspeisen und 50 mg/kg bei traditionellen und/oder saisonalen Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist.[6] Die Höchstgrenzen gelten für Cumarin als Aromastoff in Lebensmitteln, nicht jedoch bei der Verwendung als Riechstoff, wie beispielsweise in Parfums oder Kerzen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Verwendung der Tonkabohne in Lebensmitteln durch die Food and Drug Administration[7] untersagt.

In Südamerika werden ihr große magische und heilende Kräfte zugesprochen, als Schutzamulett gegen Krankheiten, in der Geldbörse für Wohlstand und Erfolg sowie zur Erfüllung von Wünschen.

Literatur für Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Dipteryx odorata im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Juni 2013.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 136.(online).
  3. Datenblatt bei International Legume Database Information Service = ILDIS – LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38 vom 20. Juli 2010.
  4. Dipteryx odorata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 21. Juni 2013.
  5. Rudolf Hänsel, Otto Sticher: Phenolische Verbindungen. In: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-26508-5, S. 1141–1314.
  6. Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 (Aromenverordnung).
  7. 2006 CFR Title 21, Band 3. Abgerufen am 6. Juli 2009.