Air France

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Air France
Logo der Air France
Airbus A380-800 der Air France
IATA-Code: AF
ICAO-Code: AFR
Rufzeichen: AIRFRANS
Gründung: 1933
Sitz: Paris, FrankreichFrankreich Frankreich
Drehkreuz: * Paris-Charles-de-Gaulle
Heimatflughafen:

Paris-Charles-de-Gaulle

Unternehmensform: S.A.
IATA-Prefixcode: 057
Leitung: Frédéric Gagey (CEO)
Mitarbeiterzahl: 52.541[1] (2015)
Umsatz: 26,1 Milliarden[1] (2015; inkl. KLM)
Bilanzsumme: € 23,3 Milliarden[1] (2015; inkl. KLM)
Fluggastaufkommen: 50,5 Millionen[1] (2015)
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: Flying Blue
Flottenstärke: 228 (+ 47 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.airfrance.de

Air France (kurz AF) ist die nationale Fluggesellschaft Frankreichs mit Sitz in Paris und Basis auf dem Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle. Sie ist Gründungsmitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam und bildet mit der niederländischen KLM Royal Dutch Airlines die Holding Air France-KLM.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sud-Est SE.161 der Air France im Jahr 1952

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Air France ist 1933 durch eine Fusion entstanden. 1909 wurde die Compagnie Générale Transariènne gegründet, die mit Flugbooten den Flugverkehr in Paris aufnahm. Postflüge führte ab 1918 die Lignes Latécoère durch. Ebenfalls in diesem Jahr entstanden mit Aéronavale, Messageries Aèriennes, Grands Express Aériens, Lignes Farman und Messagieres Transaériennes neue Passagierfluggesellschaften. 1920 wurde die Compagnie de Navigation Franco-Roumaine gegründet. 1921 kam es dann zur ersten Fusion, die Compagnie Générale Transaérienne wurde von Messageries Aériennes übernommen; weitere folgten 1923, als Messageries Aériennes und Grands Express Aériens zur Air Union wurden. Dieser Trend setzte sich fort, 1926 wurde L’Aéronavale von Air Union übernommen und die Aéropostale wurde Nachfolgerin der Lignes Latécorère.

1933 vereinigten sich Air Orient, Air Union, Société Générale de Transport Aérien (vormals Lignes Farman) und die CIDNA zur Société Centrale pour l’Exploitation de Lignes Aériennes (SCELA). Nach der Übernahme der bankrotten Aéropostale im August 1933 wurde die Gesellschaft in Air France umbenannt, die offizielle Präsentation fand am 7. Oktober 1933 am Flughafen in Le Bourget bei Paris statt. Sie übernahm von Air Orient das Symbol der Fluggesellschaft, ein geflügeltes Seepferdchen, und die Geschäftsräume in der Pariser Rue Marbeuf.

Bis zum Zweiten Weltkrieg existierten neben Air France und der Tochter Air France Transatlantique mit Aéromaritime und Air Afrique, die beide Afrika bedienten, sowie der Luftpostgesellschaft Air Bleu drei weitere französische Fluggesellschaften.

Am 10. Mai 1940 begann die Wehrmacht den Westfeldzug; am 22. Juni unterschrieb Frankreich den kapitulationsähnlichen Waffenstillstand von Compiègne. Er beendete die Dritte Französische Republik und das Vichy-Regime entstand. Die Flugzeuge der Air France kamen zur deutschen Lufthansa. Als einziges Zugeständnis ließ Adolf Hitler die inneren Verhältnisse der französischen Kolonien unangetastet, da sie militärisch keine Rolle zu spielen schienen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sud Aviation Caravelle der Air France im Jahr 1963

Unter Charles de Gaulle entstanden in Damaskus die Lignes Aériennes Militaires (LAM), um die unbesetzten Gebiete Frankreichs zu verbinden. Aus den LAM ging 1945 das Réseau des Lignes Aériennes Françaises (RLAF) hervor. Am 26. Juni 1945 wurde die zuvor private Air France verstaatlicht und für den gesamten französischen Flugverkehr zuständig; am 29. Dezember beendete das RLAF deren Tätigkeit. Air France wurde Mitglied der IATA.

