Reingers

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Reingers
Wappen Österreichkarte
Wappen von Reingers
Reingers (Österreich)
Reingers
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 24,94 km²
Koordinaten: 48° 58′ N, 15° 8′ OKoordinaten: 48° 58′ 0″ N, 15° 8′ 0″ O
Höhe: 600 m ü. A.
Einwohner: 617 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 25 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3863
Vorwahl: 02863
Gemeindekennziffer: 3 09 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Reingers 81
3863 Reingers
Website: www.reingers.gv.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Kozar (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020[1])
(15 Mitglieder)
15
15 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Reingers im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-AalfangBad GroßpertholzBrand-NagelbergEggernEisgarnGmündGroßdietmannsGroßschönauHaugschlagHeidenreichsteinHirschbachHoheneichKirchberg am WaldeLitschauMoorbad HarbachReingersSchremsSt. MartinUnserfrau-AltweitraWaldensteinWeitraNiederösterreichLage der Gemeinde Reingers im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Reingers ist eine Gemeinde mit 617 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Bezirk Gmünd in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teich in Reingers

Reingers liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 24,92 Quadratkilometer. 43,16 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Die Europäische Hauptwasserscheide verläuft durch Reingers. Ein Teil der Bäche entwässert nach Westen über HeidenreichsteinBraunaubach weiter letztlich in die Elbe und zur Nordsee. Der andere Teil entwässert nach Osten in die Thaya und damit über die March und Donau in das Schwarze Meer.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Grametten, Hirschenschlag, Illmanns, Leopoldsdorf und Reingers.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haugschlag Nová Bystřice (CZ)
Litschau Nachbargemeinden Staré Město pod Landštejnem (CZ)
Eisgarn Eggern

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reingers mit seinem Adelssitz bildete ursprünglich ein eigenes (Ritter-)Gut. 1590/91 zählte der Ort 16 untertänige Häuser; die Ortsobrigkeit lag bei Hans Caspar Hauser bzw. Melchior von Hubereckh zu Reitzenschlag. Ab dem späten 17. Jahrhundert zählte Reingers zur Herrschaft Litschau. 1751 zählte der Ort 20 untertänige Häuser.[3]

Im 16. Jahrhundert ist zum ersten Mal von einer Glashütte im Gebiet von Reingers die Rede. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts findet sich wieder eine Glashütte in Reingers angesiedelt, welche offenbar bis 1680/90 in Betrieb war.[4]

Im Ort befand sich bis ins 18. Jahrhundert hinein ein Schloss, welches aus einem mittelalterlichen Rittergut hervorgegangen war. Dieses erschien in Georg Matthäus Vischers "Topographia archiducatus Austriae Inferioris modernae" von 1672 in Kupfer gestochen. Zum Schloss in Reingers, einem zwei- bzw. dreigeschossigen Bau mit zwei Türmen, gehörten auch ein Meierhof, ein Teich, eine Brücke mit einer Wagenmaut, ein Wirtshaus und eine Mühle. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts verfiel das Schloss und war im Jahr 1787 eine Ruine, die schließlich abgetragen wurde. Der herrschaftliche Meierhof wurde zwischen 1787 und 1790 aufgelöst und in zwölf neue Bauernlehen umgewandelt; Wirtshaus und Mühle wurden verkauft.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Reingers sinkt wegen vorwiegend negativer Geburtenbilanz und negativer Wanderungsbilanz.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2005 Erich Frasl (ÖVP)
  • 2005–2015 Christian Schlosser (ÖVP)
  • seit 2015 Andreas Kozar (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatstube als Museum der Heimatvertriebenen im alten Feuerwehrhaus
Feuerwehrhaus in Reingers
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Reingers

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es 62 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon 27 Haupterwerbsbetriebe (Stand 2010).[13] Im sekundären Wirtschaftssektor beschäftigen acht Betriebe zwölf Arbeitnehmer, vorwiegend im Bau. Der Dienstleistungssektor beschäftigt in 28 Betrieben 67 Personen, zum Großteil im Handel und in den sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[14][15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Reingers gibt es eine Volksschule.[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Biedermann: Der Adelssitz von Reingers. In: Das Waldviertel (Neue Folge 11, 1962) S. 65–70.
  • Stephan Biedermann: Glasindustrie um Reingers. In: Das Waldviertel (Neue Folge 11, 1962) S. 132–134.
  • Stephan Biedermann: Zur Pfarrgeschichte Reingers im Pfarrverbande von Litschau. In: Das Waldviertel (Neue Folge 12, 1963) S. 1–5.
  • Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reingers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnisse Gemeinderatswahl 2020. In: noen.at. Abgerufen am 1. März 2020.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  3. Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände). S. 23.
  4. Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände). S. 133.
  5. Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände). S. 45 f.
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Reingers, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 15. August 2019.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Reingers. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 28. April 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Reingers. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 28. April 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Reingers. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 28. April 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Reingers. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 28. April 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Reingers. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 28. April 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Reingers. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 28. April 2020.
  13. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Reingers, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 15. August 2019.
  14. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Reingers, Arbeitsstätten. Abgerufen am 15. August 2019.
  15. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Reingers, Beschäftigte. Abgerufen am 15. August 2019.
  16. Gemeinde Reingers, Gemeindebetriebe. Abgerufen am 15. August 2019.