Udaipur

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Udaipur
Udaipur (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Rajasthan
Distrikt: Udaipur
Lage: 24° 35′ N, 73° 41′ OKoordinaten: 24° 35′ N, 73° 41′ O
Höhe: 570 m
Fläche: 56,92 km²
Einwohner: 451.100 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 7925 Einw./km²
Website: Udaipur
Udaipur – Blick auf die Stadt
Udaipur – Blick auf die Stadt

d1

Udaipur (Hindi: उदयपुर, Udayapur) ist eine Großstadt (Municipal Corporation) mit rund 470.000 Einwohnern im Süden des indischen Bundesstaates Rajasthan. Udaipur zählt zu den meistbesuchten Städten des indischen Subkontinents.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udaipur liegt im Aravalligebirge in einer Höhe von ca. 570 m ü. d. M.;[2] die Stadt ist umschlossen von drei künstlich angelegten Seen (Pichhola-See, Fateh-Sagar-See und Udai-Sagar-See), die allesamt über den meist trockenfallenden Ahar verbunden sind; in der Monsunzeit fließen die Regenwassermengen letztlich in den Ganges. Jaipur bzw. Chittorgarh liegen ca. 400 bzw. 120 km (Fahrtstrecke) nordöstlich; Jodhpur befindet sich ca. 260 km nördlich und Ahmedabad, die Hauptstadt des südlich angrenzenden Bundesstaates Gujarat ca. 260 km südwestlich. Das Klima von Udaipur ist wegen der relativen Höhenlage für indische Verhältnisse eher gemäßigt; Regen fällt nahezu ausschließlich während der sommerlichen Monsunzeit.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1991 geführt und regelmäßig veröffentlicht.[4] Der anhaltende Anstieg der städtischen Bevölkerungszahlen beruht im Wesentlichen auf der Zuwanderung von Familien aus dem Umland.

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 308.571 389.438 451.100

Die Bevölkerung besteht zu knapp 73 % aus Hindus, zu etwa 15,5 % aus Moslems und zu knapp 10 % aus Jains; die restlichen ca. 1,5 % entfallen auf Sikhs, Christen und Buddhisten. Der männliche Bevölkerungsanteil ist um ca. 9 % höher als der weibliche.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lake-Palace

Im Umland wird Feldwirtschaft und Viehzucht betrieben. In der Stadt selber haben sich Handwerker, Händler und Dienstleister aller Art angesiedelt. Die wichtigste Rolle für das Leben der Stadtbewohner spielt jedoch der Tourismus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Udaipur war Chittorgarh die Hauptstadt des Reiches Mewar. Im Jahr 1568 eroberten die Truppen des Großmoguls Akbar nach langer Belagerungszeit Chittorgarh und der damalige Herrscher von Mewar, Rana Udai Singh II., verlegte die Hauptstadt nach Udaipur. Unter den Briten konnten die Maharanas von Udaipur große Teile ihrer Souveränität behalten. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) wurde Mewar in den Bundesstaat Rajasthan integriert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Seen, insbesondere der Pichhola-See (Pichhola Jhil), befinden sich in Innenstadtnähe — die Fremdenverkehrswerbung spricht daher von einem „Venedig des Ostens“. Der große Maharadschapalast, in welchem bis 1956 der Maharana von Mewar regierte, wird heute als Museum sowie als Hotel genutzt. Unterhalb des Palasteingangs befindet sich der Jagdish-Tempel. Udaipur, im Besonderen das Lake Palace Hotel, mitten im Pichhola-See gelegen, war Drehort für die in den Jahren 1958/9 gedrehten Fritz Langs Filme Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal sowie von Teilen des James-Bond-Filmes Octopussy mit Roger Moore aus dem Jahr 1983.

Panorama von Udaipur mit ausgetrocknetem und von Feldern übersätem Pichhola-See im Vordergrund (2005)

City Palace Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältester Trakt des Stadtpalastes

Der Stadt-Palast war die Residenz des Maharana. Im selben Gebäudekomplex befindet sich das „City Palace Museum“. Beide liegen auf einem Hügel am südlichen Ufer des Pichhola-Sees. Im Bereich des Palastes ist auch das „Shiv Niwas Palace Hotel“, welches das Restaurant im Vorhof des Museums mit indischen Gerichten versorgt.

Das „City Palace Museum“ zeigt in der Hauptsache drei Gruppen von Exponaten.