Die französische Regierung erlaubte die Gründung der privaten Gesellschaften TAI (Transports Aériens Intercontinentaux) 1946 und der SATI 1948. Diese firmierte 1949 in 'Union Aéromaritime de Transport' (UAT) um. Am 12. November 1954 wurde Air Inter als Fluglinie für Inlandsverbindungen gegründet. Zu den Aktionären zählten unter anderem Air France und die staatliche Eisenbahn SNCF. UTA entstand durch Fusion der TAI und UAT, die neue Gesellschaft konnte nach einer Neuverteilung der Konzessionen durch die französische Regierung verschiedene lukrative Strecken von Air France übernehmen.

Am 14. März 1969 gründeten Air France, Alitalia, Lufthansa und Sabena das ATLAS-Konsortium, um die Schulungs-, Betriebs- und Wartungskosten bei der Einführung der bestellten Großraumflugzeuge des Typs Boeing 747 so gering wie möglich zu halten. Die Unternehmen teilten unter anderem die Wartungsarbeiten sowie die Ersatzteilbeschaffung untereinander auf und legten einheitliche Normen bei den verwendeten Komponenten fest.

Entwicklung ab den 1980er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo bis 2009
Concorde der Air France im Jahr 1977

1988 gründete Air France auf Bestreben der Lufthansa die Gesellschaft EuroBerlin France, an der die Lufthansa beteiligt war, um Zugang nach West-Berlin zu erhalten. Nach der deutschen Wiedervereinigung stellte die Firma ihre Dienste 1992 wieder ein. In der Luftfahrtkrise Anfang der 1990er Jahre begann eine Konsolidierung auf dem französischen Markt. Am 12. Januar 1990 beteiligte sich Air France an der Union de Transports Aériens und deren Tochterfirma Aéromaritime. Zusammen mit Air Inter und der Air Charter bildeten sie die „Groupe Air France“. 1992 wurde UTA von Air France vollständig übernommen, die neue Gesellschaft besaß dadurch auch die Mehrheit der Air Inter-Aktien.

Air Inter ging nach Restrukturierungsmaßnahmen am 12. September 1997 in der Air France auf.[2] British Airways und später Swissair versuchten mit den Gesellschaften TAT, AOM und Air Liberté der Air France in Frankreich Konkurrenz zu machen, scheiterten jedoch und zogen sich wieder zurück.

Am 3. Juni 1998 verlor Air France die Bezeichnung „Staatliche Gesellschaft“, seit dem 22. Februar 1999 wird sie an der Börse gehandelt. 72 % der Mitarbeiter halten Aktien an ihrem Unternehmen. Im Juni 1999 beschlossen Air France und die amerikanische Delta Air Lines eine langfristige Partnerschaft und gründeten am 22. Juni zusammen mit Korean Air und Aeroméxico die LuftfahrtallianzSkyTeam“, in die später weitere Fluggesellschaften aufgenommen wurden.

Im Mai 2004 übernahm Air France die niederländische Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines über einen Aktientausch. Bis 2008 mussten beide Linien aus rechtlichen Gründen als eigenständige Firmen geführt werden. Das fusionierte Unternehmen war zum Zeitpunkt der Fusion das größte Luftfahrtunternehmen Europas und gemessen am Umsatz die größte Fluggesellschaft der Welt.[3] KLM und Air France behalten bis auf weiteres ihre eigenständigen Marken und kooperieren vor allem über das SkyTeam.

