Val de Réchy

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Val de Réchy
Der Fluss Rèche überwindet mit einem Wasserfall eine Felsklippe.

Der Fluss Rèche überwindet mit einem Wasserfall eine Felsklippe.

Lage Wallis, Schweiz
Gewässer Rèche
Gebirge Crêt du Midi, Roc d’Orzival, Becs de Bosson, Mont Noble, La Maya
Geographische Lage 604780 / 120664Koordinaten: 46° 14′ 15″ N, 7° 30′ 2″ O; CH1903: 604780 / 120664
Val de Réchy (Kanton Wallis)
Val de Réchy
Vorlage:Infobox Gletscher/Wartung/Bildbeschreibung fehlt

Das Val de Réchy[1] (auch Vallon de Réchy[2][3]) ist ein kleines, unbewohntes Seitental der Rhone im Süden des Schweizer Kantons Wallis. Es verläuft von Süd nach Nord und wird durch den Bach Rèche durchflossen, der schliesslich in die Rhone mündet. Der nördliche, tiefste Teil des Tals gehört zur Gemeinde Chalais (Höhe 524 m ü. M.), der mittlere Teil zur Gemeinde Grône, während der höchstgelegene Teil des Tales bis zu den Becs de Bosson auf einer Höhe von 3149 m ü. M. zur Gemeinde Mont-Noble (bis 2011 Nax[4]) gehört.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine Zwischental schiebt sich zwischen das Val d’Anniviers im Osten und dem Val d’Hérens im Westen. Umrahmt wird es gegen Osten von der Bergkette Crêt du Midi, Roc d’Orzival, Becs de Bosson und gegen Westen vom Mont Noble und La Maya. Über den Col de Cou führt ein Saumpfad ins Val d’Hérens. Auf einer Höhe von 2567 m ü. M. liegt der kleine Bergsee Le Louché. Von dort fliesst der Bach Rèche talwärts, durch das Moorgebiet des Ar du Tsan und über einen Wasserfall gen Norden. An der das Tal querenden Strasse zwischen Vercorin und Nax befindet sich die denkmalgeschützte[5] Refuge de la Vallée de Rechy.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal weist eine typische alpine Fauna mit Gämsen, Hirschen, Murmeltieren und Steinböcken auf. Im Moorgebiet um den Ar du Tsan und in den Anschwemmungen der Rèche finden sich Arten, die in der Schweiz selten sind. Ausserdem finden sich Edelweiss und Steinbrech.[3]

Bewässerungskanäle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser des Rèches wird schon seit Jahrhunderten durch Suonen (Bisses) geführt und für die Bewässerung der Wiesen verwendet. Die 6,3 km lange Bisse de Vercorin wurde Ende des 14. Jahrhunderts auf der rechten Talseite gebaut. Auf einer Höhe von 1685 m wird der Rèche Wasser entnommen und auf die Wiesen des Feriendorfes Vercorin geleitet.[6] Die Route Nr. 58 "Chemin des Bisses"[7] von SchweizMobil führt entlang der alten, noch funktionstüchtigen Wasserleitung. Die zweite Wasserleitung im Tal, die Bisse de Réchy dient der Bewässerung der Felder von Chalais und ist noch heute aktiv, allerdings in Röhren. Sie entnimmt das Wasser auf 634 m Höhe aus dem Fluss und leitet es auf 566 m Höhe auf die Felder oberhalb von Chalais.[8]

Einrichtung des Naturschutzgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal, das sich selbst nicht für Ski Alpin eignet, war als Verbindung der umgebenden Skigebiete mittels Skiliften im Gespräch. Gegner dieser Entwicklung schrieben ein Buch über die „Reichtümer des Vallon de Réchy“, das 1984 vom WWF Wallis herausgegeben wurde. Es forderte seine Unterschutzstellung.[2][3] Das Gebiet rund um den Ar du Tsan wurde zwischen 1987 und 1991 von der Schweizerischen Vereinigung für Pflanzensoziologie[9] untersucht.[10] 1988 wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau der Lifte durchgeführt.[11] 1989 wurde die Einrichtung eines Naturschutzgebietes beantragt.[10] Die Moorlandschaft oberhalb des Ar du Tsan auf dem Gebiet der damaligen Gemeinde Nax wurde 1996 die in die «Liste der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung» aufgenommen.[1][10] Am 1. April 1998 wurde das 3480 ha grosse Gebiet «Val de Réchy - Sasseneire» in das «Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung» aufgenommen (BLN - Objekt 1715).[11][12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • René-Pierre Bille, WWF Valais: Les richesses naturelles du vallon de Réchy : en vue de sa mise sous protection. WWF Valais, Martigny 1984.
  • Vallon de Réchy – ein landschaftliches Kleinod (PDF; 927 kB), Die Alpen 4/2002, S. 44–51.
  • Geneviève Tenthorey: Paysage géomorphologique du haut-val de Réchy (Valais, Suisse) et hydrologie liée aux glaciers rocheux. Freiburg im Üechtland 1993. Dissertation.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 451.35 Verordnung über den Schutz der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung, 1. Mai 1996.
  2. a b René-Pierre Bille, WWF Valais: Les richesses naturelles du vallon de Réchy : en vue de sa mise sous protection. WWF Valais, Martigny 1984.
  3. a b c Vallon de Réchy – ein landschaftliches Kleinod (PDF; 927 kB), Die Alpen 4/2002, S. 44–51.
  4. Pierre Carruzzo: Nax. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  5. B–Objekte VS 2018. Canton du Valais Inventaire PBC, Objets B, État: 1.1.2018 (pas de changements pour 2018) / Kanton Wallis KGS-Inventar, B-Objekte, Stand: 1.1.2018 (Keine Änderungen gegenüber dem Vorjahr). In: babs.admin.ch / kulturgueterschutz.ch. Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS – Fachbereich Kulturgüterschutz, 1. Januar 2018, abgerufen am 31. Dezember 2017 (PDF; 357 kB, 11 S., wird jährlich erneuert, keine Änderungen für 2018).
  6. Musée des Bisses : Bisse de Vercorin
  7. Wanderland Schweiz: Wanderroute 58 Chemin des Bisses
  8. Musée des Bisses : Bisse de Réchy
  9. heute die Arbeitsgruppe Vegetatio Helvetica der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft
  10. a b c Réserve du Val de Réchy (Memento des Originals vom 1. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grone.ch, Webseite der Gemeinde Grône, abgerufen am 25. September 2013.
  11. a b Verbindung Vercorin - Grimentz - St. Martin - Nax (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vs.ch (PDF; 27 kB), Kantonaler Richtplan - Koordinationsblatt d.705/2, Kanton Wallis, 5. Mai 1999.
  12. Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, admin.ch.