Ulrich Eibach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ulrich Eibach (* 16. Oktober 1942 in Niederdresselndorf / Kreis Siegen) ist außerplanmäßiger Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Bis Ende 2007 war er Klinikpfarrer am Universitätsklinikum Bonn sowie Beauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland für Fortbildung und Fragen der Ethik in Biologie und Medizin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1963 bis 1970 studierte und legte er sein Staatsexamen in Biologie, Evangelische Theologie und Philosophie in Wuppertal, Heidelberg und Bonn ab. Danach absolvierte er Krankenpflegepraktika in verschiedenen Bereichen der Universitätskliniken Bonn. Im Jahr 1973 promovierte er in Systematischer Theologie (Sozialethik) in Bonn zum Thema "Recht auf Leben – Recht auf Sterben. Anthropologische Grundlegung einer medizinischen Ethik". Als Vikar der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) war er um das Jahr 1974 schwerpunktmäßig im Krankenhaus tätig. Anschließend folgte eine Beschäftigung als Wissenschaftlicher Assistent für Systematische Theologie und Sozialethik an der Universität Bonn bei Martin Honecker bis zum Jahr 1980. Von 1981 bis 2007 war er Klinikpfarrer am Universitätsklinikum Bonn-Venusberg und Beauftragter der EKiR für Fragen der Ethik in Biologie und Medizin. Er habilitierte sich im Jahr 1991 an der Universität Bonn im Fach „Systematische Theologie und Ethik“ und wurde im Jahr 1997 zum apl. Professor für Systematische Theologie ernannt.

Bis heute ist er beteiligt an der ärztlichen Ausbildung in Medizinischer Psychologie und Medizinischer Soziologie am Universitätsklinikum Bonn.[1] Darüber hinaus ist er Mitglied der „Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie[2] und der „Akademie für Ethik in der Medizin“ (Göttingen).[3] Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Institutes für Jugend und Gesellschaft (DIJG).[4]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bioethik, Medizinethik und Krankenhausseelsorge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte von Eibachs Arbeit sind theologische Fragen der Krankenseelsorge, das Verhältnis von „Naturwissenschaft und Theologie“ und vor allem Fragen der „Bio- und Medizinethik“. Er gehört zu den ersten Ethikern, die sich eingehend mit Fragen der Bio- und Medizinethik befasst haben. Schon seine Promotion (1973) befasste sich mit Fragen des Sterbens. 1976 erschien sein umfängliches Buch „Medizin und Menschenwürde. Ethische Probleme in der Medizin aus christlicher Sicht“ (5. Auf. 1997), in dem er sich ausführlich mit Fragen der Sterbehilfe, der Todeszeitbestimmung, der Organentnahme und Organspende u. a. befasst. 1978 und 1985 erschienen die ersten Veröffentlichungen zu ethischen Fragen der Gentechnik (Gentechnik – Der Griff nach dem Leben, 1985), 1983 zur „künstlichen Befruchtung“ und Forschung an Embryonen. Er hat zu fast allen wesentlichen Fragen der medizinischen Ethik schriftlich Stellung genommen. Eibachs Arbeiten sind gekennzeichnet durch seine umfassende Erfahrung als Klinikseelsorger und den stetigen Dialog mit Pflegepersonal und Ärzten in der Klinik sowie im Bereich der Forschung auch mit Biologen. Er ist bemüht, ethische Fragen im klinischen Alltag wie in der Forschung am Universitätsklinikum Bonn zu thematisieren. Seit mehreren Jahren befasst er sich intensiv mit philosophischen, theologischen und ethischen Aspekten, die Neurowissenschaften aufwerfen (siehe Gott im Gehirn? Ich – eine Illusion? 2006). Eibach ist in bio- und medizinethischen Fragen beratend in mehreren kirchlichen und politischen Gremien tätig.

Tod und Sterben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Studien und einer 30-jährigen Erfahrung als Krankenhausseelsorger ist Ulrich Eibach hervorgetreten durch eine Vielzahl von Monographien und Schriften zu den Themen Ethik, Tod und Sterben. Hierbei betont Eibach, dass der Sterbeprozess nicht nur eine objektive Dimension hat, sondern vor allem auch durch das subjektive Erleben geprägt ist. Da die subjektive Seite des Sterbens in den Institutionen des Gesundheitswesens oft zu wenig Berücksichtigung findet, wird die Entwicklung der Palliativmedizin immer wichtiger. Zugänge zur subjektiven Seite des Sterbens findet Eibach in den Träumen der Sterbenden; sie seien pastoral sehr bedeutsam.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universitätsklinikum Bonn – Abteilung für Medizinische Psychologie
  2. Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie
  3. Akademie für Ethik in der Medizin
  4. Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft hat einen wissenschaftlichen Beirat. Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft, Januar 2010, abgerufen am 29. April 2010.