VEKA

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VEKA AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1969
Sitz Sendenhorst, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Vorstand:
  • Bonifatius Eichwald
  • Elke Hartleif
  • Werner Schuler

Aufsichtsrat:

Mitarbeiterzahl 6.000 (2018)[1]
Umsatz 1,1 Mrd. Euro (2018)[1]
Branche Kunststoffverarbeitende Industrie, Kunststoffextrusion
Website www.veka.de

Die Veka AG (Eigenschreibweise: VEKA) ist ein Produzent von Kunststoff-Profilsystemen für die Herstellung von Fenstern, Türen, Rollläden und Schiebetüren sowie von Plattensystemen aus Polyvinylchlorid (PVC). Der Stammsitz des familiengeführten Unternehmens befindet sich im westfälischen Sendenhorst, darüber hinaus gehören Tochtergesellschaften in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika zur Gruppe. Mit der Übernahme des Herstellers Gealan im Jahr 2014 wurde Veka zum Weltmarktführer für Kunststoffprofile.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Veka AG liegen im Jahr 1969. Damals übernahm Unternehmensgründer Heinrich Laumann eine kleine Firma mit acht Mitarbeitern[3], die Rollladen- und Bauprofile aus Kunststoff herstellte. Kunststofffenster stellten damals noch ein unbedeutendes und technisch nicht ausgereiftes Produkt dar. Laumann war aber von den Eigenschaften und Möglichkeiten extrudierter PVC-Profile für Fenster und Türen überzeugt[4] und trieb mit seiner Firma Vekaplast die Entwicklung und Produktion eines eigenen Profilsystems voran.

Zwei Jahre später brachte Vekaplast mit „Basis“ ihr erstes Kunststoffprofilsystem für Fenster auf den Markt. Bald wurde die Produktpalette um Haustür- und Schiebetürsysteme erweitert. Die Firma expandierte und zog im Jahr 1974 auf ein 11,5 ha großes Gelände im Industriegebiet „Schörmel“ in Sendenhorst, noch heute der Stammsitz des Unternehmens. Ab 1983 begann die verstärkte Erschließung von Märkten außerhalb Deutschlands mit der Gründung erster Tochtergesellschaften in Spanien, den USA, Frankreich und Großbritannien. Zudem wurde 1985 unter dem Namen Vekaplan ein eigenständiger Bereich für Kunststoffplatten ins Leben gerufen.

1990 erfolgte die Umwandlung von Vekaplast in die Kapitalgesellschaft Veka GmbH, 1992 wurde diese in eine Aktiengesellschaft überführt. Die Aktien befinden sich bis heute vollständig im Besitz der Familien Laumann und Hartleif.[5]

Mit dem Ziel, beim Wertstoff PVC den Stoffkreislauf zu schließen und die Verbrennung oder Deponierung von ausgebauten Kunststofffenstern als Müll zu vermeiden[6], nahm Veka im Jahr 1993 die europaweit größte und modernste Recyclinganlage für Fenster, Türen, Rollläden und Profilabschnitte aus Kunststoff in Betrieb: Bei der Veka Umwelttechnik im thüringischen Hörselberg-Hainich, Ortsteil Behringen können jährlich bis zu 50.000 t PVC in hoher Reinheit für die Profilproduktion zurückgewonnen werden.[7] Weitere Recyclingwerke in Frankreich und England folgten in den Jahren 2006 und 2007.

Unternehmensgründer Heinrich Laumann legte 2000 sein Mandat als Vorstandsvorsitzender nieder, wechselte in den Aufsichtsrat und übernahm dort den Vorsitz. Sein Nachfolger wurde Hubert Hecker. In jenem Jahr erzielte die Veka Gruppe erstmals einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Hecker ging im Jahr 2006 in den Ruhestand. Seitdem steht Andreas Hartleif, Schwiegersohn Heinrich Laumanns und bereits seit 1997 Mitglied des Vorstands, an der Spitze des Unternehmens.[5] Heinrich Laumann ist am 3. September 2018 im Alter von 89 Jahren verstorben.[8]

Im Jahr 2014 gab Veka die Übernahme des Wettbewerbers Gealan aus dem fränkischen Oberkotzau bekannt. Damit beschäftigte die Unternehmensgruppe weltweit insgesamt über 5.000 Mitarbeiter, davon 1.400 Mitarbeiter am Hauptsitz in Sendenhorst.[9] 2018 waren weltweit etwa 6.000 Mitarbeiter bei Veka beschäftigt, davon 4.600 bei Veka und 1.400 bei Gealan. Die Veka Gruppe erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro.[1]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktpalette von Veka umfasst Profilsysteme für Fenster, Rollläden, Türen und Schiebetüren. Darunter finden sich spezialisierte Profilsysteme, etwa für eine besonders hohe Wärmedämmung nach Passivhausstandard, aber auch solche, die landestypische Besonderheiten bei der baulichen Gestaltung oder spezielle klimatische Verhältnisse berücksichtigen. Veka produziert darüber hinaus Kunststoffplatten für verschiedene Einsatzbereiche, etwa den Display- und Schilderbau sowie den Innenausbau von Fahrzeugen und Schiffen.[10] In den USA stellt Veka außerdem Terrassendielen, Treppengeländer und Zaunelemente her.[11]

Auf der Fensterbau Frontale 2016 stellte Veka dem Fachpublikum außerdem die ersten Studien für Industrie-4.0-Lösungen für die Fensterbranche[12], verschiedene Automatisierungslösungen für Smart-Home-Anwendungen sowie mit Veka Spectral die erste eigene Oberflächentechnologie für Kunststoffprofile[13] vor. Alle Technologien befinden sich im Jahr 2018 in serieller Produktion.

