Uwe Birnstein

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Uwe Birnstein (* 1962 in Bremen) ist ein deutscher Theologe und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium der evangelischen Theologie in Hamburg arbeitet er seit 1989 als freier Journalist für öffentlich-rechtliche Sendeanstalten (Fernsehen, Radio), Zeitungen und Zeitschriften. Er hat mehrere Bücher verfasst und herausgegeben.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind die kritische Berichterstattung über christlichen Fundamentalismus in Deutschland sowie die populärwissenschaftliche Präsentation biblischer, theologischer und historischer Themen. Außerdem schrieb er zwei „Kirchen-Krimis“, die im religiösen Milieu spielen. Seit 2007 gibt er im Wichern Verlag (Berlin) die Buchreihe "wichern porträts" heraus, die bedeutende protestantische Persönlichkeiten vorstellt.

Birnstein lebt in Lutherstadt Wittenberg. Er betreibt dort seit 2011 die Agentur BirnsteinsBüro, die im Bereich von Kirche, Kunst und Kultur Künstler und Referenten berät und vernetzt sowie Buch- und CD-Projekte vermittelt.[1]

Kontroverse

Im Jahr 2006 löste Birnstein mit einem Artikel, den er für das "Sonntagsblatt", der "Evangelischen Wochenzeitung für Bayern" geschrieben hatte, eine Kontroverse aus. In einem fiktiven Dialog zwischen einem Interviewer und dem biblischen Josua schilderte Birnstein, was in seinen Augen der Hintergrund des Nahostkonflikts sei. Kritik löste vor allem die Passage aus, in der er erklärte, dass "der Ursprung der Gewalt" zwischen Israelis und Palästinensern eben nicht im 20. Jahrhundert gelegen habe, sondern "vor über 3000 Jahren."[2] Birnstein ließ Josua, der für ihn für "die Unterjochung der Bevölkerung Palästinas" verantwortlich war, sagen: "Denn wie wir Juden uns das Land genommen haben, geschah nicht immer auf friedliche Art und Weise.[3] Darauf reagierte der jüdische Journalist Henryk M. Broder mit bissiger Ironie: "Bis jetzt mußten die Juden damit leben, daß sie den Heiland auf dem Gewissen haben – falls sie überhaupt ein Gewissen haben. Nun aber kommt raus, daß der Nahostkonflikt nicht, wie bis jetzt angenommen, mit der Gründung Israels angefangen hat, sondern schon viel früher, vor über 3ooo Jahren mit der ersten Landnahme.... Was ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Gott hat sich geirrt, Israel muß weg, sonst gibts im Nahen Osten keinen Frieden."[4] Aus dem Raum der evangelischen Kirche äußerte sich der Theologe Gerhard Gronauer zu dem Vorfall. Er kritisierte Birnsteins Text, weil dessen "Wortwahl ... im Textzusammenhang die Schlussfolgerung" zulasse: "'Die Juden' sind Schuld an der Gewalt, die sich seit biblischen Zeiten im Heiligen Land ereignet hat."[5] Man dürfe die Krisen und Kriege im Nahen Osten nicht allein der Judenheit und dem Staat Israel anlasten.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website von BirnsteinsBüro
  2. Birnstein, Uwe: Sagen Sie mal, Josua... Interviews mit Personen der Bibel (156), in: Sonntagsblatt. Evangelische Wochenzeitung für Bayern vom 5.2.2006. URL: http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2006_06_23_01.htm (Abruf vom 8.2.2006).
  3. Ebd.
  4. Broder, Henryk M.: "Ich war dabei!" – Gott lenkt, Birnstein denkt, Josua redet. URL: http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=1888&ref=0 (Aufruf vom 31.12.2006).
  5. Gronauer, Gerhard: „Es geht um den Weltfrieden!“ Der Streit um die Jahreslosung, in: Korrespondenzblatt 121 (4/2006), 49–54, hier 52.