Ulrich van Suntum

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Ulrich van Suntum (* 6. Januar 1954 in Hamm, Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Volkswirt und Politiker.

Ulrich van Suntum war Landesvorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Partei Liberal-Konservative Reformer.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suntum studierte von 1972 bis 1977 Volkswirtschaftslehre in Münster und Bochum. Er promovierte 1981 mit dem Thema Regionalpolitik in der Marktwirtschaft und habilitierte sich 1984 mit dem Thema Konsumentenrente und Verkehrssektor in Bochum.

Von 1987 bis 1988 war van Suntum Generalsekretär des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Rat der Wirtschaftsweisen). Er entwickelte und berechnete die konjunkturellen Frühindikatoren des Handelsblatts.

Van Suntum lehrt seit 1995 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er ist Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und Autor des Standort-Rankings der Bertelsmann-Stiftung.

ALFA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 trat van Suntum der ALFA, nunmehr LKR bei. Bei der Gründung des Landesverbandes dieser Partei in Nordrhein-Westfalen wurde van Suntum im Oktober 2015 zum Landesvorsitzenden gewählt.[1] Van Suntum beabsichtigte, als Spitzenkandidat der LKR bei der Landtagswahl 2017 in Nordrhein-Westfalen anzutreten, hat dieses Vorhaben jedoch durch Parteiaustritt aufgegeben.

Im Juni 2016 wählte ihn die Partei außerdem gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Bernd Kölmel und dem Bremischen Bürgerschaftsabgeordneten Christian Schäfer zum stellvertretenden Bundesvorsitzen der Partei, zu deren Vorsitzenden beim gleichen Parteitag die Europaabgeordnete Ulrike Trebesius gewählt wurde.[2] Zwischenzeitlich ist er von allen Ämtern zurück- und aus der Partei ausgetreten.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit seiner Frau Dorothe und einem Sohn lebt er in Nordkirchen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. November 2016 twitterte van Suntum, dessen Nutzername auf der Plattform „@Pietbull47“ lautet: „Heute: 88-Jährige wegen Holocaustleugnen: 2,5 Jahre Haft. Fünf Schariapolizisten: Freispruch. Droht demnächst Knast für Prophetenbeleidigung?“

Das Rektorat der Universität Münster beschäftigte sich nach massiver Kritik von Seiten der Studierenden mit den Äußerungen von van Suntum. Uni-Sprecher Norbert Robers: „Das Rektorat und das Dekanat der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät distanzieren sich deutlich von den Äußerungen von Herrn Prof. van Suntum.“ Das Rektorat werde die Angelegenheit „zeitnah weiter verfolgen – allerdings intern, da es sich um eine Personalangelegenheit handelt“

Van Suntum erklärt auf Anfrage der Zeitung "Westfälische Nachrichten": „Es gibt in Deutschland ein Recht auf freie Meinungsäußerung, das auch für Professoren gilt. Nicht nur ich halte den Freispruch von Leuten, die offen für die Scharia in Deutschland eintreten und sich sogar polizeiliche Durchsetzungsgewalt dafür anmaßen, für falsch.“ Die Meinung der Holocaustleugner teilt der Professor laut seiner Aussage jedoch nicht: „Dass die Leugnung des Holocausts zum einen idiotisch und zum anderen auch strafbewehrt ist, darüber sind wir uns einig. Ob man aber einer 88-jährigen Frau deswegen zweieinhalb Jahre Haft und damit faktisch lebenslänglich geben sollte, darüber kann und darf man geteilter Meinung sein.“[3]

Van Suntum ist Anhänger und Verfechter einer möglichst von allen staatlichen Eingriffen befreiten Marktwirtschaft und vertritt meist Positionen, die sich an Ideen des Neoliberalismus orientieren. So fordert er zuweilen die Abschaffung des Streikrechts und spricht sich dezidiert gegen einen staatlich garantierten Mindestlohn aus.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Buch Die unsichtbare Hand (1999) stellt van Suntum volkswirtschaftliche Zusammenhänge allgemeinverständlich dar. Das Buch ist 2013 in fünfter deutscher Auflage erschienen und auch ins Englische (mit einem Vorwort von Romano Prodi), ins Japanische und ins Chinesische übersetzt worden.

In der Veröffentlichung Masterplan Deutschland stellte van Suntum ein umfassendes Reformprogramm vor. In einem eigenen YouTube-Kanal erklärt er in kurzen Videos volkswirtschaftliche Zusammenhänge.

Anfang 2014 stellte er eine Parallelwährung als einen "Weg aus der Eurofalle" zur Diskussion.[5]

  • Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. 5. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg/ New York 2013, ISBN 978-3-642-31307-3.
  • Ulrich van Suntum: Masterplan Deutschland. Beck im dtv, 2006, ISBN 3-423-50901-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PM | Landesverband NRW von ALFA gegründet. auf: alfa-bund.de
  2. Bundesvorstand der Allianz für Fortschritt und Aufbruch – ALFA. auf: alfa-bund.de
  3. Karin Völker: Professoren-Tweet bringt Studenten auf die Palme. In: Westfälische Nachrichten. (wn.de [abgerufen am 1. Februar 2017]).
  4. Ulrich van Suntum: „Konsumenten geraten unter die Fuchtel eines autoritären Staatspaternalismus“. In: INSM - ÖkonomenBlog, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). (insm-oekonomenblog.de [abgerufen am 1. Februar 2017]).
  5. Wege aus der Eurofalle. auf: faz.net, 2. Januar 2014.