Ulrich F. Opfermann

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Ulrich Friedrich Opfermann (* 1945 in Krefeld) ist ein deutscher Historiker und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich F. Opfermann ist gelernter Industriekaufmann und promovierter Historiker.[1] Er studierte an der Universität Köln und an der Gesamthochschule Siegen Volkswirtschaft, Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften. In den 1970er Jahren war er zeitweise Mitglied der SPD und schloss sich dem Sozialistischen Hochschulbund (SHB) an. Er war studentischer Gründungssenator der GH Siegen.[2]

Er war langjährig Vorstandsmitglied der NS-Gedenkstätte Aktives Museum Südwestfalen in Siegen, für die er bis heute tätig ist, und als solcher im Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten NRW aktiv. Er war bis 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Rom e. V. in Köln und Vorstandsmitglied des Vereins, für den er weiterhin tätig ist.[3] Er ist u. a. Mitglied der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. Als Autor und Forscher liegen seine regionalen Schwerpunkte bei der Geschichte Westdeutschlands und hier im Bereich Nordrhein-Westfalen. Er beschäftigt sich besonders mit der deutschen Nationalismus- und NS-Geschichte sowie mit der Geschichte von Roma, Juden und Jenischen.[4] Er arbeitete zeitweise als Dozent am Historischen Seminar der Universität Siegen. Sein von ihm gemeinsam mit Karola Fings herausgegebener Band Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933-1945 wurde von Gottfried Niedhart als "mit bemerkenswerter analytischer Kompetenz und mit großer Empathie für die Opfer" rezensiert.[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Atomwaffen in unserer Nähe, Vorstand der GEW Siegen - Arbeitsgruppe Friedenserziehung, Siegen 1982
  • Heimat, Fremde. „Ausländereinsatz“ im Siegerland, 1939 bis 1945. Wie er ablief und was ihm vorausging, Siegen 1991
  • "Daß sie den Zigeuner-Habit ablegen". Die Geschichte der "Zigeuner-Kolonien" zwischen Wittgenstein und Westerwald, Lang : Frankfurt am Main 1997, 2. erg. Aufl.
  • Siegerland und Wittgenstein im Nationalsozialismus: Personen, Daten, Literatur. Ein Handbuch zur regionalen Zeitgeschichte, Siegen 2001
  • Seye kein Ziegeuner, sondern kayserlicher Cornet. Sinti im 17. und 18. Jahrhundert. Eine Untersuchung anhand archivalischer Quellen, Metropol : Berlin 2007; Rezension von Stephan Steiner auf recensio.net: [3] und von Wolfgang Wippermann auf Literaturkritik.de: [4]
  • Mit Scheibenklirren und Johlen. Juden und Volksgemeinschaft, Geschichtswerkstatt Siegen : Siegen 2009[6]

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buch-/Zeitschriftenbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Zigeuner“ im Verhör bei Marienthal im Jahre 1696. Zur Situation der „Zigeuner“ in der Grafschaft Sayn-Hachenburg, in: Nassauische Annalen, Bd. 107, 1996, S.111-117
  • Der „Mäckes“ - Zu Geschichte und Bedeutungswandel eines Schmähworts, in: Nassauische Annalen, Bd. 109, 1998, S. 363–386
  • Relikte des Manischen und des Jenischen in Wittgenstein und im Siegerland, in: Klaus Siewert (Hrsg.), Aspekte und Ergebnisse der Sondersprachenforschung. II. Internationales Symposion 28. bis 31. Mai 1997 in Brüssel (Sondersprachenforschung, Bd. 4), Wiesbaden 1999, S. 111–134
  • Zigeunerverfolgung, Enteignung, Umverteilung. Das Beispiel der Wittgensteiner Kreisstadt Berleburg, in: Alfons Kenkmann/Bernd-A. Rusinek (Hrsg.), Verfolgung und Verwaltung. Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden, Münster 1999, S. 67–86
  • The registration of Gypsies in National Socialism. Responsibility in a German region, in: Romani Studies (continuing Journal of the Gypsy Lore Society), 5th Series, Vol. 11, No. 1 (2001), S. 25–52
  • mit Kurt Schilde: „Dynamit im Siegerland“. Der Prozess gegen Siegerländer Kommunisten vor dem Reichsgericht 1925, in: Siegener Beiträge. Jahrbuch für regionale Geschichte, 7 (2002), S. 69–104
  • Aus den Akten eines Inquisitionsprozesses in der Grafschaft Wittgenstein-Hohenstein. Über Armutsdelinquenz und jenisches Leben in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in: Johannes Burkhardt, Ulf Lückel (Hrsg.), Aufsätze zu Geschichte und Naturkunde Wittgensteins. Eberhard Bauer zum 75. Geburtstag, Kreuztal 2004, S. 197–233
  • Zur Situation der „Zigeuner“ in den Territorialstaaten zwischen Main, Lahn und Sieg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Drei Fälle im Vergleich, in: „Diebstahl im Blick“? Zur Kriminalisierung der „Zigeuner“. Herausgegeben im Auftrag der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e. V. von Udo Engbring-Romang und Wilhelm Solms (= Beiträge zur Antiziganismusforschung, Bd. 2), Seeheim 2005, S. 64–115
  • „Es kann hier keinerlei Rücksichten geben.“ Enteignung und Deportation am Beispiel einer kleinstädtischen Familie, in: Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten (Hrsg.), Gewalt in der Region. Der Novemberpogrom in Rheinland und Westfalen, Düsseldorf/Münster/Wuppertal 2008, S. 92–97
  • „Vertilgung“ und „Pardon“. Normsetzung und Rechtspraxis gegen Sinti in Westfalen im 18. Jahrhundert, in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, Bd. 54 (2009), S. 63–88
  • Berleburg im Nationalsozialismus, in: Rikarde Riedesel, Johannes Burkardt, Ulf Lückel (Hrsg.), Bad Berleburg – Die Stadtgeschichte, Bad Berleburg 2009, S. 215–246
  • Die Jenischen und andere Fahrende. Eine Minderheit begründet sich, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung, 19 (2010), S. 126–150
  • „Zigeuner“ im Rheinland und in Westfalen. Ein Überblick von den ersten Belegen bis ans 19. Jahrhundert, in: Karola Fings, Ulrich Friedrich Opfermann (Hrsg.), Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen. 1933-1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung, Paderborn 2012, S. 23–36
  • Preußen – Kaiserreich – Weimar. Umbrüche und Kontinuitäten, in: Karola Fings, Ulrich Friedrich Opfermann (Hrsg.), Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen. 1933-1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung, Paderborn 2012, S. 37–52
  • Genozid und Justiz. Schlussstrich als „staatspolitische Zielsetzung“, in: Karola Fings, Ulrich Friedrich Opfermann (Hrsg.), Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen. 1933-1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung, Paderborn 2012, S. 315–326
  • Paula Fechenbach und Robert Jagusch. Jüdische Lebensgeschichten im 20. Jahrhundert, in: Siegener Beiträge. Jahrbuch für regionale Geschichte, 17 (2012), S. 223–246
  • „Zigeuner“ auf der Heimatbühne. Eine Sauerländer Erfolgsautorin und ihr Hauptwerk, in: Christine Koch-Mundartarchiv in Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Olpe (Hrsg.), Josefa Berens-Totenohl (1891-1969). Nationalsozialistische Erfolgsautorin aus dem Sauerland. Forschungsbeiträge von Peter Bürger, Reinhard Kiefer, Monika Löcken, Ortrun Niethammer, Ulrich Friedrich Opfermann und Friedrich Schroeder, Eslohe 2014, S. 69–84
  • „Zigeuner“: Fiktion und Wirklichkeit in einer westdeutschen Region. Ein Beitrag zur Minderheitengeschichte am Niederrhein im 19. und 20. Jahrhundert, in: Die Heimat. Krefelder Jahrbuch, 85 (2014), S. 50–63
  • "Zu Teutschland lang gezogen und geporen". Zur frühneuzeitlichen Geschichte der Sinti in Mitteleuropa, in: Oliver von Mengersen (Hrsg.), Sinti und Roma. Eine deutsche Minderheit zwischen Diskriminierung und Emanzipation (hrsgg. von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit), Bonn und München 2015, S. 25–47
  • Weimar: "Die Rassenkunde gibt Aufschluß", in: Oliver von Mengersen (Hrsg.), Sinti und Roma. Eine deutsche Minderheit zwischen Diskriminierung und Emanzipation (hrsgg. von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit), Bonn und München 2015, S. 71–85
  • Von Ameisen und Grillen. Zu Kontinuitäten in der jüngeren und jüngsten deutschen Zigeunerforschung, in: Thomas Baumann, Jacques Delfeld jr. u. a., Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“-Stereotypen (hrsgg. vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma), Heidelberg 2015, S. 200–222, auch als Online-Version: [7]

Netzpublikationen u. a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wenn die Straße ruft, ZDF-Fernsehproduktion [zur Lage der Jenischen in Deutschland], Regie: Maike Conway, Matti Bauer, Themenexpertise Christof Baudrexel, Ulrich Opfermann, Deutschland 2001
  • Bearb., Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, Siegen 2014 ([8])
  • Mitarb., Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein, Siegen 2015 ([9])

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben im Intro und weitere persönliche Angaben siehe LCCN-Eintrag.
  2. Kurt Schilde, Personenglossar, in: Die Gründung und die Gründer. Ein Rückblick auf die Anfänge der Universität Siegen 1972-1980, Siegen 2012, S. 215–250, hier: S. 237; vgl. auch: Interview mit Dr. Ulrich Opfermann, in: ebenda, S. 137–145.
  3. [1] Seite der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln.
  4. Siehe die angegebenen Schriften sowie Profil auf clio-online.de (abgerufen am 4. Juni 2015) und das Autorenprofil in: Oliver von Mengersen (Hrsg.), Sinti und Roma. Eine deutsche Minderheit zwischen Diskriminierung und Emanzipation (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung), Bonn und München 2015, S. 274.
  5. perlentaucher.
  6. Westfälische Rundschau, 22. Januar 2009: [2].