Truppenübungsplatz Arys

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Preußische Kavallerie auf dem Truppenübungsplatz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Der Truppenübungsplatz Arys war und ist ein Truppenübungsplatz in Ostpreußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ist Arys, feldmäßige Truppenparade wahrscheinlich am Ende eines Manövers

Der Übungsplatz wurde 1891 bei der Kleinstadt Arys, Kreis Johannisburg (Regierungsbezirk Allenstein) angelegt.

Nahegelegene Garnisonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masuren gehörte um 1893 zum Ersatz- und Garnisonsbezirk der 2. Division (zum 1. Armeekorps in Königsberg gehörig), der Landkreis Neidenburg jedoch zum 17. Armeekorps (Danzig).

Das 1. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 45 lag in Lötzen und das 2. und 3. Bataillon in Lyck. Dort lag auch das 8. Ulanen-Regiment.

Das 1. Jäger-Bataillon lag in Ortelsburg und das 1. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 146 in Sensburg. Diese Einheit wurde 1908 nach Allenstein verlegt. Dafür kamen 1909 drei Bataillone des Infanterieregiments Nr. 151 nach Sensburg.

Kaiserzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Relativ spät wurde Arys an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Zunächst wurde 1905 die Strecke zur Kreisstadt Johannisburg (Pisz) eröffnet, ein Jahr später war die Verbindung nach Lötzen fertiggestellt und 1915 kam die Verbindung Sensburg–Lyck hinzu. Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke stieg die Bedeutung des Truppenübungsplatzes. Schließlich konnte nun auch schweres Gerät und Waffen transportiert werden. Außerdem konnten entferntere Einheiten wie etwa aus Königsberg den Truppenübungsplatz nutzen. Ab 1913 war Angerburg erneut Garnisonsstadt.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 7. bis 8. September 1914 kam es auf dem Truppenübungsplatz zum Gefecht von Arys. Die zahlreichen Toten auf beiden Seiten machen die Anlage eines Ehrenfriedhofs in Arys notwendig.

Am 14. Dezember 1916 nahm sich der Maler Waldemar Rösler, vom Krieg psychisch und physisch zerrüttet, dort das Leben.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1929, 15. November 1938 und am 10. Juli 1940 übergab die Gemeinde Arys weitere Gutsbezirke zur Erweiterung des Truppenübungsplatzes um ca. 20.000 Hektar. Masuren, wie auch Ostpreußen waren Aufmarschgebiet der Wehrmacht im Polenfeldzug wie auch im Krieg gegen die Sowjetunion. Entsprechend wurde der Truppenübungsplatz genutzt. Viele Einheiten wurden hier zusammengestellt und für den Kriegseinsatz ausgebildet: so z. B.

Aber Arys war auch ein Erprobungsgebiet für neue Waffen. So wurden der Wehrmacht und Hitler etwa der Sturmpanzer VI und ein maßstabsgetreues Holzmodell des Jagdpanzer VI Jagdtiger am 20. Oktober 1943 vorgeführt. Außerdem wurden während des Zweiten Weltkrieges hier freiwillige flämische und niederländische SS-Einheiten ausgebildet. Arys war bei den Soldaten wegen seiner abgelegenen Lage in der hintersten Ecke des Reiches, nicht sehr beliebt. In Hans-Joachim Andersons Buch: Die Füchse sagen: "Gute Nacht!" wird darauf angespielt. Die Aussage wird sich wohl auf den sogenannten "Fuchsberg" beziehen, einem Hügel auf dem Truppenübungsplatz (längs der Johannesburger Chaussee), der wohl in mancher Übung einbezogen wurde. Viele Soldaten- und Feldpostkarten hatten das Motiv einer unwirtlichen Gegend, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 wurde auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes ein Internierungslager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD errichtet. Nach Übernahme durch die polnische Armee wird der Truppenübungsplatz bis heute militärisch genutzt.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den meisten Landsern wurde die Einöde der masurischen Landschaft durch den folgenden Spruch markiert, der auch häufig auf Postkarten wiedergegeben wurde:
Hier halten die Wölfe treu die Wacht,
die Füchse sagen gute Nacht.[1]
Daher wurde der Wolf und der Fuchs auch häufig auf Postkarten abgebildet.

Postkarten vom Truppenübungsplatz Arys[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Proving ground Orzysz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anderson, Jans-Joachim:Die Füchse sagen: "Gute Nacht!". Der Truppenübungsplatz Arys und seine Post, 2001 S. 21.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anderson, Jans-Joachim:Die Füchse sagen: "Gute Nacht!". Der Truppenübungsplatz Arys und seine Post, 2001.
  • Jähnig, Bernhart: Stadtwerdung von Arys. Ein Beitrag zum 550. Gründungstag am 3. März 1993.
  • Peylo, Dietrich: Arys/ Ostpreußen, die kleine masurische Stadt mit dem großen Truppenübungsplatz in Bilddokumenten, 2009.

Koordinaten: 53° 45′ 18″ N, 21° 58′ 46″ O