VEKA AG

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VEKA AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1969
Sitz Sendenhorst, Deutschland
Leitung Vorstand:

Aufsichtsrat:

Mitarbeiter 5.000 (2015)[1]
Umsatz > 1 Mrd. EUR (2014)[2]
Branche Kunststoffverarbeitende Industrie, Kunststoffextrusion
Website www.veka.de

Die VEKA AG ist ein Produzent von Kunststoff-Profilsystemen für die Herstellung von Fenstern, Türen, Rollläden und Schiebetüren sowie von Plattensystemen aus Polyvinylchlorid (PVC). Der Stammsitz des familiengeführten Unternehmens befindet sich im westfälischen Sendenhorst, darüber hinaus gehören Tochtergesellschaften in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika zur Gruppe. Mit der Übernahme des Herstellers GEALAN im Jahr 2014 wurde VEKA zum Weltmarktführer für Kunststoffprofile.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der VEKA AG liegen im Jahr 1969. Damals übernahm Unternehmensgründer Heinrich Laumann eine kleine Firma mit acht Mitarbeitern[3], die Rollladen- und Bauprofile aus Kunststoff herstellte. Kunststofffenster stellten damals noch ein unbedeutendes und technisch nicht ausgereiftes Produkt dar. Laumann war aber von den Eigenschaften und Möglichkeiten extrudierter PVC-Profile für Fenster und Türen überzeugt[4] und trieb mit seiner Firma VEKAPLAST die Entwicklung und Produktion eines eigenen Profilsystems voran.

Zwei Jahre später brachte VEKAPLAST mit „BASIS“ ihr erstes Kunststoffprofilsystem für Fenster auf den Markt. Die Nachfrage war so groß, dass die Produktpalette bald auch um Haustür- und Schiebetürsysteme erweitert wurde. Die Firma expandierte und zog im Jahr 1974 auf ein 11,5 ha großes Gelände im Industriegebiet „Schörmel“ in Sendenhorst, noch heute der Stammsitz des Unternehmens. Ab 1983 begann die verstärkte Erschließung von Märkten außerhalb Deutschlands mit der Gründung erster Tochtergesellschaften in Spanien, den USA, Frankreich und Großbritannien. Zudem wurde 1985 unter dem Namen VEKAPLAN ein eigenständiger Bereich für Kunststoffplatten ins Leben gerufen.

Im Jahr 1990 erfolgte die Umwandlung von VEKAPLAST in die Kapitalgesellschaft VEKA GmbH, im Jahr 1992 wurde diese in eine Aktiengesellschaft überführt. Die Aktien befinden sich bis heute vollständig im Besitz der Familie Laumann.[5]

Mit dem Ziel, beim Wertstoff PVC den Stoffkreislauf zu schließen und die Verbrennung oder Deponierung von ausgebauten Kunststofffenstern als Müll zu vermeiden[6], nahm VEKA im Jahr 1993 die europaweit größte und modernste Recyclinganlage für Fenster, Türen, Rollläden und Profilabschnitte aus Kunststoff in Betrieb: Bei der VEKA Umwelttechnik im thüringischen Hörselberg-Hainich, Ortsteil Behringen können jährlich bis zu 50.000 t PVC in hoher Reinheit für die Profilproduktion zurückgewonnen werden.[7] Weitere Recyclingwerke in Frankreich und England folgten in den Jahren 2006 und 2007.

Unternehmensgründer Heinrich Laumann legte im Jahr 2000 sein Mandat als Vorstandsvorsitzender nieder, wechselte in den Aufsichtsrat und übernahmen dort den Vorsitz. Sein Nachfolger wurde Hubert Hecker. In jenem Jahr erzielte die VEKA Gruppe erstmals einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Hecker ging im Jahr 2006 in den Ruhestand. Seitdem steht Andreas Hartleif, Schwiegersohn Heinrich Laumanns und bereits seit 1997 Mitglied des Vorstands, an der Spitze des Unternehmens.[5]