  • Einrichtungen aus der Zeit, als dieser Teil des Palastes noch bewohnt war, zum Teil mit figürlichen Darstellungen der tatsächlichen Bewohner.
  • Gemälde oder deren Reproduktionen, welche wesentliche Ereignisse aus der Geschichte der Maharana von Udaipur darstellen.
  • Hinduistische Motive, teils als Gemälde, teils als Tempelnischen; dazu die Architektur des Palastes selbst mit den Darstellungen nicht religiöser Symbole.

Saheliyon Ki Bari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Springbrunnen im Saheliyon-ki-Bari

Der „Garten der Jungfern“, grenzt an den Fateh-See (Fateh Sagar) in Udaipur, liegt also nördlich des Stadtpalastes und wurde im 18. Jahrhundert von Maharana Sangram Singh für die königlichen Damen errichtet. Die Geschichte erzählt, der Garten sei vom Maharana selbst als Geschenk an die Königin und zur Benutzung durch ihre 48 Hofdamen konzipiert worden.

Im Garten befinden sich in vier Wasserbecken zahlreiche Springbrunnen, die aus einem Reservoir gespeist werden, welches zusammen mit den Springbrunnen aus England importiert worden ist. Dies führt auch dazu, dass auf sparsamen Wasserverbrauch geachtet wird und zu Zeiten die Springbrunnen gegen einen Obolus geöffnet werden. Bemerkenswert sind auch Elefanten aus Marmor, sowie vier Kioske, welche von wasserspeienden Vögeln gekrönt sind, wodurch die Illusion fallenden Regens erzeugt werden soll, die vom späteren Maharana Bhopal Singh errichtet wurden.

Auf dem Grundstück befindet sich ein kleines Museum, welches vor allem Einrichtungsgegenstände aus dem königlichen Haushalt zeigt, sowie eine Abteilung mit einfachen technischen Experimenten zur Bildung der Besucher.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lake Palace in der Dämmerung
  • Die gesamte Altstadt von Udaipur mit ihren gewundenen und von Geschäften gesäumten Straßen und Gassen und verschachtelten Häusern strahlt trotz vieler Motorrikschas eine faszinierende Atmosphäre aus, die anderen indischen Städten zumeist fehlt.
  • Der Lake Palace wurde in den Jahren 1743–1746 für Maharana Jagat Singh II., den 62. Maharadscha von Mewar, als Sommerresidenz errichtet. Er ist nach Osten ausgerichtet, damit in der Morgendämmerung der hinduistische Sonnengott Surya angebetet werden kann. Der eine Insel bildende Palast gehört, wie die meisten übrigen Paläste, noch heute der ehemaligen Herrscherfamilie und wird als Luxushotel von der Taj-Gruppe betrieben; er ist nur für Hotelgäste zugänglich. Weltberühmt wurde er als Kulisse für zahlreiche Filme, darunter Der Tiger von Eschnapur (1959) oder James Bond 007 – Octopussy (1983).
  • Der Jag Mandir Palast, ein weiteres Lustschloss, das auf einer Insel im See liegt, wurde im Jahr 1551 begonnen; unter Maharana Jagat Singh I. (1628–1652) entstand der heutige Zustand. Der Palast ist mit Booten zu erreichen und wird als Restaurant genutzt.
  • Der Monsun Palast wurde im Jahr 1884 auf einer Bergspitze über der Stadt errichtet und gewährt einen Panoramablick über Udaipur und bis nach der alten Hauptstadt Chittorgarh. Er liegt in einem Wildpark und ist mit Autos und Rikschas zu erreichen.
  • Das Bagore ki Haveli ist ein ehemals von der Herrscherfamilie benutzter Stadtpalast (haveli), der heute als Museum und als Aufführungsstätte für Tanz- und Puppenspielvorführungen dient. Die Exponate des Museums sind hauptsächlich Gebrauchs- und Schmuckgegenstände der früheren herrschaftlichen Bewohner sowie Malerei im Mewar-Stil.
  • Der Jagdish-Tempel, ein Vishnu geweihter Hindu-Tempel aus dem Jahr 1651, ist das größte religiöse Bauwerk der Stadt. Im Vergleich zu mittelalterlichen Tempeln ist sein Figurenschmuck eher einfach.
Umgebung

Ein Ausflug zum ca. 20 km (Fahrtstrecke) nördlich gelegenen Tempelkomplex von Eklingji und zu den nahegelegenen Tempeln von Nagda ist unbedingt empfehlenswert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Udaipur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Udaipur – Daten
  2. Udaipur – Karte mit Höhenangaben
  3. Udaipur – Klimatabellen
  4. Udaipur – City Population 1991–2011
  5. Udaipur – Census 2011