Trzebiel

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Trzebiel
Wappen von Trzebiel
Trzebiel (Polen)
Trzebiel
Trzebiel
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Żary
Geographische Lage: 51° 39′ N, 14° 50′ OKoordinaten: 51° 39′ 0″ N, 14° 50′ 0″ O
Einwohner: 1342 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 68-212
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Droga krajowa 12
Nächster int. Flughafen: Poznań
Breslau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 1 Ortschaft
27 Schulzenämter
Fläche: 166,59 km²
Einwohner: 5764
(31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 35 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0811082
Verwaltung (Stand: 2014)
Gemeindevorsteher: Marek Iwlew
Adresse: ul. Żarska 41
68-212 Trzebiel
Webpräsenz: www.trzebiel.pl



Trzebiel [ˈtʂɛbjɛl] (deutsch Triebel, sorbisch Trjebule) ist eine Gemeinde in der polnischen Woiwodschaft Lebus im Landkreis Żary mit knapp 6000 Einwohnern, von denen rund 1350 im gleichnamigen Hauptort wohnen. Der größte Teil der Gemeinde gehört zum polnischen Teil der Niederlausitz.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Euroregion Neiße am nordöstlichen Ende der geologisch bemerkenswerten Hügelkette Muskauer Faltenbogen. Die Europastraße 36 (BerlinCottbusBreslau) führt nördlich an Trzebiel vorbei.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt führt das rote Hirschhorn der Biebersteiner im Wappen.

Blasonierung: In Gold eine fünfendige rote Hirschstange mit Grind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1301 wurde der Ort erstmals als opidum Trebule erwähnt, 1336 die veste Trebule (Burg Trebule). Es gehörte zum Markgrafentum Niederlausitz. In dieser Zeit lebte hier überwiegend slawische Bevölkerung. Der Ort war spätestens seit dem 14. Jahrhundert Mittelpunkt der Herrschaft Triebel. Er gehörte in dieser Zeit den Herren von Hakeborn Seit 1400 dann der Familie von Bieberstein. 1457 wurde Triebel erstmals als Stadt bezeichnet. Eine offizielle Stadtrechtsverleihung ist nicht erhalten.

Seit dem 16. Jahrhundert wurden nach der Reformation in der Kirche von Triebel Gottesdienste in niedersorbischer Sprache abgehalten. Die Stadtkirche wurde zur wendischen Kirche, für die deutsche Bevölkerung wurde eine eigene Kirche im Westteil der Kirche errichtet.

Triebel war eine Ackerbürgerstadt, mit stark ländlichem Charakter. Neben dem Anbau von Getreide, Tabak und weiterer Landwirtschaft waren Leineweber, Tuchmacher und Töpfer in der Stadt tätig.

Sächsische Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1635 gehörte Triebel wie der Großteil der Niederlausitz zum Kurfürstentum Sachsen. Mit der sächsischen Germanisierungspolitik des 18. Jahrhunderts wurde die niedersorbische Sprache immer mehr zurückgedrängt. Ab 1808 gab es keine sorbischen Predigten mehr in Triebel.[3]

Preußische Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 kam die Stadt mit der Niederlausitz zum Königreich Preußen im Kreis Sorau. Die Grenze zur Oberlausitz verlief 4 Kilometer südlich. Es wurde Sitz eines Amtsgerichts. Am 15. Juni 1898 wurde Triebel mit Eröffnung der Strecke Muskau–Sommerfeld an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im frühen 20. Jahrhundert gab es eine Glashütte in Triebel.[4]

Bei den Kämpfen im Rahmen der Niederschlesischen Operation im Februar 1945 blieb die Stadt größtenteils verschont. Nur die Kirche und wenige Häuser in deren Nähe wurden zerstört.[5]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg bezogen polnischen Neuansiedler die Anwesen, an denen Land und Nebengebäude zur Verfügung standen. Unbewohnte Gebäude, darunter das Rathaus und fast alle Bürgerhäuser rund um den Marktplatz, wurden ab 1947 abgetragen. Die Steine waren für den Wiederaufbau der Stadt Warschau vorgesehen.[5]

Nach der Übernahme durch die polnische Verwaltung verlor Trzebiel die Stadtrechte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtschloss, erbaut im 16. und 17. Jahrhundert im Renaissancestil, 1729 umgebaut im Barockstil
  • Stadtmauer, Reste aus dem 15. Jahrhundert
  • Kirche, in den 1960er Jahren neu errichtet, davor mittelalterliche wendisch-deutsche Doppelkirche, um 1560 wurde in der Stadtkirche ein zweites querliegendes Schiff zwischen Turm und Hauptschiff eingebaut, die alte Kirche wurde von der wendischen Gemeinde genutzt, bis 18. Jahrhundert in wendischer/niedersorbischer Sprache, das querliegende Schiff nutzte die deutsche Stadtgemeinde, 1945 schwer beschädigt, dann abgerissen[6]

Gmina Trzebiel

  • Im Dorf Buczyny (Buckoka) befindet sich ein Freilichtmuseum, das die niedersorbische Vergangenheit der Region darstellt.

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Trzebiel besteht aus den Orten Bogaczów (Reichersdorf), Bronowice (Braunsdorf), Buczyny (Buckoka, 1937–1945 Buchenberge), Bukowina (Buchholz), Chudzowice (Bernsdorf), Chwaliszowice (Quolsdorf b. Tschöpeln), Czaple (Tschöpeln, 1936–1945 Töpferstedt), Dębinka (Tzschecheln, 1937–1945 Eichenrode), Gniewoszyce (Gebersdorf), Jasionów (Jeßmenau), Jędrzychowice (Groß Hennersdorf), Jędrzychowiczki (Klein Hennersdorf), Kałki (Kalke), Kamienica nad Nysą Łużycką (Kemnitz), Karsówka (Mühlbach), Królów (Krohle), Łuków (Bogendorf), Marcinów (Merzdorf b. Priebus), Mieszków (Beinsdorf), Niwica (Zibelle), Nowe Czaple (Neu Tschöpeln, 1936–1945 Birkenstedt), Olszyna (Erlenholz), Przewoźniki (Hermsdorf b. Priebus), Pustków (Gut Tschöpeln), Rytwiny (Rinkendorf), Siedlec (Zelz), Siemiradz (Neudorf), Stare Czaple (Alt Tschöpeln, 1936–1945 Lindenhain), Strzeszowice (Tzschacksdorf), Trzebiel (Triebel), Wierzbięcin (Kochsdorf), Włostowice (Roßnitz), Żarki Małe (Klein Särchen) und Żarki Wielkie (Groß Särchen).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt wirkende Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde lebende Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gmina Trzebiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Mai 2017
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  3. Peter Kunze: Sorbische Reminiszenzen aus Forst und Umgebung. In: Lětopis. 53, 1, 2006, ISSN 0943-2787, S. 35–51.
  4. Otto Constantin, Erwin Stein: Monographien deutscher Landschaften Band II. Der Landkreis Sorau N.L. Berlin 1925, S. 43–45
  5. a b Angela Hanscke: Unvergessene Geschichte in Film und Saal. Lausitzer Rundschau, 21.August 2017, S. 15.
  6. Alfred Roggan: Die Große den Wenden, die kleine den Deutschen... Wendisch-deutsche Doppelkirchen in der Niederlausitz. In: Alte Kirchen. 2015 (pdf)
  7. Johann Tobias Richter Leipziger Biographie
  8. Karl Heinrich Julius Endemann Deutsche Biografie
  9. Heinsius, Balthasar Heinrich