Universität von Namibia

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Universität von Namibia
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Motto Inspiring minds and shaping the future
Gründung 1992
Trägerschaft Bildungsministerium
Ort Windhoek, Namibia
Vizekanzler Kenneth Matengu (seit 31. Juli 2017)
Studierende 25.267 (2016)
Mitarbeiter 1752 (2016)
davon Professoren 948 (akademische Angestellte; 2016)[1]
Jahresetat N$ 1,45 Milliarden (2016)
Website www.unam.edu.na
Ingenieurwissenschaftlicher Campus Ongwediva

Die Universität von Namibia (englisch University of Namibia, meist kurz nur UNAM) ist eine von drei universitären Hochschulen in Namibia. Sie wurde 1992 gegründet und hat ihren Sitz in Windhoek-Academia. Sie hatte 2016 mehr als 25.000 Studenten.[1]

Lehrsprache ist vorwiegend Englisch; einzelne Studiengänge werden jedoch auch in Afrikaans und auf Deutsch (Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften) unterrichtet. Motto der Universität ist „Inspiring Minds & Shaping the Future“ (in deutsch so viel wie: „Zum Denken anstoßen & die Zukunft formen“).

Die UNAM erreichte 2018 den 102. Platz (2014: 24.; 2010: 37.) der besten Universitäten in Afrika.[2]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Universität steht ein Kanzler vor. Dieses Amt nahm seit 1992 der ehemalige namibische Präsident Sam Nujoma wahr, der es im November 2011 an seinen Nachfolger Hifikepunye Pohamba abgab.[3] Seit Februar 2018 ist Nangolo Mbumba Vizekanzler. Geleitet wird die Universität vom Vizekanzler.[4] 2008 lernten 8.361 Studenten an der UNAM, 2009 waren es 13.000, davon 2.077 im Fernstudium.[5] 2011 waren bereits über 16.000 Studenten an der UNAM eingeschrieben[6], 2016 mehr als 25.000.[1]

Campus und Fakultäten/Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultät/Zentrum Campus (Ort) Studenten Bemerkungen
Windhoek
Medizin
Pharmazie
Health Sciences Campus 641 (2016)
Erziehungswissenschaften
Militärwesen
Khomasdal Campus 1290 (2016)
Landwirtschaft
Natürliche Ressourcen
Veterinärmedizin
Neudamm Campus 181 (2016)
Volkswirtschaft und Management
(Namibia Business School)
Main Campus 11.242 (2016)
Erziehungswissenschaften Main Campus
Krankenpflege Main Campus
Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften
Main Campus
Rechtswissenschaften Main Campus
Naturwissenschaften Main Campus
Außerhalb Windhoeks
Erziehungswissenschaften Hifikepunye Pohamba Campus (Ongwediva) 2243 (2016)
Ingenieurwissenschaften
Informationstechnologie
José Eduardo dos Santos Campus (Ongwediva) 204 (2016)
Erziehungswissenschaften
Landwirtschaft
Natürliche Ressourcen
Katima Mulilo Campus (Katima Mulilo) 1080 (2016)
Landwirtschaft
Natürliche Ressourcen
Ogongo Campus (Ogongo) 295 (2016)
Öffentliche Gesundheit
Krankenpflege
Computerwissenschaften
Oshakati Campus (Oshakati) 630 (2016)
Erziehungswissenschaften
Volkswirtschaft und Management
Rundu Campus (Rundu) 1746 (2016)
Meeresbiologie
Landwirtschaft
Natürliche Ressourcen
Sam Nujoma Campus (Henties Bay) 92 (2016)
Erziehungswissenschaften
Volkswirtschaft und Management
Krankenpflege
Southern Campus (Keetmanshoop) 568 (2016)

Quelle: Annual Report UNAM, 2016[1]

Hochschulpartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität von Namibia kooperiert mit mehreren deutschen Universitäten, insbesondere mit ökologischen und anderen naturwissenschaftlichen Fachbereichen. Partner sind u. a. die Universität Bremen, die Ruhr-Universität Bochum, die Humboldt-Universität zu Berlin sowie das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Mit der Universität Duisburg-Essen unterhält die UNAM seit 2008 eine Kooperation im Bereich Linguistik, Literaturwissenschaft und Niederlandistik.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studenten der UNAM sind in verschiedenen Sportarten engagiert. UNAM FC spielt in der höchsten namibischen Fußballliga, der Namibia Premier League. Die Mannschaften UNAM Basketball im namibischen Basketball und UNAM Field Hockey im Hockey waren mehrfach namibischer Meister.[7]