Durch die Weltwirtschaftskrise ab 2007 geriet Air France zum ersten Mal seit der Übernahme der KLM in die Verlustzone. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 wurde ein Verlust von 814 Millionen Euro verbucht.[4]

Im September 2011 kündigte Air France-KLM eine Großbestellung über bis zu 110 Langstreckenflugzeuge der Typen Airbus A350 und Boeing 787 an.[5]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Airbus A320-200 der Air France in Retrobemalung

Am 10. Januar 2012 meldete Boeing eine Festbestellung von 25 787-9 durch Air France-KLM mit einer Option über 25 weitere Maschinen.[6][7]

Anfang 2012 beschloss Air France ein Programm namens Transform 2015, mit dem binnen drei Jahren zwei Milliarden Euro eingespart werden sollen. 5.000 Stellen sollen in diesem Zeitraum abgebaut werden.[8] 2012 machte Air France einen Nettoverlust von knapp 1,2 Milliarden Euro.[9] Im ersten Quartal 2013 verbuchte Air France einen weiteren Verlust von 530 Millionen Euro.

Im Juni 2013 bestellte Air France-KLM 25 Airbus A350-900 mit einem Listenpreis von 7,2 Milliarden US-Dollar inklusive weiterer 25 Optionen. Die Flugzeuge sollen ab 2017 im Linienbetrieb bei Air France eingesetzt werden, später auch bei KLM.[10]

Am 31. Oktober 2013 verkündete Air France, dass die letzten beiden Bestellungen für den Airbus A380 möglicherweise in andere Bestellungen umgewandelt werden.[11] Am 17. März 2016 ließ Air France die letzten zwei A380-800 auf drei weitere A350-900 umschreiben.

Am 14. Januar 2016 verabschiedete Air France ihre letzten beiden Boeing 747-400 mit Panoramarundflügen mit den Flugnummern AF744 und AF747. Anschließend wurden die Flugzeuge am 16. und 17. Januar 2016 vor dem Musée de l’air et de l’espace am Flughafen Le Bourget ausgestellt. Am 28. Januar 2016 flog die letzte 747 mit der Patrouille de France in Formation.[12] Der Liniendienst endete bereits am 11. Januar 2016 mit einem Flug vom Flughafen Mexiko-Stadt zum Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle.[13] Die Gesellschaft betrieb die 747 in mehreren Varianten seit Sommer 1970.[14] Die Frachtversion 747-400F wurde bereits geraume Zeit zuvor ausgemustert.

Weibliche Mitarbeiter von Air France wurden in einem internen Schreiben informiert, dass sie bei Flügen nach Teheran in Zukunft „Hosen und eine locker sitzende Jacke“ tragen müssen, und ihr Haar beim Verlassen des Flugzeugs mit einem Kopftuch bedecken müssen. Diese Vorschrift gilt bereits bei Flügen in einige andere Länder, darunter Saudi-Arabien. Nach Gewerkschaftsprotesten will Air France eine Ausnahmeregelung einführen, bei der weibliches Personal, welches kein Kopftuch tragen möchte, für andere Flüge eingeteilt wird.[15] Ein schwuler Steward der Air France forderte außerdem, dass homosexuelle Mitarbeiter nicht auf Flügen in den Iran eingesetzt werden, weil dort auf Homosexualität die Todesstrafe (bei Minderjährigen 74 Peitschenhiebe) steht.[16]

Air France ist die einzige europäische Fluggesellschaft, die noch für Versuchslabors gezüchtete Affen wie Langschwanzmakaken aus südostasiatischen Ländern und Mauritius exportieren. Das Unternehmen wird daher vom Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. und anderen Tierrechtsorganisationen stark kritisiert. Verdeckte Recherchen des britischen „NGO Cruelty Free International“ dokumentieren die Zustände beim Fang und der Zucht der Affen sowie die Transportbedingungen.[17]

Tochterunternehmen und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fluggesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Economy-Klasse an Bord eines Airbus A380-800 der Air France
Business-Klasse an Bord eines Airbus A380-800 der Air France

