Unternehmen Entebbe

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Unternehmen Entebbe (Originaltitel: Victory at Entebbe) ist ein US-amerikanischer Fernsehfilm von Marvin J. Chomsky aus dem Jahr 1976. Er behandelt die Operation Entebbe, eine Geiselbefreiungsaktion der israelischen Armee, welche im gleichen Jahr stattfand.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Rettung israelischer Geiseln aus der Hand von Terroristen auf dem ugandischen Flughafen Entebbe im Juli 1976 als Thema eines aufwendig in Szene gesetzten Actionfilms, der politische und psychologische Aufhellungen vorwiegend durch bekannte Unterhaltungsmuster ersetzt. Auch im dokumentarischen Wert nicht überzeugend, verbindet er die Verherrlichung israelischen Kampf- und Duldergeistes mit anklagenden Bezügen zur nationalsozialistischen Judenverfolgung.“

Lexikon des internationalen Films

Proteste und Aufführungsverbote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Mitglieder der Revolutionären Zellen, Gerd Albartus und Enno Schwall, deponierten am 3. Januar 1977 während der Vorführung des Films in einem Kinosaal in Aachen eine Brandbombe, um gegen den Film zu protestieren, den sie in einem Bekennerschreiben als „Propaganda“ und „Antifaschistenhetze“ verurteilten. Aufgrund eines Fehlers im Zündmechanismus kam es jedoch erst am Folgetag zu einer Explosion mit Sachschaden, als die Polizei versuchte, die inzwischen von einer Reinigungskraft des Kinos entdeckte Bombe zu entschärfen. Albartus und Schwall waren von Zivilpolizisten bereits beim Betreten des Kinos beobachtet worden, wurden wenig später verhaftet und schließlich zu Haftstrafen zwischen vier und sechs Jahren verurteilt.[1] Ursprünglich hatte die Terrorgruppe, der die in Entebbe getöteten Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann angehört hatten, mit dem Ziel einer Erzwingung der Absetzung des Films Anschläge auf Kinos in mehreren Städten geplant,[2] außer in Aachen wurde jedoch nur noch in einem Düsseldorfer Kino ein Bombenpaket deponiert, das allerdings rechtzeitig gefunden und entschärft werden konnte. In Kinos in Mainz und Münster lief der Film unter Polizeischutz, in Berlin gingen Zivilpolizisten gegen Störer vor. In zahlreichen bundesdeutschen Kinos wurde der Film angesichts der Bedrohung tatsächlich abgesetzt.[3]

In Rom war es bereits Ende Dezember 1976 zu Brandbombenanschlägen auf drei Kinos gekommen, die den Film zeigten.[4] Ähnliche Anschläge gab es auch in Griechenland.[5] In Jamaika verfügten die Behörden unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken im Januar 1977 ein landesweites Aufführungsverbot.[6] In Japan kam es am 18. Dezember 1976 zunächst zu einem gemeinsamen Protest der Botschafter von sechs arabischen Staaten gegen die Aufführung des Films unter Hinweis auf eine Gefährdung der Beziehungen Japans zur Arabischen Welt. Ab dem 25. Dezember lief er daraufhin für nur eine Woche in 68 Kinos, bevor die Tokioter Vertretung von Warner Brothers mitteilte, die Vorführungen würden aufgrund geringen Publikumszuspruchs eingestellt.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oliver Schröm: Im Schatten des Schakals: Carlos und die Wegbereiter des internationalen Terrorismus. S. 124–135 (Google Books), Ch. Links, Berlin 2002
  2. Magdalena Kopp: Die Terrorjahre: Mein Leben an der Seite von Carlos. (Google Books), DVA, München 2007
  3. Tobias Ebbrecht-Hartmann: Kampfplatz Kino: Filme als Gegenstand politischer Gewalt in der Bundesrepublik (PDF), S. 177, In: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte, 41, 2013, S. 161–180
  4. Firebombs Hit Movie Theaters Showing Film on Entebbe Rescue, in: Jewish Telegraphic Agency vom 27. Dezember 1976, abgerufen am 22. Juli 2014
  5. Alexander Sedlmaier und Freia Anders: „Unternehmen Entebbe“ 1976. Quellenkritische Perspektiven auf eine Flugzeugentführung. In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung. 22(2013), S. 267-290, hier S. 271
  6. It Happened This Week In 1977 (January 9-15). In: The Gleaner vom 13. Januar 2016
  7. ‘Victory at Entebbe’ Film Halted in Japan, in: New York Times vom 1. Januar 1977, S. 6 (englisch)