Sex-Skandal 2011/12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Mai 2012 deckte die Anti-Corruption Commission auf, dass mehrere Dozenten der UNAM Studentinnen im Austausch gegen sexuelle Dienstleistungen bessere Noten ausstellten, was einen akademischen Betrug höchsten Grades darstellt, ganz abgesehen vom Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen.

Derartige Gerüchte wurden bereits seit August 2011 mit der Universität in Verbindung gebracht, bevor sie letztendlich durch die Übermittlung einschlägiger SMS zwischen einem Dozenten und einer Studentin an die Anti-Corruption Commission bewiesen werden konnten. So kritisierte die namibische Oppositionspartei RDP die Vorkommnisse an der UNAM bereits am 6. September 2011 aufs Schärfste und bezeichnete die Universität dabei als „akademisches Bordell“.[8] Am 7. September gab die namibische Tageszeitung The Namibian bekannt, dass dem UNAM-Management die Vorkommnisse seit jeher bekannt sein würden.[9][10] Daraufhin kam es zu ersten, UNAM-internen Ermittlungen, welche im Dezember 2011 ergebnislos eingestellt wurden.[11]

Nach der offensichtlichen Aufdeckung des Skandals durch die Anti-Corruption-Commission im Mai 2012 setzte die UNAM erneut interne Untersuchungen in Gang und kam, wie bereits 2011, zu dem Ergebnis, dass keiner ihrer Dozenten in den Skandal verwickelt sein würde. Die Anti Corruption Commission kam parallel hierzu jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis und verlautbarte, dass zahlreiche Dozenten in den Sex-Skandal verwickelt sein würden. Daraufhin kündigte der stellvertretende namibische Bildungsminister David Namwandi am 14. Mai 2012 eine Krisensitzung mit dem Management der Universität an und stellte klar, dass die Anti-Corruption-Commission uneingeschränkt mit der Aufklärung des Falles betraut werden würde.[12]

Die Ermittlungen der Anti-Corruption-Commission dauern an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Annual Report 2016. UNAM. Abgerufen am 20. Juli 2018.
  2. Ranking Web of World Universities, Africa. Webometrics Ranking of World Universities, 2014 Abgerufen am 16. Mai 2015
  3. Streng private Audienz.. In: Allgemeine Zeitung vom 24. November 2011, abgerufen am 5. März 2012.
  4. VC Message, abgerufen am 5. März 2012.
  5. Iyambo geht bis aufs Mark. In: Allgemeine Zeitung vom 18. Januar 2010, abgerufen am 5. März 2012.
  6. Gross’ Graduate Gender Imbalance Worry Chancellor (PDF; 670 kB). In: UNAM Forum Online, Ed. 77, vom 1. Juni 2011, abgerufen am 17. Juni 2011 (englisch).
  7. UNAM auf dem Weg zum nächsten Titel, Allgemeine Zeitung, 19. August 2010
  8. The Namibian (6. September 2012): Unam turned into ‚academic brothel‘, eingesehen am 5. Dezember 2012. (englisch)
  9. The Namibian (7. September 2012): Unam Knew About Sex-for-Marks Claims’, eingesehen am 5. Dezember 2012. (englisch)
  10. Namibian Sun (3. Mai 2012): Anti-Corruption Commission uncovers Unam sex scandal (Memento des Originals vom 5. September 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.namibiansun.com, eingesehen am 5. Dezember 2012. (englisch)
  11. The Namibian (14. Dezember 2011): Unam sex probe finds nothing@1@2Vorlage:Toter Link/www.namibian.com.na (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., eingesehen am 5. Dezember 2012. (englisch)
  12. New Era (14. Mai 2012): Namibia: Sex-for-Marks Scandal Haunts Unam, eingesehen am 5. Dezember 2012. (englisch)

Koordinaten: 22° 36′ 40″ S, 17° 3′ 27″ O