Im Jahr 2014 gab VEKA die Übernahme des Wettbewerbers GEALAN aus dem fränkischen Oberkotzau bekannt. Damit beschäftigt die Unternehmensgruppe weltweit insgesamt 5.000 Mitarbeiter (davon 1.400 Mitarbeiter am Hauptsitz in Sendenhorst)[1] und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 1 Milliarde Euro.[2]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktpalette von VEKA umfasst Profilsysteme für Fenster, Rollläden, Türen und Schiebetüren. Darunter finden sich spezialisierte Profilsysteme, etwa für eine besonders hohe Wärmedämmung nach Passivhausstandard, aber auch solche, die landestypische Besonderheiten bei der baulichen Gestaltung oder spezielle klimatische Verhältnisse berücksichtigen. VEKA produziert darüber hinaus Kunststoffplatten für verschiedene Einsatzbereiche, etwa den Display-, Schilder, Fahrzeug- und Schiffsbau.[8] In den USA stellt VEKA außerdem Terrassendielen, Treppengeländer und Zaunelemente her.[9]

Vertrieb und Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEKA verkauft seine Produkte aus dem Kunststoff-Profilbereich nicht direkt an private Bauherren, Wohnungsbaugesellschaften oder Bauträger, sondern ausschließlich an Handwerksbetriebe des Fensterbaus. Die Plattensysteme werden ebenfalls nicht direkt, sondern an weitere kunststoffverarbeitende Fachbetriebe wie Display- oder Messebauer vertrieben. Das Unternehmen bietet darüber hinaus Beratungsleistungen sowie Informationsmaterial für Architekten und Planer an.

Zur Unternehmensgruppe gehören derzeit 42 Verkaufsniederlassungen und 26 Tochtergesellschaften auf drei Kontinenten[1]: in Spanien, den USA, Frankreich, Großbritannien, Polen, China, Singapur, Thailand, Malaysia, Indien, Russland, Brasilien, Rumänien und Mexiko. Mehr als 50 Länder werden direkt vom Standort Sendenhorst aus beliefert.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEKA ist der erste deutsche Investor, der sich in Sibirien angesiedelt hat. Sowohl die russische als auch die deutsche Regierung würdigten dieses Engagement mit einer Einladung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Hubert Hecker zu den deutsch-russischen Regierungskonsultationen 2006 in Tomsk.[10]

Im Jahr 2003 wurde der VEKA AG der Ausbildungspreis der Jungen Deutschen Wirtschaft (JDW), dem freien Zusammenschluss von Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) und Junioren des Handwerks, verliehen. 2004 erhielt VEKA den Wirtschaftspreis Trophée Internationale de l’Industrie des Institut International de Promotion et de Prestige.[11]

Weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreisheimatverein Beckum-Warendorf (Hrsg.): In 40 Jahren an die Weltspitze – die VEKA AG in Sendenhorst. In: Münsterland: Jahrbuch des Kreises Warendorf, Bd. 61, 2012.
  • Dirk Holtbrügge et al.: Stakeholder-Netzwerke ausländischer Unternehmungen in Russland: Eine empirische Studie. In: Moser, Reinhard (Hrsg.): Internationale Unternehmensführung: Entscheidungsfelder und politische Aspekte. Springer-Verlag 2010. S. 33–65. ISBN 978-3-8349-8431-9.
  • Kühlmann, Thorsten M. und Hans-Dieter Haas: Internationales Risikomanagement: Auslandserfolg durch grenzüberschreitende Netzwerke. Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008. ISBN 978-3-4865-8875-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c VEKA: Innovativ und qualitätsorientiert in die Zukunft. In: Wirtschaft aktuell. Sonderveröffentlichung für den Kreis Warendorf und die Stadt Münster. Mai 2015.
  2. a b c Veka: Übernahme von Gealan erfolgreich vollzogen. In: Bauelemente Bau, 7. Juli 2014. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  3. Heinrich Laumann baute die VEKA AG auf: Gewiefter Stratege. In: Westfälische Nachrichten, 26. Juli 2012. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  4. Zum 80. Rückzug ins Privatleben. In: Westfälische Nachrichten, 3. April 2009. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  5. a b Unternehmensgeschichte. VEKA AG, abgerufen am 2. Mai 2015.
  6. Kreatives Recycling: Das Milliardengeschäft mit unserem Müll. In: Wirtschaftswoche, 24. November 2014. Abgerufen am 2. Mai 2015. 
  7. Über uns. VEKA Umwelttechnik, abgerufen am 2. Mai 2015.
  8. Produkte. VEKA AG, abgerufen am 2. Mai 2015.
  9. Products. VEKA, INC., abgerufen am 2. Mai 2015 (englisch).
  10. Kühlmann und Haas: Internationales Risikomanagement: Auslandserfolg durch grenzüberschreitende Netzwerke. 2008, S. 232.
  11. I.I.P.P laureates. Institut International de Promotion et de Prestige, abgerufen am 2. Mai 2015 (englisch).