In den 1990er Jahren erließ die französische Regierung Gesetze zum Schutz kleinerer Regionalfluggesellschaften, wodurch Air France bis heute keine Flugzeuge mit weniger als 100 Sitzplätzen betreiben darf. Solche werden stattdessen von Partnerunternehmen betrieben, die inzwischen von Air France aufgekauft wurden und deren Flugzeuge in der Regel die Bemalung der Air France tragen. Die irische CityJet und die in der Bretagne beheimatete Brit Air gehören zu 100 % Air France, ebenso die Gesellschaft Régional, die 2001 aus der Fusion von Flandre Air, Proteus Airlines und Regional Airlines entstand.

Bis 2016 wurde das Angebot von Régional, Brit Air und Airlinair sukzessive unter der Anfang 2013 gegründeten Marke Hop! zusammengeführt.[18]

Weitere Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Groupe Air France ist Eigentümerin der Beratungsfirma „Air France Consulting“, des Kundenkartenanbieters „Frequence Plus“ und der Beteiligungsgesellschaft „Air France Finance“ sowie den Reparatur- und Wartungsfirmen „Air France Industries“ und Société de Construction et de Réparation de Matériel Aéronautique (kurz „C.R.M.A.“) Die Firma „Servair“ (nicht zu verwechseln mit dem Konkurrenten Servisair) bietet hauptsächlich Flugzeugmenüs, Passagierabfertigung und Flugzeugreinigungen an, Air France ist mit 88,03 % daran beteiligt. Der französische Ableger des Buchungssystems „Amadeus“ gehört zu 66 % der Air France. „Sodexi“, zu 60 % in Air-France-Besitz, ist auf Expressfracht spezialisiert.

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Air France angeflogene Länder

Air France bedient von ihren Drehkreuzen in Paris-Charles-de-Gaulle und Paris-Orly zahlreiche Ziele in Europa, Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Asien an.

Im deutschsprachigen Raum werden in Deutschland Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München, Nürnberg und Stuttgart bedient. Weitere Ziele befinden sich mit Wien in Österreich sowie mit Genf und Zürich in der Schweiz.[19]

Codesharing

Air France arbeitet darüber hinaus mit 50 Codeshare-Partnern zusammen, darunter hauptsächlich Mitglieder des SkyTeams. Darüber hinaus wurden Abkommen mit Fluggesellschaften anderer Luftfahrtallianzen und unabhängigen Gesellschaften abgeschlossen.[20]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A318-100 der Air France
Airbus A321-200 der Air France
Airbus A330-200 der Air France
Boeing 777-200ER der Air France

Air France[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand Mai 2017 besteht die Flotte der Air France aus 228 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 12,6 Jahren:[21]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[22][23] Anmerkungen Sitzplätze[24]
(First/Business/Eco+/Eco)
Airbus A318-100 018 131
Airbus A319-100 036 142
143
Airbus A319LR 002 143
Airbus A320-200 042 03 3 mit Sharklets ausgestattet 165
174
178
Airbus A321-100 005 212
Airbus A321-200 016 1 betrieben durch BH Air 200
212
220
Airbus A330-200 015 208 (-/40/21/147)
Airbus A340-300 009 Ausmusterung vsl. bis 2019; 1 inaktiv 275 (-/30/21/224)
Airbus A350-900 21 Auslieferung vsl. ab 2017 - offen -
Airbus A380-800 010 Air France ist Erstkunde der A380-800 in Europa 516 (9/80/38/389)
Boeing 777-200ER 025 280 (-/40/24/216)
309 (-/35/24/250)
312 (-/28/24/260)
316 (-/16/24/276)
Boeing 777F 002 Frachtflugzeuge der Air France Cargo
Boeing 777-300ER 043 Air France ist Erstkunde der 777-300ER 296 (4/58/28/206)
322 (4/38/28/252)
381 (-/42/24/315)
468 (-/14/32/422)
Boeing 787-9 002 16 Bestellungen der Air France-KLM, genaue Aufteilung unbekannt 276 (-/30/21/225)
Boeing 787-10 07 - offen -
BAe 146-200 002 betrieben durch WDL Aviation 90 (-/-/-/90)
Fokker 100 001 betrieben durch Trade Air 109 (-/-/-/109)
Gesamt 228 47

