Schattenhalb

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Schattenhalb
Wappen von Schattenhalb
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton BernKanton Bern Bern (BE)
Verwaltungskreis: Interlaken-Oberhasliw
BFS-Nr.: 0786i1f3f4
Postleitzahl: 3860
Koordinaten: 656937 / 174209Koordinaten: 46° 43′ 0″ N, 8° 11′ 0″ O; CH1903: 656937 / 174209
Höhe: 600 m ü. M.
Höhenbereich: 594–3189 m ü. M.[1]
Fläche: 31,54 km²[2]
Einwohner: 550 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 17 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
12,2 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.schattenhalb.ch
Rosenlauigletscher

Rosenlauigletscher

Lage der Gemeinde
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Schattenhalb ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schattenhalb wurde 1834 aus den fünf Bäuerten Falchern, Geissholz, Lugen, Schwendi und Willigen, der Landschaft Hasli geschaffen. Im Gemeindewappen sind diese mit fünf Sternen vertreten. Schwendi ist heute kein Bäuert mehr. Der Name Schattenhalb bezieht sich auf den auf der Schattenseite gelegenen Berghang südlich von Meiringen. Zur Gemeinde gehört auch der Ortsteil Reichenbach bei Meiringen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 767 850 772 864 954 888 830 754 706 574

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schattenhalb liegt im Berner Oberland im Haslital, wo die Aare ihren Anfang hinter Innertkirchen bei Guttannen nimmt. Die Nachbargemeinden von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind Meiringen, Innertkirchen und Grindelwald (11 Kilometer Luftlinie).

Der höchste Berg ist das Wellhorn auf der südwestlichen Gemeindegrenze mit 3191 m ü. M. Auf dem Gemeindegebiet liegen die Privatalpen Rosenlaui/Schönenbühl und Seili sowie die Genossenschaftsalpen Grindel und Kaltenbrunnen. Neben diesen Käsealpen gibt es die Ziegenalp Burgalp. Die Alp Grindel besteht aus den drei Stafeln Gschwantenmad (unterste Stafel), Mettlen und Chrüteren (mittlere) und Grindelfeld (oberste).[5]

Teilweise auf Gemeindegebiet liegt der Rosenlauigletscher. Unterhalb dieses Gletschers befindet sich die Gletscherschlucht Rosenlaui, eine Touristenattraktion, welche vom Tal her durch das Reichenbachtal zu erreichen ist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert lediglich eine Gemischte Gemeinde mit diesem Namen. Eine eigene Kirchgemeinde besteht nicht. Gemeindepräsident ist Andreas Michel (Stand 2018).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupterwerb war bis ins 20. Jahrhundert die Alp- und Viehwirtschaft (Rinder-, Pferdezucht, Alpkäserei) mit Heimbetrieben im Tal und privaten und genossenschaftlichen Alpen.

BKW Energie betreibt am Reichenbach das Kraftwerk Schattenhalb (Schattenhalb 1 und 3).

Tourismus und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Hotel des Alpes
Kurhotel Rosenlaui

In Schattenhalb gibt es eine alte Tourismus-Tradition. Das Willigerbad (später Reichenbachbad) im Ortsteil Reichenbach wurde 1509 erstmals erwähnt. Es besitzt die einzige Thermalquelle im Kanton Bern und erhielt 1681 die Konzession zum Betrieb des Bades. Daneben entstand 1862 das Hotel des Alpes, das später zum Hotel Reichenbach wurde und heute die Privatklinik Meiringen beherbergt. Das Reichenbachtal mit dem Bad Rosenlaui, der Rosenlauischlucht und dem Übergang über die Grosse Scheidegg wurde Ende des 18. Jahrhunderts zur Tourismusdestination auf der sogenannten «Schweizerreise» der Grand Tour. 1899 wurde die Reichenbachfall-Bahn eröffnet. 1912 erhielt die Reichenbachfall-Bahn mit der Trambahn Meiringen-Reichenbach-Aareschlucht einen direkten Anschluss an den Bahnhof der Brünigbahn in Meiringen, der bis 1956 bestand.

Das Bergsteiger- und Wandergebiet ist seit 2007 Teil des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch. Im September findet auf der Alp Gschwantenmad die traditionelle Chästeilet statt.

Schattenhalb besitzt vor allem in der Kernsiedllung Willigen zahlreiche gut erhaltene, wertvolle Einzelbauten und Gebäudegruppen aus vier Jahrhunderten. Drei Rundgänge führen an diesen traditionellen Wohn- und Bauernhäusern des Berner Oberlandes und weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei.[6]

Die 2016 neu gegründete Stiftung «Kraft & Wasser Schattenhalb» konnte das 2010 abgeschaltete Werk Schattenhalb 2 mit den historischen Turbinen übernehmen und will es für das touristische Angebot der Region erschliessen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Blocher (* 1940), alt Bundesrat, heimatberechtigt in Schattenhalb
  • Simon Sulzer (1508–1585), Reformator, geboren in Schattenhalb
  • Raphael Urweider (* 1974), Schriftsteller, in Schattenhalb aufgewachsen
  • Kaspar Willi (1935–2014), Bergführer und ehemaliger Gemeindeschreiber, Autor des Buches Schattenhalb

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaspar Willi: Schattenhalb. Gemischte Gemeinde Schattenhalb 2015, ISBN 978-3-033-04766-2
  • Gemeinde Schattenhalb: Kulturführer Willigen Rosenlaui

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schattenhalb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. Daniel Salzmann: Auf der Alp Grindel wird auf 2100 Metern gekäst. Schweizer Bauer vom 5. August 1915
  6. Gemeinde Schattenhalb: Kulturführer Willigen Rosenlaui