Vertrieb und Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veka verkauft seine Produkte aus dem Kunststoff-Profilbereich ausschließlich an Handwerks- und Industriebetriebe, die sich auf den Fensterbau spezialisiert haben. Die Plattensysteme werden ebenfalls nicht direkt, sondern an weitere kunststoffverarbeitende Fachbetriebe wie Display- oder Messebauer vertrieben. Das Unternehmen bietet darüber hinaus Beratungsleistungen sowie Informationsmaterial für Architekten und Planer an.

Die Unternehmensgruppe unterhält derzeit 41 Standorte auf 4 Kontinenten, davon 24 Produktionswerke mit insgesamt 472 Extrusionslinien. Mehr als 50 Länder werden direkt vom Standort Sendenhorst aus beliefert. 2018 lag die Gutproduktion bei 405.000 Tonnen.[1]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veka ist der erste deutsche Investor, der sich in Sibirien angesiedelt hat. Sowohl die russische als auch die deutsche Regierung würdigten dieses Engagement mit einer Einladung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Hubert Hecker zu den deutsch-russischen Regierungskonsultationen 2006 in Tomsk.[14]

Die Veka AG wurde in der Vergangenheit mehrfach für ihr vorbildliches Engagement für Ausbildung und Betriebskultur ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Ausbildungspreis der Jungen Deutschen Wirtschaft (JDW), dem freien Zusammenschluss von Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) und Junioren des Handwerks, oder als Bester Arbeitgeber im Münsterland und Deutschlands bester Arbeitgeber.[15] Außerdem erhielt Veka den Wirtschaftspreis Trophée Internationale de l’Industrie des Institut International de Promotion et de Prestige.[16]

Unternehmensgründer Heinrich Laumann war Ehrenbürger der Stadt Sendenhorst und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Die gemeinsam mit seiner Frau Rita gegründete Rita und Heinrich Laumann Stiftung setzt sich seit 2008 für alte und kranke Menschen ein.[17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreisheimatverein Beckum-Warendorf (Hrsg.): In 40 Jahren an die Weltspitze – die VEKA AG in Sendenhorst. In: Münsterland: Jahrbuch des Kreises Warendorf, Band 61, 2012.
  • Dirk Holtbrügge et al.: Stakeholder-Netzwerke ausländischer Unternehmungen in Russland: Eine empirische Studie. In: Reinhard Moser (Hrsg.): Internationale Unternehmensführung: Entscheidungsfelder und politische Aspekte. Springer-Verlag, 2010, ISBN 978-3-8349-8431-9, S. 33–65.
  • Thorsten M. Kühlmann, Hans-Dieter Haas: Internationales Risikomanagement: Auslandserfolg durch grenzüberschreitende Netzwerke. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2008, ISBN 978-3-486-58875-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d 50 Jahre VEKA. VEKA AG, abgerufen am 4. April 2019.
  2. Veka: Übernahme von Gealan erfolgreich vollzogen. In: Bauelemente Bau, 7. Juli 2014. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  3. Heinrich Laumann baute die Veka AG auf: Gewiefter Stratege. In: Westfälische Nachrichten, 26. Juli 2012. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  4. Zum 80. Rückzug ins Privatleben. In: Westfälische Nachrichten, 3. April 2009. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  5. a b Unternehmensgeschichte. VEKA AG, abgerufen am 9. Mai 2018.
  6. Kreatives Recycling: Das Milliardengeschäft mit unserem Müll. In: Wirtschaftswoche, 24. November 2014. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  7. Über uns. VEKA Umwelttechnik, abgerufen am 2. Mai 2015.
  8. Veka-Gründer starb mit 89 Jahren. In: Westfälische Nachrichten, 6. September 2018. Abgerufen am 4. April 2019. 
  9. VEKA: Innovativ und qualitätsorientiert in die Zukunft. In: Wirtschaft aktuell. Sonderveröffentlichung für den Kreis Warendorf und die Stadt Münster. Mai 2015.
  10. Produkte. VEKA AG, abgerufen am 9. Mai 2018.
  11. Products. VEKA, INC., abgerufen am 2. Mai 2015 (englisch).
  12. IPS – Intelligent Product Solutions für smarte Fenster. VEKA AG, abgerufen am 9. Mai 2018.
  13. VEKA SPECTRAL. VEKA AG, abgerufen am 9. Mai 2018.
  14. Kühlmann, Haas: Internationales Risikomanagement: Auslandserfolg durch grenzüberschreitende Netzwerke. 2008, S. 232.
  15. VEKA AG ausgezeichnet beim Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2014“. (Nicht mehr online verfügbar.) VEKA AG, archiviert vom Original am 10. Mai 2018; abgerufen am 9. Mai 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.veka.de
  16. I.I.P.P laureates. Institut International de Promotion et de Prestige, abgerufen am 2. Mai 2015 (englisch).
  17. Pläne der Laumann-Stiftung: Für ein gutes Leben im Alter. VEKA AG, abgerufen am 9. Mai 2018.