Truppenfahnen der Bundeswehr

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Truppenfahne der Bundeswehr Abmessung: 1 × 1 Meter
Zum Vergleich: Dienstflagge der Bundesbehörden (Bundesdienstflagge) der Bundesrepublik Deutschland Dienstflagge an Land und zur See?
Übergabe der Truppenfahnen an das Heer am 24. April 1965 im Preußenstadion in Münster – hier übergibt Generalleutnant Ulrich de Maizière als Inspekteur des Heeres persönlich die Truppenfahnen an 17 ausgewählte Bataillone.
Deutsches Fahnenkommando (Eurokorps) bei der Parade zum 14. Juli in Paris.

Die Truppenfahnen der Bundeswehr wurde vom Bundespräsident Heinrich Lübke am 18. September 1964 per Anordnung für Bataillone und entsprechende Verbände „als äußeres Zeichen gemeinsamer Pflichterfüllung im Dienst für Volk und Staat“ gestiftet.[1]

Anordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Anordnung über die Stiftung der Truppenfahnen für die Bundeswehr“ (BwFahnAnO) wurde am 18. September 1964 (BGBl. I S. 817) veröffentlicht (Textnachweis ab 20. Oktober 1964).[2]

Eingangsformel
Als äußeres Zeichen gemeinsamer Pflichterfüllung im Dienst für Volk und Staat stifte ich für Bataillone und entsprechende Verbände Truppenfahnen in den Farben schwarz-rot-gold mit Bundesadler.
§ 1
Die Truppenfahne ist die Bundesdienstflagge in quadratischer Form (100 × 100) aus schwerem Seidenstoff. Der Bundesadler ist gestickt. Das Fahnentuch ist mit schwarz-rot-goldener Kordel und goldenen Fransen eingefaßt.
§ 2
(1) Das Fahnentuch ist an einem schwarzen Fahnenstock befestigt. Ein Metallring um den Fahnenstock trägt die Bezeichnung des Truppenteils.
(2) Die Spitze des Fahnenstocks ist ausgebildet als ein ovaler Eichenlaubkranz mit einem Eisernen Kreuz in der Mitte.
§ 3
(1) Das mit schmalem Goldstreifen gefaßte Fahnenband in der Waffenfarbe des Truppenteils ist am Fahnenstock angebracht.
(2) Auf dem Fahnenband ist das Emblem der Teilstreitkraft und die Bezeichnung des jeweiligen Truppenteils eingestickt.
§ 4
Der Bundesminister der Verteidigung wird ermächtigt, die zu dieser Anordnung erforderlichen Durchführungsbestimmungen zu erlassen.
Schlußformel
Der Bundespräsident (Heinrich Lübke)
Der Bundeskanzler (Ludwig Erhard)
Der Bundesminister der Verteidigung (Kai-Uwe von Hassel)

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gründung 1956 hatte die Bundeswehr zunächst bewusst auf Truppenfahnen (spezielle Fahnen für Truppeneinheiten) verzichtet, um eine Abgrenzung zur militärischen Tradition aufzubauen. Bei zeremoniellen Anlässen, insbesondere zusammen mit den NATO-Partnern, zeigte sich jedoch immer wieder der Bedarf an entsprechenden Fahnen, die dann zum Teil in Eigenregie hergestellt wurden. Um dem Wildwuchs ein Ende zu setzen, wurde 1964 die Anordnung über die Stiftung der Truppenfahnen für die Bundeswehr erlassen.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellvertretend für die gesamte Bundeswehr verlieh Bundespräsident Heinrich Lübke dem Wachbataillon in Bonn die erste Truppenfahne am 7. Januar 1965. Am 24. April 1965 traten Abordnungen von 319 Bataillonen des Heeres zusammen mit den Abordnungen der Luftwaffe in Münster an, um aus der Hand ihrer Inspekteure (Inspekteur des Heeres, Inspekteur der Luftwaffe) die Truppenfahnen entgegenzunehmen. Zeitgleich erhielt die Deutsche Marine auf dem Gelände der Marineunteroffizierschule in Plön ihre Truppenfahnen vom Inspekteur der Marine.[5]

Mitte der 1990er Jahre erhielten auch Regimenter, Höhere Kommandobehörden und Schulen ihre Truppenfahnen.[6]

Die erste Truppenfahne der Bundeswehr befindet sich heute in den Beständen des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung (Bendlerblock) in Berlin. Als Symbol für die Integration der Bundeswehr in das Staatsgefüge und ihre Verpflichtung auf die freiheitliche demokratische Grundordnung ist die Truppenfahne fester Bestandteil einer eigenen Tradition der Bundeswehr in der Demokratie.[5]

Vorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Vorbeimarsch der Truppenfahne erweisen uniformierte Gäste der Truppenfahne den militärischen Gruß. Ebenso grüßt der Führer der angetretenen Formation. Alle anderen in der Formation (hier die Ausbilder und zur Vereidigung angetretenen Offizieranwärter der Crew VII/06) grüßen durch Blickwendung.

Truppenfahnen spielen insbesondere bei Empfängen mit militärischen Ehren und Gelöbnissen eine große Rolle. Werden Truppenfahnen im Rahmen solcher oder entsprechender Ereignisse im marschierenden Verband mitgeführt, haben Soldaten in Uniform ihnen gegenüber dem militärischen Gruß zu erweisen. Eine in einer Ehrenformation eingetretene Truppenfahne wird beim Abschreiten der Front im Gegensatz zur alten kaiserlichen Armee und der Wehrmacht nicht gesenkt.[7]

Die Truppenfahnen der Bundeswehr werden nur bei folgenden Gelegenheiten gesenkt:

Beim Senken der Fahne soll das Tuch den Boden möglichst nicht berühren. In anderen Ländern wie Großbritannien oder Österreich dagegen ist es üblich, den Fahnenstock auf dem Boden aufzulegen, so dass das Tuch ganz auf dem Boden zu liegen kommt.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Truppenfahnen der aufgelösten Verbände werden an das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt zur Aufbewahrung übergeben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Truppenfahne Protokoll Inland der Bundesregierung Artikel vom 12. Februar 2011
  2. Anordnung über die Stiftung der Truppenfahnen für die Bundeswehr
  3. Babak Zand: Der erste Fahnenträger der Bundeswehr. (Memento vom 11. August 2014 im Internet Archive) streitkraeftebasis.de, 25. November 2013.
  4. Deutsche Flaggen
  5. a b Online-Redaktion Heer: Die Truppenfahne. Bundeswehr, 25. November 2013, abgerufen am 6. März 2016.
  6. Udo Hagemeister: Übergabe der Truppenfahne mit Fahnenband. Streitkräftebasis, 22. September 2014, abgerufen am 6. März 2016 (neue Truppenfahne der Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben).
  7. Truppenfahnen für die Bundeswehr. In: treff.bundeswehr.de. Bundeswehr, abgerufen am 6. März 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Truppenfahne der Bundeswehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien