Ubersitz

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Der Ubersitz, auch Übersitz, ist ein Brauch im Haslital (Berner Oberland), bei dem am Jahresende böse Geister vertrieben werden sollen.

Der Brauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trychelzug Meiringen 1947

In der Altjahrswoche werden im Haslital alljährlich die bösen Geister, Gespenster und Dämonen bis zum Jahresende mit dem Ubersitz vertrieben. Der Brauch stammt aus vorchristlicher Zeit. In den langen Winternächten um die Sonnenwende, wurden nach heidnischer Auffassung die Lebenden von den Toten heimgesucht. Man versuchte den Dämonen zu imponieren und Angst einzujagen. Sich selber durfte man dabei nicht zeigen und man versteckte sich hinter einer schaurigen Maske welche Angst einflössen sollte. Mit zusätzlich erzeugtem Lärm wurden die Toten dann endgültig ins Jenseits verbannt und vertrieben. Dazu wurden unter anderem Rufhörner und Ratschen benutzt.

Mit den ersten Treicheln und Kuhglocken aus der Landwirtschaft formierten sich allmählich Trychelzüge. Lange Zeit wurden nur Treicheln und Glocken benutzt. Aus Kostengründen wurden die Treicheln aus Stahlblech oftmals selbst hergestellt. Diese weisen eine flache und kantige Bauweise auf. Wenige Originale und Repliken können heute noch vereinzelt in Trychelzügen beobachtet werden. Die Treicheln und Glocken sind heute erheblich grösser und schwerer. Die ersten Trommeln brachten vermutlich Söldner (Tambouren/Trommler) aus fremden Kriegsdiensten mit und begleiteten fortan die Treicheln und Glocken mit einem sich wiederholenden Trommelmarsch, dem Trychelmarsch.

Ungeschriebenes Gesetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rälle und Rufhorn

Die Trychelwoche erstreckt sich vom 26. Dezember bis zum Neujahr. Lange Zeit galt die Weihnachtsnacht vom 25. auf den 26. Dezember als heilig und es war verpönt, bereits um Mitternacht mit dem Trycheln zu beginnen. Aus Respekt und Rücksicht der Strenggläubigen, wurde die Altjahrswoche erst am Folgetag begonnen. Heute halten sich an dieses ungeschriebene Gesetz nur noch die Trychelzüge von Willigen und Eisenbolgen. Getrychelt wird in der Altjahrswoche jeden Abend bis in die frühen Morgenstunden. Die Nachmittage gehören den jugendlichen Nachwuchs-Trychlern, welche bereits ab Vorschulalter trycheln.

Der Höhepunkt am Ende der Trychelwoche ist der Ubersitz. Der Ubersitz darf jedoch nie auf einen Sonntag fallen. Dies ergibt je nach Wochentag im Kalender eine lange oder kurze Trychelwoche. Bei einer kurzen Trychelwoche darf nach dem Ubersitz nochmals unverkleidet bis zum Neujahr getrychelt werden. Das Gesetz wurde nie schriftlich festgehalten, sondern wird von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.

Régiment des Gardes Suisses unter Louis XVI, 1786 Tambour-Major und Tambour

Trychelmarsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tambouren

Woher der Marsch stammt, kann nicht abschliessend gesagt werden. Es wird vermutet, dass dieser ebenfalls durch Söldner oder sogenannte Reisläufer aus der Fremde ins Haslital gebracht wurde. Schweizer Söldner, darunter viele Hasler, standen bis ins 19. Jahrhundert in den Diensten von Frankreich, Spanien, Sardinien, Savoyen, Österreich, Holland (Republik der sieben vereinigten Provinzen), England und der päpstlichen Garde in Rom. Ein vergleichbarer Marsch ist in der alten schweizerischen Ordonnanzmarsch-Sammlung jedenfalls nicht bekannt. Die Ordonnanzmärsche wurden von 1819 bis 1845 überarbeitet und erneuert.

Trychelzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treichler und Glockner

Getrychelt wird in der Altjahrswoche in allen Dörfern des Haslitals. Nach Aufstellen der Formation eines Zuges (von zwei bis zu sechs Reihen) setzt sich dieser in langsamem und rhythmischem Gleichschritt in Bewegung und trychelt durch die Gassen des Dorfes. Voran die Trommeln, gefolgt von Treicheln und Glocken. Der getrommelte Marsch ist auf den Rhythmus der Treicheln und Glocken genau abgestimmt. Der Trychelzug legt jeweils nach einem Kehr (Trychel-Runde) in einem zuvor bestimmten Wirtshaus Pause ein. Treffen zwei Trychelzüge aufeinander, so wird durch die Reihen hindurch gekreuzt. Früher kreuzten die Züge nebeneinander, was aus Platzgründen dann oft zu Streitigkeiten und Tätlichkeiten führte. Ein Trychelzug besteht im Durchschnitt aus ca. 40 bis 180 Trychlern. Im Haslital gibt es derzeit neun Trychelzüge. Die Trychelzüge stammen aus den Dörfern Meiringen, Willigen, Hausen, Eisenbolgen, Unterbach, Innertkirchen, Hasliberg, Gadmen und Guttannen und unterscheiden sich durch Instrumentenwahl und Anzahl Trychler. Die Trychelzüge Meiringen, Willigen, Hausen, Eisenbolgen, Innertkirchen, Guttannen und Hasliberg formieren sich mit Trommel, Treichel und Glocke. Grundsätzlich führen die Tambouren von Meiringen, Willigen und Hausen die alten Schweizer Armee-Ordonnanztrommeln mit. Eisenbolgen, Innertkirchen, Hasliberg und Guttannen hingegen benutzen die hohen Basler-Trommeln. Der Trychelzug Hasliberg führt am Ubersitz jedoch nur grosse Treicheln mit. Die Trychelzüge Unterbach und Gadmen Treicheln und Glocken. Die Trychelzüge Gadmen und Guttannen besuchen Meiringen in der Regel am Abend vor dem Ubersitz. Die Gadmer tragen dabei einheitlich das weisse Eintraghemd (Kaputzenhemd zum Eintragen von Heu). Während der Altjahrswoche sind im Dorf Meiringen hauptsächlich die Trychelzüge von Meiringen, Willigen und Hausen unterwegs.

Trychelmajor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Trychelzug besitzt einen Trychel-Major oder einen Trychel-Meister. Dieser trägt die Verantwortung für den Trychelzug, schaut zu Recht und Ordnung und organisiert mit den anderen Trychelmajoren den Ablauf der Altjahrswoche.

Schniggeln und Botzelen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schulpflichtigen Buben von Willigen gehen in der Altjahrswoche schniggeln. Es verkleiden sich jeweils die ältesten zwei Buben als Mann und Frau, in sogenannte Botzeni, gehen von Haus zu Haus und betteln um Geld, Lebkuchen, Mandarinen, Nüsse, Kekse und andere Süssigkeiten. Der Ertrag wird unter den Kindern schliesslich aufgeteilt. In Geissholz, einem Dorf oberhalb von Willigen wie auch in Guttannen Schniggeln alle Kinder. In Guttannen nennt man den Brauch jedoch Botzelen. Bis in die 1930er Jahre war das Schniggeln im ganzen Tal verbreitet.

In alter Zeit wurde in Willigen beim Schniggeln durch die Schulbuben jeweils folgender Spruch vorgetragen:

«Auf Geissholz hat’s viel Steine und auf Zaun viel Stöck. Hier metzget man die Schweine, am Hasliberg die Böck. Und in den kalten Nächten, da hat man keinen Durst. Drum wollen wir euch bitten und gebt uns eine Wurst.»

Memento mori[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Nacht in der Altjahrswoche, trychelt der Zug von Meiringen neben Kirche und Friedhof vorbei. Direkt vor dem Friedhof hält der Zug an und trychelt zwei Marschdurchgänge im Stillstand, um den Verstorbenen zu gedenken.

Bei einem jüngst verstorbenen Dorfbewohner, wurde früher an dessen Haus aus Respekt nicht vorbei getrychelt.

Ubersitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweizer Armee-Ordonnanztrommel 1875

Am Ubersitz, dem Höhepunkt der Altjahrswoche, verkleiden sich die Trychler von Meiringen, Willigen, Hausen, Eisenbolgen, Innertkirchen und Guttannen in sogenannte Botzeni. Besonders beliebte Kostüme sind dabei junge und alte Frauen, Hexen und furchterregende Gestalten. Die Eisenbolgner verkleiden sich fast ausschliesslich mit Naturmaterialien. Der Trychelzug Unterbach trägt traditionell den Chüjermutz (Samtjacke mit Puffärmeln). Die Hasliberger und Gadmer trycheln unverkleidet. Die Innertkirchner, Gadmer und Guttanner verbringen den Ubersitz jeweils in den eigenen Dörfern. Der Trychelzug von Guttannen beginnt am Abend des Ubersitzes unverkleidet mit trycheln. Danach begeben sich die Trychler nach Hause zu ihren Angehörigen. Um Mitternacht treffen sich die Trychler verkleidet als Botzeni erneut und trycheln weiter. Im Wirtshaus wird nicht gesprochen und die Masken nicht entfernt. Dorfbewohner erraten nun, wer unter der Maske steckt. Gewonnen hat der letzte Unerkannte. Der Trychelzug Innertkirchen kommt traditionsgemäss erst am Ubersitzmorgen ins Dorf Meiringen und zieht sich nach ein paar Kehren wieder nach Innertkirchen zurück. Das Wort Ubersitz entstand, weil man sich erst am nächsten Tag zur Ruhe begibt. In dieser Nacht bleiben die Wirtshäuser bis am nächsten Tag geöffnet. Die Strassen von Meiringen sind beim Auftritt eines nahenden Trychelzuges von Zuschauern dicht besiedelt. Leute von nah und fern, darunter viele in der Fremde wohnende Hasler, treffen sich hier und wohnen dem Ubersitz bei. Einige Trychelzüge trycheln bis am nächsten Abend. Hauptort am Ubersitz ist Meiringen.

Huttewybli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huttewybli

Die Züge Meiringen, Willigen und Hausen werden von einem sogenannten Huttewybli angeführt. Eine alte kleine Frau mit Hutte (Rückentragkorb), welche gekrümmt unter der Last ihres, in der Hutte sitzenden Mannes durch die Gassen läuft und den Weg für die Trychelzüge frei bahnt. Der Legende nach soll die betagte Frau ihren betrunkenen, leichtgewichtigen und nicht mehr gehfähigen Mann, jeweils aus dem Wirtshaus in der Hutte nach Hause getragen haben. In Wirklichkeit läuft der in der Hutte sitzende Mann. Beim Wybli handelt es sich um eine an der Hutte fixierte Puppe. Das erste und somit älteste Huttewybli besitzt der Trychelzug von Meiringen. Es wurde in den frühen 1970er Jahren eingeführt.

Schnabelgeiss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnabelgeiss

Die Trychelzüge Willigen, Hausen und Innertkirchen werden zudem von einer Schnabelgeiss angeführt. Eine Schnabelgeiss besteht aus einem ca. 2 Meter hohen Holzgestell welches auf den Schultern getragen wird und mit weissem oder schwarzem Leinentuch umhüllt ist. Auf dem Kopf sind Ziegenhörner oder grosse Ohren befestigt. Der grosse hölzerne Schnabel kann mit Hilfe eines Seil-Mechanismus durch den Träger geöffnet und geschlossen werden. Die Schnabelgeiss verscheucht liebend gerne die Kinder und versucht mit ihrem Schnabel derer Mützen zu stehlen. Ein Gerücht besagt, wenn eine junge Frau von der Schnabelgeiss gepickt wird, so werde diese im nächsten Jahr schwanger.

Rufhorn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rufhorn

Nachweislich führte der Trychelzug Meiringen bis in die 1950er Jahre ein Rufhorn mit. Eines der zuletzt verwendeten Rufhörner stammt aus Beständen der Feuerwehr Meiringen und überstand beide Dorfbrände von 1879 und 1891. Erst im Jahr 2016 wurden im Trychelzug Meiringen und Willigen zwei typengleiche Rufhörner wieder eingeführt. Das Horn wird nur sporadisch durch einen bestimmten Trychler, in der Regel ein Treichler oder Glockner, während des Trychelns geblasen und soll Angst und Ehrfurcht einflössen aber auch an vergangene Zeiten erinnern. Rufhörner wurden bereits bei den Kelten, Germanen und Wikingern verwendet, um sich in Kampf verständigen zu können, die Truppen zur Schlacht anzustacheln und den Feind mit einer Art akustischer Kriegsführung zu demoralisieren. Das Rufhorn zählt somit zu den ältesten Blasinstrumenten überhaupt.

Hori[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hori von Willigen

Der Trychelzug Willigen führt zeitweise einen Hornschlitten, (winterliches Fuhrwerk um Heu oder Holz von abgelegenen Alphütten und Wäldern ins Tal zu transportieren) den sogenannten Hori, mit. Dieser wird von 4–5 Botzeni, welche nicht trycheln, hergezogen. Auf dem Hori wird in satirischer Weise, z. B. Plakat mit Sprüchen und Reimen über eine Person, welche im vergangenen Jahr negativ aufgefallen ist, hergezogen. Eines der Botzeni erzählt belustigend von den Ereignissen. Die anderen schützen und verteidigen notfalls ihren Sprecher mit Holzknüppeln vor allfälligen Übergriffen der betroffenen Person.

Ubersitzler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ubersitzler aus dem Jahr 1898

Pünktlich zum Ubersitz erscheint alljährlich die Satirezeitung "Der Ubersitzler". In diesem werden unter anderem Missgeschicke und Verhalten von Talbewohnern vom vergangenen Jahr spottend und ironisch ans Licht gebracht. Der erste "Ubersitzler" erschien bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Aus dem Ubersitzler von 1897 stammt folgende ironische Trychelordnung:

Trychelordnung

  1. Von alters her ist jeder Staatsbürger vom 4. bis zum 50. Altersjahr trychelpflichtig. In Notfällen kann diese Dienstzeit bis auf das 60. Altersjahr ausgedehnt werden.
  2. Von dieser Dienstpflicht sind befreit: Schwerhörige, sowie alle diejenigen welchen das nötige Verständnis und Zartgefühl fehlt.
  3. Jeder Trychler hat sich mit einem entsprechenden Instrument rechtzeitig einzufinden. Verspätungen sind nachzuholen.
  4. Trychlen aller Grössen, Glocken und Plumpen zählen für ein Mannswerk, Tambouren und Bockhörner für zwei Mannswerke.
  5. Bei Wohnungen von solchen, denen das Trycheln nicht zu einer absoluten Notwendigkeit gehört, ist jeweilen ein langsamerer Schritt anzuschlagen, eventuell kurzer Anhalt, und die Instrumente sind mit mehr Gefühl und Nachdruck in Bewegung zu setzen.
  6. Das Trycheln beginnt am ersten Werktag nach Weihnachten und währt bis zum Silvester.

Singen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Wirtshäusern oder auf der Strasse vor einem Trychelkehr, singen die Trychler gemeinsam oft bekannte Jodel- und Heimatlieder. Das Singen trägt zum Zusammenhalt eines Trychelzuges bei. Ein im Tal besonders geschätztes Lied ist "Lengi Zyti". Komponiert wurde es von Johann Rudolf Krenger (1854–1925). Der Text stammt vom Meiringer Ediar Jaun (1854–1913) und handelt vom einfachen aber glücklichen Leben eines einheimischen Ziegenbauers. Das Lied wird jedes Jahr durch den Trychelzug von Willigen am Ende des Ubersitzes gemeinsam gesungen. Das Lied ist oft auch auf Beerdigungen von Dorfbewohnern zu hören.

