Turmhügel Herrngiersdorf

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Turmhügel Herrngiersdorf

Lageplan der Turmhügelburg Herrngiersdorf auf dem Urkataster von Bayern

Staat Deutschland
Ort Herrngiersdorf
Entstehungszeit mittelalterlich
Burgentyp Höhenburg, Motte
Erhaltungszustand Turmhügel mit einem Ringgraben
Geographische Lage 48° 47′ N, 12° 4′ OKoordinaten: 48° 47′ 27″ N, 12° 4′ 18,7″ O
Höhenlage 427 m ü. NHN
Turmhügel Herrngiersdorf (Bayern)

Der Turmhügel Herrngiersdorf befindet sich in der Gemeinde Herrngiersdorf im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Die Turmhügelburg (Motte) liegt etwa 280 m östlich vom Ortsmittelpunkt in einem Wäldchen, das sich in der Nähe des Siegersbaches befindet. Die Anlage wird als „Turmhügel des Mittelalters“ unter der Aktennummer D-2-7238-0235 im Bayernatlas geführt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kreisrunde Turmhügel liegt auf einer natürlichen Abplattung. Er hat einen Durchmesser von 14 Metern, ein umlaufender Ringgraben mit einer Tiefe von 0,4 und einer Breite von ca. 2 m ist noch erhalten. Für die Innenfläche bleibt eine Größe vom 10 m Durchmesser. Durch rezente Ablagerungen ist der Bestand der Grabenanlage gefährdet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage befand sich in der Nähe einer Abzweigung der Altwegtrasse, die von Regensburg über Paring bis nach Landshut verlief. Sie ist auf die Herren von Giersdorf zurückzuführen, ein Ministerialengeschlecht, das dem Kloster Geisenfeld zugeordnet wird. Um 1143 erscheint ein „Geruch de Gibestorf“ in Traditionen des Klosters Rohr. Mitte des 12. Jahrhunderts erhält eine Frau mit Einverständnis des Gerung von Giersdorf für ihre Söhne das Ministerialenrecht von dem Kloster zugesprochen. Ein jüngerer Gerung von Giersdorf taucht ebenfalls als Zeuge 1160/80 in Klosterurkunden auf. 1166/68 wird ein Reginold von Giersdorf und 1180 noch ein Heinrich von Giersdorf genannt. Gerung von Giersdorf erscheint nochmals 1211, als er einige Censuale an das Kloster Geisenfeld übergibt. Vermutlich nach diesem letzten der Herren von Gierdorf wurde die Burg zugunsten der Burg am westlichen Dorfrand von Herrngiersdorf aufgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Auer: Befestigungen und Burgen im Landkreis Kelheim vom Neolithikum bis zum Spätmittelalter. Verlag der Weltenburger Akademie Aventinum e.V., Abensberg 2008, S. 228.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bodendenkmäler der Gemeinde Herrngiersdorf, abgerufen am 9. Februar 2021.