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Ulrich Küchl

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Ulrich Küchl

Ulrich Küchl (* 22. November 1943 in Königsberg, Ostpreußen; † 12. Mai 2026 nahe Drahov, Tschechien[1]) war ein österreichischer Komponist und römisch-katholischer Priester. Er war 46. Propst des Stiftes Eisgarn.

Ulrich Küchl gelangte auf der Flucht vor der Roten Armee mit seiner Familie auf Umwegen nach Österreich. 1962 legte er in Waidhofen an der Ybbs die Matura ab. Von 1962 bis 1967 studierte er Katholische Theologie und Philosophie in St. Pölten. 1967 erfolgte die Weihe zum Priester. Von 1972 bis 1976 wirkte er als Pfarrer in Waldkirchen und Reibers.

1976 wurde Küchl im Alter von 33 Jahren vom damaligen Diözesanbischof Franz Žak zum Propst des Kollegiatstiftes Eisgarn ernannt und am 5. September 1976 feierlich installiert. Als Wahlspruch wählte er Futura inquirimus („Wir suchen das Zukünftige“), der dem Hebräerbrief (Hebr 13,14 EU) entstammt.

Küchl war von 1998 bis 2004 Bischofsvikar für die pastoralen Anliegen von Kunst und Kultur in der Diözese St. Pölten.[2][3]

Von 1976 bis 2008 betreute er als Pfarrer die Pfarreien Eisgarn und Eggern und auch einige Jahre zusätzlich die Pfarrei Reingers. Mit 1. April 2009 legte Propst Ulrich Küchl die Leitung des Stiftes zurück, erhielt keine neue Funktion und wurde in den vorläufigen Ruhestand übernommen.[4]

Im Mai 2026 kam Küchl im Alter von 82 Jahren bei einem Autounfall in Tschechien ums Leben.[5]

Causa St. Pölten

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Von 2001 bis 2004 war Küchl Regens des Priesterseminars der Diözese St. Pölten.[3] In die Schlagzeilen gerieten er und Subregens Wolfgang Rothe, als sexuelles Fehlverhalten einiger Seminaristen und das Führungsverhalten der Seminarvorsteher öffentlich bekannt wurden.[6] In der Folge legte Küchl alle kirchlichen Ämter nieder, am 4. Juli 2004 das Amt des Regens des Priesterseminars.[7] Der Betrieb des Priesterseminars wurde vorläufig eingestellt.[8] Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe hat er stets bestritten.[9]

Musikalisches Werk

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Kirchenmusikalische Studien absolvierte Küchl bei Prälat Walter Graf an der Diözesankirchenmusikschule St. Pölten sowie privat bei Gottfried von Einem. Seine Werke wurden aufgeführt beim Carinthischen Sommer, Internationale Chorakademie Krems sowie in der Tschechischen Republik, in der Slowakei, in Bulgarien, in Norwegen und in Japan.

Eine langjährige Zusammenarbeit erfolgte mit dem Küchl-Quartett und mit verschiedenen anderen Künstlern, darunter die Sopranistinnen Anna Maria Pammer und Maria Höllerer, die Geigerin Birgit Kolar, der Cellist Franz Bartolomey, der Pianisten Stephen Delaney sowie Ensembles Voces (Wien), sirene Operntheater u. a.

Der Chor Musica Viva Lainz brachte 2018 die Missa Mirabilis Deus für Solostimmen, Chor, Kammerorchester und Bläserensemble zur österreichischen Zweitaufführung.[10]

Zu seinem Werk zählen 52 Opera, darunter eine Kirchenoper, eine Operette, Chorwerke, Liederzyklen, Kammermusik und Orchesterwerke. Sein jüngerer Bruder ist der Violinist Rainer Küchl.[11]

Weltliche Ehrungen

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Publikationen (Auswahl)

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  • Die soziale Lage der Hilfslehrer in den „Pfarrschulen“ des Dekanates Waidhofer/Thaya um 1840. In: Hippolytus NF 12/88. St. Pölten 1988.
  • Markterhebung und Wappenverleihung Eggern 1978, Eggern 1978.
  • Festschrift, 600 Jahre Schule Eisgarn, Eisgarn 1993.
  • Heimatbuch Eisgarn, Eisgarn 2010.
  • Zur Dorfseelsorge im 19. Jahrhundert. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Neue Folge 80, 2014, S. 1–75.
  • Pfarrer Josef Glanz – ein „Priesteroriginal“ der Diözese St. Pölten. In: Hippolytus NF 34, St. Pölten 2015, S. 96–112.
  • Einige Notizen zum Sakrament der Weihe. In: Reinhard Dörner (Hrsg.): In der Welt aber nicht von der Welt. Kevelaer 2015, S. 88–104.
  • Stephan Biedermann, Der vorletzte Stiftspropst von Eisgarn. In: Waldviertler Biographien. Band 4, Horn 2015, S. 351–381.
  • Wolfgang F. Rothe: Kollegiatkapitel im deutschen Sprachraum. Eine kirchenrechtliche Bestandsaufnahme. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. 124 / Kanonistische Abteilung. 93, 2007.
  • Wolfgang F. Rothe: Miszellen: Das Recht des Propstes von Eisgarn auf den Gebrauch der Pontifikalien: Ein Beispiel für die Entstehung widergesetzlichen Gewohnheitsrechts. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. 124 / Kanonistische Abteilung. 93, 2007.
  • Hannes Gans, Eva Wrazdil: Kloster-Geheimnisse – Ein Blick hinter die Mauern österreichischer Ordenshäuser. Stocker, Graz u. a. 2004.
  • Reinhard Dörner: Der Wahrheit die Ehre! / Der Skandal von St. Pölten. Kardinal-von-Galen-Kreis, Münster 2008.
  • Alexander Rausch: Küchl, Brüder. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.

Einzelnachweise

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  1. Skandalpriester Ulrich Küchl stirbt bei Autounfall. In: Heute.at. 14. Mai 2026, abgerufen am 15. Mai 2026.
  2. Wiederernennung auf die Dauer von fünf weiteren Jahren ab 1. Jänner 2004: St. Pöltner Diözesanblatt, Nr. 10/2004, S. 25.
  3. 1 2 3 Prälat Ulrich Küchl verstorben. 18. Mai 2026, abgerufen am 18. Mai 2026 (deutsch).
  4. Diözesanarchiv St. Pölten. Abgerufen am 15. Mai 2026.
  5. Diözese St. Pölten: Früherer Regens Ulrich Küchl gestorben. 15. Mai 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
  6. Sex Skandal bestuerzt Katholische Kirche. In: Die Welt. Abgerufen am 15. Mai 2026.
  7. St. Pöltner Diözesanblatt, Nr. 10/2004, S. 44.
  8. St. Pöltner Diözesanblatt, Nr. 11/2004, S. 45.
  9. Bishop to investigate Austrian seminary. In: America. A Catholic review of the week. New York [The American Press], 2. August 2004, S. 4 (archive.org [abgerufen am 15. Mai 2026]).
  10. Chor Musica Viva Wien: Pfarre Lainz Speising. Archiviert vom Original am 18. Februar 2026; abgerufen am 15. Mai 2026 (deutsch).
  11. Ulrich Küchl, Komponist. In: Solisten. Kammerorchester Waidhofen an der Ybbs e. V., abgerufen am 8. Januar 2023.
  12. Ulrich Küchl. In: Kulturpreis Niederösterreich. Abgerufen am 15. Mai 2026.
VorgängerAmtNachfolger
Stephan BiedermannPropst von Eisgarn
19762009
Andreas Lango