Tochtergesellschaften und Franchise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Tochtergesellschaften Brit Air, CityJet, Régional und die Franchise-Unternehmen Airlinair und Air Corsica führen im Namen von Air France zahlreiche innerfranzösische Regional- und Zubringerflüge durch und bedienen teilweise auch regionale europäische Flugziele.

Der Flugbetrieb der Airlinair, Brit Air und Régional wurde bis 2016 sukzessive unter der Dachmarke Hop! zusammengefasst.[25]

Stand 1. Mai 2017
Fluggesellschaft Anzahl bestellt Anmerkungen
Air Corsica[26] 010 Franchise-Gesellschaft
CityJet[27] 032 6
Hop![28] 090
Summe 132 6

Historische Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 737-500 der Air France im Jahr 2001

Air France hat in ihrer langen Geschichte eine Vielzahl unterschiedlicher Flugzeugtypen betrieben:[29][30]

Hierzu einige exemplarische Zusatzinformationen:

  • Boeing 737: Air France führte am 11. Juni 2007 ihren letzten Boeing 737-Linienflug durch. Dieser führte von Turin nach Paris-Charles de Gaulle und trug die Flugnummer AF1703. Durchgeführt wurde der Flug von einer 737-500 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen F-GJND, die im Dezember 1991 an Air France ausgeliefert worden war und bei Air France über 34.300 Flugstunden absolviert hatte. Im Cockpit saß der Air France-737-Flottenchef.
  • Boeing 747-200: Ende Juni 2005 musterte Air France die letzten 747-200 aus. Die letzte Maschine bediente lediglich noch die Strecke zwischen Paris-Orly und Saint-Denis auf Réunion. Ende 2007 wurde dann auch die Frachtversion der -200 ausgemustert.
  • Boeing 747-300: Die letzten vier 747-300 wurden im Spätsommer 2006 ausgemustert. Zuletzt flogen diese nur noch zwischen Paris-Orly und Guadeloupe sowie Martinique.
  • Concorde: Von 1976 bis zum Sommer 2003 betrieb Air France fünf Concorde, deren Flugverbindungen aufgrund der zuletzt schwachen Nachfrage und der hohen Wartungskosten eingestellt wurden.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Air France sind von ihrer Gründung bis Oktober 2017 insgesamt 112 Totalverluste von Flugzeugen verzeichnet. Bei 65 davon waren insgesamt 1751 Todesopfer zu beklagen.[31] Einige der Unfälle sind hier exemplarisch dargestellt:

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 3. September 1946 stürzte eine Douglas DC-3A der Air France (F-BAOB) nach dem Start vom Flughafen Kopenhagen etwa 40 km südwestlich davon bei Køge ab. Alle 22 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere kamen ums Leben. Als Ursache wird eine Treibstoffleckage angenommen, die zu einem Triebwerksbrand führte.[33][34]
  • Am 4. September 1946, nur einen Tag später, stürzte eine Douglas DC-3D der Air France (F-BAXD) nach dem Start vom Flughafen Le Bourget wenige Kilometer entfernt in eine Fabrik im Ort Le Blanc-Mesnil. Von den 26 Insassen kamen 4 Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere sowie eine Person am Boden ums Leben.[35][36]
  • Am 3. Februar 1951 flog eine Douglas DC-4-1009 der Air France (Kennzeichen F-BBDO) nahe Buea, Kamerun in 2600 Metern Höhe in einen Berg. Die Maschine war auf dem Weg von Douala nach Niamey. Alle 23 Passagiere und sechs Crewmitglieder starben.[41][42]
  • Am 11. August 1951 brach nahe Moisville eine Douglas DC-3D der Air France (Kennzeichen F-BAXB) auf einem Testflug vom Flughafen Le Bourget aus in der Luft auseinander. Alle fünf Crewmitglieder starben.[43][44]
  • Am 3. März 1952 kurvte eine Sud-Est SE.161 Languedoc (F-BCUM) gleich nach dem Start vom Flughafen Nizza nach links und nahm eine immer größer werdende Schräglage ein. Schließlich drehte sie sich auf den Rücken und stürzte etwa einen Kilometer nördlich des Flughafens ab. Als Ursache wurde ein blockiertes Querruder ermittelt, welches durch eine abgesprungene Steuerkette an der Steuersäule des Kapitäns verursacht worden war. Dieser Aufbau der Steuerung wurde als Konstruktionsfehler festgestellt. Bei diesem schwersten Unfall einer Languedoc wurden alle vier Besatzungsmitglieder und 34 Passagiere getötet.[45]
  • Am 1. September 1953 stürzte eine Lockheed L-749 Constellation (F-BAZZ) auf dem Air-France-Flug 178 von Paris nach Nizza am Mont Cimet, etwa 80 Kilometer nordwestlich von Nizza ab. Alle 42 Insassen kamen ums Leben.
  • Am 10. Mai 1961 stürzte eine Lockheed L-1649 Starliner (F-BHBM) auf dem Flug von Fort Lamy nach Marseille etwa 100 km nördlich von Edjele, Algerien, vermutlich nach einem Sprengstoffanschlag über der Sahara ab. Das Heck der Maschine wurde in 1,5 Kilometer Entfernung vom Hauptwrack gefunden. Alle 78 Personen an Bord starben.[48]
  • Am 11. September 1968 stürzte auf dem Air-France-Flug 1611 eine Sud Aviation Caravelle (F-BOHB) auf dem Weg von Ajaccio auf Korsika nach Nizza mit 95 Personen an Bord ab. Als Unfallursache wird ein Feuer an Bord angegeben. Andere vertreten die These, dass die Maschine versehentlich abgeschossen wurde.[49]
  • Am 24. Juli 1974 stürzte eine Fokker F-27 (F-BPUI) nahe Nantes ab, wobei alle drei Menschen an Bord bestehend aus der Besatzung ums Leben kamen.[51]
  • Am 21. Dezember 1987 wurde eine von Air Littoral betriebene Embraer EMB 120 (Kennzeichen F-GEGH) auf einem Air-France-Flug beim Landeanflug auf den Flughafen Bordeaux schon fünf Kilometer nordöstlich des Platzes in den Boden geflogen. Dabei kamen alle 16 Insassen ums Leben. Die Crew hatte bei schlechtem Wetter Schwierigkeiten mit dem Anflug, die Maschine geriet schließlich zu tief und kollidierte mit Bäumen. Es handelte sich um einen Controlled flight into terrain.[52]
  • Am 26. Juni 1988 verunglückte auf dem Air-France-Flug 296 ein Airbus A320-100 (F-GFKC) auf dem Flugplatz Mülhausen-Habsheim. Die Maschine führte im Rahmen einer Vorführung einen tiefen Vorbeiflug durch, gewann jedoch am Ende des Flughafengeländes nicht an Höhe, streifte einige Bäume und stürzte schließlich in einen Wald, wo sie ausbrannte. Drei von 136 Menschen an Bord starben. Es wird vermutet, dass die Maschine extrem tief und langsam flog und die Crew die für das Durchstarten erforderliche Geschwindigkeit zu spät erhöhte.[53]
  • Am 20. April 1998 kollidierte eine von Air France bei TAME geleaste Boeing 727-200 (HC-BSU) auf dem Air-France-Flug 422 auf dem Weg von Bogotá nach Quito aufgrund eines Pilotenfehlers mit einem Berg. Alle 53 Menschen an Bord kamen ums Leben.[54]
  • Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde (F-BTSC) auf dem Air-France-Flug 4590 kurz nach dem Start vom Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle auf ein Hotel. Bei dem Unfall starben alle 109 Insassen der Maschine sowie vier Menschen in dem Gebäude. Grund war ein abgebrochenes Metallteil aus Triebwerk 2 einer zuvor gestarteten McDonnell Douglas DC-10 der Continental Airlines, das nun auf der Startbahn lag. Das Teil riss während des Startlaufs der Concorde einen ihrer Reifen auf, dessen Trümmer den Tank aufschlugen und ein Kabel im Radschacht kappten. Die Funken, die an dem Kabel entstanden, entzündeten das auslaufende Kerosin. Die bereits brennende Maschine war trotz der auftretenden Triebwerksstörung schon zu schnell und konnte den Startlauf nicht mehr abbrechen.[55]
  • Am 2. August 2005 schoss ein Airbus A340-300 (F-GLZQ) auf dem Air-France-Flug 358 in Toronto über die Landebahn hinaus und stürzte in einen Graben. Das Flugzeug brannte vollständig aus. Es waren keine Todesopfer zu beklagen.

