Untermurnthal

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Untermurnthal
Koordinaten: 49° 22′ 22″ N, 12° 24′ 57″ O
Höhe: 410 m ü. NHN
Einwohner: (31. Dez. 1990)
Postleitzahl: 92431
Vorwahl: 09672
Untermurnthal (Bayern)
Untermurnthal

Lage von Untermurnthal in Bayern

Untermurnthal (2016)

Untermurnthal ist ein Ortsteil der Stadt Neunburg vorm Wald im Landkreis Schwandorf in Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untermurnthal liegt circa fünf Kilometer nordöstlich von Neunburg vorm Wald im Murntal, einem Durchbruchstal der Schwarzach, das sich an die Eixendorftalsperre anschließt.[1] Die Schwarzach durchbricht hier den Granitriegel, der das tertiäre Becken um Rötz von der Neunburger Talmulde trennt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Moornthal, später dann Murnthal, kommt vom sumpfigen, moorigen Talgrund, in dem die Siedlung liegt. Sie wurde in früherer Zeit auch Rosskopfhütte genannt.

Ober- Mitter- und Untermurnthal gehörten von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zu den größten Schleifwerken Deutschlands. 1939 stellten sie infolge der belgisch-rheinischen Konkurrenz den Betrieb ein. Nachdem 1925 ein neuer Staudamm gebaut wurde, wurden die Glasschleifen ab 1937 an die öffentliche Energieversorgung angeschlossen und als Wasserkraftwerke zur Stromerzeugung genutzt.[3] 1942 wurde nach Untermurnthal kriegsbedingt eine Schraubenfabrik aus Nürnberg ausgelagert, die 1945 den Standort wieder aufgab. Später wurde das ehemalige Spiegelglasschleif- und Polierwerk an verschiedene Betriebe verpachtet.

Seit den 1950er Jahren ist Untermurnthal ein beliebtes Urlaubsziel im Raum Neunburg vorm Wald. Anfangs wurden einzelne Zimmer vermietet. Seit den 1970er Jahren entstanden hier mehrere Ferienwohnungen.

Am 23. März 1913 war Untermurnthal Teil der Pfarrei Neunburg vorm Wald, bestand aus zwei Häusern und zählte 45 Einwohner.[4]

Am 31. Dezember 1990 hatte Untermurnthal vier Einwohner und gehörte zur Pfarrei Neunburg vorm Wald.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 entstand in Untermurnthal eine Begegnungsstätte für Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Austausch, das Seminarium Murntal, in dem Seminare und Feiern veranstaltet werden. In der alten „Polier“, einem ehemaligen Betriebsraum des alten Spiegelglasschleif- und polierwerks, finden Vernissagen und Kunstausstellungen namhafter Künstler statt.[6]

In Untermurnthal befindet sich ein vergoldetes, gusseisernes Hofkreuz mit der Reliefdarstellung einer Schutzmantel-Madonna, welches um das Jahr 1881 aufgestellt wurde und heute zu den bedeutendsten seiner Art im Landkreis Schwandorf zählt. Es wurde von Robert Bergschneider restauriert.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Neunburg vorm Wald, Abschnitt Untermurnthal

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der nördlichen Talseite von Untermurnthal führt die Südroute des Prädikatswanderweges Goldsteig vorbei, der Marktredwitz mit Passau verbindet. Zudem führt an Mittermurnthal auf der Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Bodenwöhr–Rötz der Schwarzachtal-Radweg (Sz) vorbei. Diese wichtige Hauptroute im Bayernnetz für Radler verbindet Tschechien mit Schwarzenfeld und dem Naabtalradweg (Na).[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Neckermann: Landkreis Neunburg vorm Wald. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner München-Assling, 1968

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Untermurnthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritsch Wanderkarte Oberpfälzer Wald, Maßstab 1 : 100.000
  2. Ursula Pfistermeister: Oberpfalz. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 1979, ISBN 3-7917-0626-8, S. 30
  3. Anton Neckermann: Landkreis Neunburg vorm Wald. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner München-Assling, 1968
  4. Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 371
  5. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 434
  6. onetz.de: Begegnung auf Kunst-Ebene, abgerufen am 17. September 2016
  7. Schwarzachtal-Radweg. In: Bayernnetz für Radler. Abgerufen am 5. Februar 2018.