Lengi Zyti[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn d'Stärne wein erleschen, dr Heiterluft no geid,

ziehn i mid minen Geissen hinüs uf Trift und Weid.

Bir alte Wättertanne dert ufem schmalen Grad,

mag i mis Hein erchennen, da stahn i frei und spat.


Miis Wiibelti und d'Bützen, mier hei schoon ihrer dri,

si losen wien i jützen und sin ech zwäg derbi.

Äs schweichd sin rote Lüder zum Zeichen dass mi gherd,

und fahrd eis uber d'Öigen, wils a nem Trändli wehrd.


Im Herbschd wes afad chalten, d'Geiss nimme z'Frässen hein,

und fascht nid mee si z'phalten, de zehmer gägen hein.

Bin Wyb und Chind deheime isch d'Lengiziiti fir,

da bin i froh und glickli, als armä Geissepüür.


Und chumen i am Aaben de gsund und grächt em hein,

de chemes mer egägen, grad uber Stock und Stein.

Und d'Mööter stelld is ds Ässen gar frindli uf e Tisch,

da chamme bald vergässe, was eppen ungrads ischd.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher wurde die Altjahrswoche und der Ubersitz in sämtlichen Trychelzügen von Männern betrieben. Frauen sind heutzutage in fast allen Trychelzügen vertreten. Der Trychelzug von Willigen besteht am Ubersitz jedoch ausschliesslich von männlichen Trychlern.

Altjahrssonntag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer kurzen Trychelwoche darf nach dem Ubersitz grundsätzlich bis zum Neujahr nochmals unverkleidet getrychelt werden. Seit den 1930er Jahren trychelt jedoch lediglich der Trychelzug von Willigen am Altjahrsonntag noch einmal nach Meiringen.

Neujahrstrycheln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeweils am Morgen des 01. Januars, treffen sich die Trychler von Guttannen noch einmal zum Neujahrstrycheln. Der Brauch geriet lange Zeit in Vergessenheit. Seit einigen Jahren wird dieser wieder betrieben. Beim Neujahrstrycheln werden nur Glocken verwendet.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Meiringen

Der heidnische Brauch war der Kirche früher seit jeher ein Dorn im Auge. Bemühungen das Trycheln zu verbieten scheiterten stets. Um dem Trycheln ein endgültiges Ende zu setzen, fuhr 1877 der damalige Pfarrer mit seinem Pferdeschlitten in eine Gruppe junger Trychler. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Am Abend darauf, versammelten sich annähernd 200 Trychler aus dem ganzen Hasli und trychelten mehrere Stunden um das Pfarrhaus. Der Pfarrer soll dabei keinen Schlaf gefunden haben. Der Pfarrer wurde darauf in eine andere Gemeinde versetzt. In Bern hiess es schliesslich: "Im Hasli sind Barbaren! Viel schlimmer als in Russland die Tataren!"

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das alte Meiringen, in: Aareschlucht 1888–1938, Kunstanstalt Brügger AG, Meiringen 1938
  • Meinrad Lienert: Sagen und Legenden der Schweiz, Erweiterte Neuausgabe, München 2011, ISBN 978-3-312-00992-3
  • Max Jufer, Rudolf Baumann: Mit Trommel und mit Pfeife, Verlag Merkur Druck AG, Langenthal, ISBN 3-9070-1217-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rhythmische Klänge gegen böse Geister, in: Berner Zeitung, 25. Dezember 2016
  • Paul Schenk: Altjahrsbräuch im Bernbiet, in: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Band 13, 1951 (online)
  • Film Ischtaan-Unterwegs mit dem Trychelzug Schattenhalb, 2014, Trailer