An Bord des Flugzeugs befanden sich 216 Passagiere, darunter 28 Deutsche und 12 Crewmitglieder. Als Absturzursache gilt der Ausfall der Geschwindigkeitssensoren durch Vereisung und die darauf folgende Reaktion der Cockpitbesatzung, die durch falsche und widersprüchliche Steuerungsbefehle einen Strömungsabriss verursachte. Ein Großteil des Wracks mit Flugschreiber und Cockpitstimmenrekorder konnte erst im Jahr 2011 nach einer großangelegten Suchaktion gefunden werden.[56]

Entführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 18. Oktober 1973 entführte eine Passagierin, die Frau des französischen Filmproduzenten Georges Cravenne, eine Boeing 727-200 (F-BPJC) auf dem Weg von Paris nach Nizza. Die Maschine wurde schließlich in Marseille gestürmt und die Frau erschossen.[57]
  • Am 26. Dezember 1994 wurde auf dem Air-France-Flug 8969 ein Airbus A300B2-1C (F-GBEC) auf dem Weg nach Paris auf dem Flughafen Algier gekapert. Nachdem drei Passagiere durch die Entführer ermordet worden waren, flog die Maschine nach Marseille, wo sie gestürmt und alle vier Entführer erschossen wurden.[59]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Air France – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Air France – Reiseführer
 Wikinews: Air France – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d airfranceklm.com – Publications (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  2. Air-France-Chef Blanc tritt aus Protest zurück. In: Berliner Zeitung. 6. September 1997; abgerufen am 11. September 2015.
  3. airliners.de – Air France steigt mit KLM in neue Gewinnhöhen: Kapazitätsausbau, 24. Mai 2007
  4. Manager MagazinAir France-KLM: Erster Verlust in der Konzerngeschichte, 19. Mai 2009
  5. aero.de – Air France-KLM ordert 110 Flugzeuge bei Airbus und Boeing, 16. September 2011
  6. BoeingBoeing, Air France-KLM Finalize Order for 25 787s (englisch), abgerufen am 10. Januar 2012
  7. flightglobal.com – Air France-KLM confirms order for 25 787-9s plus 25 options (englisch)
  8. aerotelegraph.com – Air France: Ärger um Carla Bruni
  9. HandelsblattBis zu 650 Flugbegleiter müssen Air France verlassen
  10. ReutersAir France entschließt sich zum Kauf von 25 A350, 19. Juni 2013
  11. aero.de – Air France zweifelt an A380-Auftrag, 31. Oktober 2013 abgerufen am 1. November 2013
  12. flugrevue.de – Letzte Boeing 747-400 von Air France erhält Ehrengeleit
  13. flugrevue.de – Air France beendet ihren Jumbo-Passagier-Liniendienst
  14. aero.de – Air France verabschiedet sich vom Jumbo, 8. Dezember 2015
  15. Iran-Flüge der Air France: Flugbegleiterinnen rebellieren gegen Kopftuchpflicht. In: Spiegel Online. Abgerufen am 5. April 2016.
  16. Air France's gay stewards rebel over flights to Iran - The Local. In: thelocal.fr. Abgerufen am 12. April 2016.
  17. Rettet die Affen von Mauritius. Abgerufen am 16. November 2017 (deutsch).
  18. aerotelegraph.com – Bringt Air France die Airline Hop?, 7. Januar 2013
  19. airfrance.de – Air France Streckennetz abgerufen am 1. Mai 2017
  20. airfrance.de – Reisen mit unseren Partnern abgerufen am 1. Mai 2017
  21. ch-aviationAir France (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  22. AirbusOrders & deliveries (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  23. BoeingOrders & Deliveries (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  24. airfrance.de – Kabinenpläne abgerufen am 1. Mai 2017
