VR Leasing

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VR-Leasing AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1972
Sitz Eschborn, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Vorstand:
  • Theophil Graband (Vorsitzender)
  • Markus Klintworth
  • Ian Lees
  • Kerstin Scholz

Aufsichtsratsvorsitzender:

  • Uwe Fröhlich
Mitarbeiterzahl 700 (2017)[1]
Umsatz 466,76 Mio. Euro (Leasingerträge, 2017)[1]
Branche Finanzdienstleister
Website www.vr-smart-finanz.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die VR-Leasing AG (kurz: VR Leasing; Eigenschreibweise VR-LEASING Aktiengesellschaft) ist die Leasingtochter der DZ Bank und bietet Finanzierungsmöglichkeiten an. Das Leistungsspektrum umfasst Lösungen für Leasing, Mietkauf und Kredit sowie digitale Services rund um den Finanzierungsalltag.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige VR Leasing AG startete 1972 mit ca. 35 Mitarbeitern in Mörfelden als AMG-Allgemeine Mietgesellschaft mbH + Co.; ein Anteilseigner war die damalige Deutsche Genossenschaftskasse (später DG Bank, heute DZ Bank).

Anfang der 1980er Jahre geriet die AMG in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Dietrich Walther und Horst Wüstkamp verkauften ihre Anteile an die Genossenschaftsbanken. Es folgte Bedo Panner als Sanierer von der DG Bank. In Folge blieben von den vielen Tochtergesellschaften nur einzelne übrig. So gab es beispielsweise die Volksbanken-Leasing-Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder die Deutsche Genossenschafts-Leasing GmbH als Holding, zu der unter anderem die DG Leasing GmbH und die DG Immobilien-Leasing GmbH gehörten.

In den 1990er Jahren begann unter Leitung des damaligen Vorstandsvorsitzenden, Reinhard Goedel eine Neuausrichtung. Alle genossenschaftlichen Leasingaktivitäten sollten in einer einzigen Gesellschaft konsolidiert werden. Am 18. Juli 1995 vereinte man schließlich alle Leasinggesellschaften in der neuen VR-Leasing GmbH. Die Fusion wurde gemeinsam mit der Einweihung der neuen Hauptverwaltung in Eschborn gefeiert. Seit Beginn der 1990er Jahre verstärkten sich die Auslandsaktivitäten der VR Leasing (sowohl in west- als auch in osteuropäische Märkte). Im Zuge dessen folgte schließlich die Übernahme und Gründung der ausländischen Beteiligungsgesellschaft Lombard Lízing in Ungarn, der FB Leasing in Russland sowie der genossenschaftlichen VBLI in Wien mit ihren verschiedenen Tochtergesellschaften im osteuropäischen Raum. 1998 wurde die VR Leasing in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

2001 wurde die VR Diskontbank eine Tochtergesellschaft der VR Leasing. Ende 2003 wurden die Factoringaktivitäten der VR Diskontbank auf eine eigene Gesellschaft, die VR Factorem, ausgegliedert. Die VR Factorem wurde 2010 eine 100%ige Tochtergesellschaft der VR Leasing.

Reinhard Gödel schied aus gesundheitlichen Gründen Ende 2010 aus.

Die Expansion nach Mittel- und Osteuropa führte, nachdem dort die Konjunktur einbrach, zu mehreren verlustreichen Jahren. Im März 2012 wurde aufgrund der Verluste der Vorstand ausgetauscht.[2] Es erfolgte eine strategische Neuausrichtung mit Konzentration auf das Inland (ohne Immobiliengeschäft) als Kerngeschäft: Das Neugeschäft im Immobilienleasing wurde eingestellt, die Auslandsaktivitäten abgebaut. Der Umbau sollte nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Theophil Graband bis 2017 abgeschlossen werden.[3] Nach einem Ergebnis vor Steuern von −32,8 Mio. Euro in 2011, wurde 2012 das stark negative operative Ergebnis in Höhe von −236,2 Mio. Euro durch einen Ertragszuschuss der Gesellschafter i. H. v. 245,2 Mio. Euro ausgeglichen.[4] Vor allem aufgrund der Halbierung der Risikovorsorge für faule Kredite konnte VR Leasing mit einem Ergebnis von 13,1 Mio. Euro vor Steuern im ersten Halbjahr 2013 schwarze Zahlen schreiben.[3] Im Jahr 2016 erwirtschaftete die VR Leasing eine schwarze Null. Seit Juli 2018 treten die Geschäftsfelder mit Fokus auf die Mittelstandsfinanzierung mit den Volks- und Raiffeisenbanken unter dem Markenauftritt VR Smart Finanz auf.[5]

Die VR-Leasing AG ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen.[6]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VR Leasing AG bietet Finanzierungslösungen insbesondere für Fahrzeuge, Maschinen, Informations- und Kommunikationstechnik, erneuerbare Energien sowie Medizintechnik.

Das Produktportfolio erstreckt sich von Leasing, Mietkauf und Kredit über Factoring bis zu Zentralregulierung. Die Produkte Factoring und Zentralregulierung bietet die VR Leasing über ihre Tochtergesellschaften VR Factorem und VR Diskontbank an.

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VR-Leasing AG 2011[4] 2013[7] 2015[8] 2017[1]
Bilanzsumme (in Mio. €) 4153 3217 4900 4700
Leasingerträge (in Mio. €) 1128,8 1021,2 716,6 466,8
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 810 748 772 700

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anteilseignerin der VR-Leasing AG ist bei einem Grundkapital von 62,0 Mio. Euro die DZ Bank AG.

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • VR Diskontbank GmbH, Eschborn
  • VR Factorem GmbH, Eschborn
  • VB-Leasing International Holding GmbH, Wien (50 %)[7]
  • BFL Leasing GmbH, Eschborn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c VR-Leasing AG: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017. In: Bundesanzeiger, 23. Mai 2018.
  2. VR Leasing tauscht Vorstände aus. In: Handelsblatt, 2. März 2012. Abgerufen am 12. Dezember 2013.
  3. a b VR Leasing wieder im Plus. In: Handelsblatt, 2. August 2013. Abgerufen am 12. Dezember 2013.
  4. a b Geschäftsbericht 2012. VR Leasing, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  5. https://www.vr-smart-finanz.de/servicebereich/impressum
  6. Mitgliederverzeichnis des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen, abgerufen am 2. Oktober 2018
  7. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 der VR-Leasing AG. In: Bundesanzeiger, 13. August 2014.
  8. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2015 der VR-Leasing AG. In: Bundesanzeiger, 14. Juni 2016.

Koordinaten: 50° 8′ 49,3″ N, 8° 33′ 27,1″ O