  25. ch-aviationAir France to consolidate HOP! operations from early 2Q, 21. Februar 2016 (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  26. ch-aviationAir Corsica (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  27. ch-aviationCityJet (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  28. ch-aviationHOP! (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  29. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1966 bis 2007
  30. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Sutton, UK, 2008–2013.
  31. Unfallstatistik Air France, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. November 2017.
  32. Unfallbericht Latécoère 631 F-BANT, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. November 2015.
  33. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 43 (englisch), Dezember 1991, S. 91/107.
  34. Unfallbericht DC-3 F-BAOB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. Dezember 2017.
  35. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 43 (englisch), Dezember 1991, S. 91/107.
  36. Unfallbericht DC-3 F-BAXD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. Dezember 2017.
  37. Unfallbericht Languedoc F-BCUC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  38. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 47 (englisch), Dezember 1992, S. 110.
  39. Unfallbericht Latécoère 631 F-BDRC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
  40. Unfallbericht L-749 F-BAZN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. November 2017.
  41. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 52 (englisch), März 1994, S. 94/27.
  42. Unfallbericht DC-4 F-BBDO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. August 2017.
  43. Air-Britain Archive: Casualty compendium part 53 (englisch), Juni 1994, S. 94/53.
  44. Unfallbericht DC-3 F-BAXB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. August 2017.
  45. Unfallbericht Languedoc F-BCUM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.
  46. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 F-BAXL im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. Januar 2016
  47. Flugunfalldaten und -bericht L-1049 F-BHBC im Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 21. Januar 2016
  48. Flugunfalldaten und -bericht L-1649 F-BHBM im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Februar 2016
  49. Flugunfalldaten und -bericht Caravelle 3 F-BOHB im Aviation Safety Network
  50. Flugunfalldaten und -bericht B-707 F-BHSZ im Aviation Safety Network
  51. Flugunfalldaten und -bericht F-27-500 F-BPUI im Aviation Safety Network
  52. Unfallbericht EMB-120 F-GEGH, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. November 2017.
  53. Flugunfalldaten und -bericht A320 F-GFKC im Aviation Safety Network
  54. Flugunfalldaten und -bericht B-727-200 HC-BSU im Aviation Safety Network
  55. Flugunfalldaten und -bericht Concorde F-BTSC im Aviation Safety Network
  56. Unfallbericht A330 F-GZCP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 12. November 2017.
  57. Flugunfalldaten und -bericht F-BPJC im Aviation Safety Network
  58. Flugunfalldaten und -bericht F-BSGZ im Aviation Safety Network
  59. Flugunfalldaten und -bericht F-GBEC im Aviation Safety Network