Ski Alpin

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Szene eines alpinen Skirennens

Beim alpinen Skirennen (kurz: Ski Alpin) befahren die Rennläufer einen durch Tore abgesteckten Kurs auf einer Skipiste. Ski alpin (auch Skifahren genannt) ist neben Skilanglauf, Skispringen, Nordischer Kombination, Freestyle-Skiing und Snowboard eine olympische Ski-Disziplin. Die Wertung erfolgt durch Zeitmessung der Fahrt des einzelnen Rennläufers, bei der alle Tore vom Start bis ins Ziel korrekt durchfahren werden müssen. Wettkämpfe werden in acht verschiedenen Wettbewerben ausgetragen, die sich nach Kurssetzung, Toranzahl und -abstand, Streckenlänge, Höhenunterschied und Wertungsmodus unterscheiden. Typische Wettbewerbe sind Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Alpine Kombination.

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt acht vom Internationalen Skiverband (FIS) anerkannte alpine Wettbewerbe. Die Definition von Disziplinen und Wettbewerben im alpinen Ski-Rennsport ist inhomogen. Laut FIS ist eine Disziplin ein Zweig eines Sports und kann einen oder mehrere Wettbewerbe umfassen. Zum Beispiel gilt Ski Alpin als Disziplin, während die Alpine Kombination als Wettbewerb gilt.

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abfahrt gilt für viele als die Königsdisziplin des alpinen Skisports, da sie nicht nur anspruchsvolle Kurven, Sprünge und Gleitphasen beinhaltet, sondern auch sehr hohe Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h aufweist und deshalb neben ausgereifter Technik auch Mut und hohen Krafteinsatz von den Läufern verlangt. Die Abfahrt weist die längste Strecke aller Wettbewerbe auf und ist nach dem Slalom der zweitälteste alpine Skiwettbewerb. Vor einem Rennen finden ein bis drei Trainingsläufe statt, damit sich die Fahrer den Streckenverlauf genau einprägen können. Bei einem Abfahrtswettbewerb absolvieren alle Skiläufer im Gegensatz zu den Slalomdisziplinen nur einen Lauf. Der Läufer mit der schnellsten Zeit ist Sieger.

Super-G[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Super-G steht für Super Giant Slalom, also Super-Riesenslalom. Der Super-G wurde 1982 als Wettbewerb in den Weltcup-Kalender aufgenommen und ist nach der Abfahrt der zweitschnellste Wettbewerb im alpinen Skisport. Die Strecke beim Super-G ist zwar kürzer als bei der Abfahrt, aber technisch anspruchsvoller, da es mehr Richtungstore gibt, die zudem enger gesetzt sind. Gemeinsam mit der Abfahrt zählt der Super-G zu den so genannten „Speed-Wettbewerben“, die von den Sportlern und Sportlerinnen vor allem Kraft, Ausdauer und Mut verlangen. Wie bei der Abfahrt entscheidet eine Laufzeit über das Resultat.

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Riesenslalom (englisch Giant Slalom (GS)) wird auch als Riesentorlauf (RTL) bezeichnet. Die zu umfahrenden Tore sind so gesetzt, dass ständige Richtungswechsel erfolgen. Da ein Riesenslalom-Kurs weniger Tore aufweist als ein Slalom und diese auch in einem größeren Abstand zueinander stehen, sind bedeutend weniger Schwünge erforderlich, wodurch die Rennläufer höhere Geschwindigkeiten erreichen. Gemeinsam mit dem Slalom zählt der Riesenslalom zu den so genannten Technik-Wettbewerben. Beim Riesenslalom werden zwei verschiedene Läufe mit unterschiedlicher Kurssetzung auf der gleichen Piste absolviert. Dabei kann es aber unterschiedliche Streckenführungen geben, wonach nur Start und Ziel am selben Ort sind, der erste Lauf aber auf der rechten Seite der Piste, der zweite auf der linken (oder umgekehrt) ausgetragen werden könnten. Dies hängt vom Ausmaß der Piste (manchmal auch bloß von den gegebenen Schneeverhältnissen) ab. Beide Läufe finden am selben Tag statt. Die beiden Laufzeiten werden addiert, die schnellste Gesamtzeit bedeutet den Sieg.

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Slalom, auch als Torlauf bezeichnet, ist der älteste Wettbewerb im alpinen Skisport und wird vornehmlich als der technisch anspruchsvollste Wettbewerb bezeichnet. Slalomkurse haben sehr kurze Torabstände, die extrem schnelle Richtungswechsel erfordern. Die Fahrtlinie der Skis führt sehr nahe an den Stangen vorbei, weshalb die Stangen mit den Händen oder Beinen weggekippt werden, um den Körper-Schwerpunkt möglichst nahe an der Falllinie zu halten. In Slalomwettbewerben werden wie im Riesenslalom zwei verschiedene Läufe auf der gleichen Piste absolviert und die Zeiten beider Läufe addiert. Diverse Slalomhänge lassen sehr unterschiedliche Streckenführungen für beide Läufe zu, so z. B. in Wengen oder Kitzbühel, wo die Topographie beider Läufe sich stark unterscheiden kann (Start und Ziel befinden sich allerdings an derselben Stelle). Der Rennläufer mit der niedrigsten Gesamtzeit hat gewonnen.

Kombinationswettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Kombinationswettkämpfe, die Super-Kombination, die klassische alpine Kombination und Sonderformen. Für Super-Kombinationsbewerbe werden eigene Teilwettbewerbe durchgeführt. Bei Super-Kombinationsbewerben zählt im Gegensatz zu klassischen alpinen Kombinationswertungen aus eigenständigen Einzelbewerben nur das Gesamtergebnis aus zwei Läufen. Sonderformen von Kombinationswettkämpfen sind Triple- und Quadruple-Wettbewerbe. Der Durchführungsmodus von Kombinationsbewerben hat sich im Lauf der Zeit immer wieder stark verändert und sorgt häufig für Kontroversen zwischen den Vertretern der FIS und den nationalen Verbänden. Die Super-Kombination ist eine neue Variante der früheren alpinen Kombination und besteht aus nur einem Slalomlauf sowie einer verkürzten Abfahrt oder einem Super-G-Lauf. Beide Läufe werden am selben Tag innerhalb eines möglichst kurzen Zeitabstand durchgeführt. 2005 wurde die erste Super-Kombination als Weltcup-Wettbewerb ausgetragen. 2007, bei der Alpinen Ski-WM in Åre wurde die Super-Kombination erstmals bei einem Großereignis durchgeführt. Die klassische alpine Kombination wurde aus dem Programm gestrichen.

Parallel-Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Parallelbewerben werden zwei möglichst identische Kurse nebeneinander gesetzt, die immer gleichzeitig von zwei Läufern befahren werden. In der Regel absolvieren die Läufer jeden der beiden Kurse, um geländemäßige Ungleichheiten zu egalisieren. Parallelbewerbe werden meistens im K.-o.-System ausgetragen. Der Läufer mit der schnellsten Zeit aus beiden Läufen kommt eine Runde weiter. Die Parallelrennen werden meistens als weiter gesetzter Slalom, manchmal als Riesenslalom durchgeführt. Parallelbewerbe wurden zunächst bei so genannten „Profi-Rennen“, einer Abspaltung vom FIS Weltcup, gefahren. 1975 wurde der erste Parallelslalom im Weltcup beim Saisonfinale in Gröden durchgeführt. Von 1998 bis 2010 standen keine Parallelrennen im Weltcupkalender. Seit 2011 ist das Parallelrennen als City Event fester Bestandteil des Weltcups. An den Weltmeisterschaften von Cortina d'Ampezzo 2021 werden erstmals Parallelrennen als Einzeldisziplinen abgehalten werden[1].

K.-o.-Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei K.-o.-Wettbewerben findet zunächst ein Qualifikationslauf auf einem ersten Kurs statt. Das 30-köpfige Feld der nächsten Runde ergibt sich aus den Zeiten. Anschließend findet ein erster Lauf mit Duellen „Platz 16 gegen Platz 15“ bis „Platz 30 gegen Platz 1“ auf einem zweiten Kurs statt. Das 18-köpfige Feld der nächsten Runde ergibt sich aus den 15 Duellen sowie 3 Lucky Losern. Anschließend findet ein zweiter Lauf mit Duellen „Platz 10 gegen Platz 9“ bis „Platz 18 gegen Platz 1“ auf einem dritten Kurs statt. Das 9-köpfige Feld der nächsten Runde ergibt sich aus den 9 Duellen. Schließlich findet der Finallauf auf dem dritten Kurs statt. Das Endergebnis ergibt sich aus den Zeiten der beiden letzten Runden.[2]

Mannschaftswettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren unterschiedliche Varianten des Mannschaftswettbewerbs. Der Mannschaftswettbewerb auf Profi-Ebene wurde von 2005 bis 2009 im Modus Combined Team Event (Super-G und Slalom) ausgetragen und wird seit 2010 im Modus Alpine Team Event (Parallel-Riesenslalom) ausgetragen.

Ausrichtung von Skirennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation und Durchführung von Skirennen, die im Kalender der FIS geführt werden, unterliegt der internationalen Wettkampfordnung (IWO). An im FIS-Kalender ausgeschriebenen Wettkämpfen, sind von den nationalen Skiverbänden gemeldeten Wettkämpfer mit gültiger FIS-Lizenz, aller der FIS angeschlossenen Skiverbände im Rahmen der jeweils gültigen Quoten teilnahmeberechtigt. Alle im FIS-Kalender ausgeschriebenen internationalen Wettkämpfe müssen durch einen Technischen Delegierten der FIS überwacht werden.

Neben Skirennen für Rennläufer mit FIS-Lizenz werden in vielen Skigebieten auch Skirennen für Hobbysportler ausgetragen, die in Ablauf und Reglement meistens an die Basisregeln der FIS angepasst sind. Bei diesen so genannten Publikumsrennen, oft auch Hobby-, Gäste- und scherzhaft Bauernrennen genannten Veranstaltungen, handelt es sich zumeist um sehr einfach gewählte Riesentorläufe mit kürzerer Streckendistanz und geringerer Hangneigung.

Startintervalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Änderung zu den Startintervallen wurde am FIS-Kongress am 18./19. Mai 1979 in Nizza beschlossen. Sie brauchten nun nicht mehr 60 Sekunden zu betragen, sondern konnten bis zu 120 Sekunden ausgeweitet werden. Dies wurde im Interesse von TV-Aufnahmen adaptiert.[3]

Rennstrecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpine Ski-Rennstrecken, auf denen von der FIS anerkannte Wettbewerbe ausgetragen werden, müssen von der FIS homologiert sein und genau festgelegte Standards der Präparierung und Sicherheit für den jeweiligen Wettkampf erfüllen. Die Einhaltung dieser Standards wird von der Renn-Jury unter Führung von Rennleiter und technischem Delegierten der FIS überwacht.

Zu den wichtigen Sicherheitsvorkehrungen zählen durch Fangnetze und Polsterungen gesicherte Sturzräume und eine, den Gegebenheiten angepasste, Kurssetzung. Die Präparierung der Rennpisten erfolgt im Hinblick darauf, allen Teilnehmern annähernd gleiche Bedingungen zu bieten. Aus diesem Grund wird auf eine möglichst kompakte und gleichmäßige Schneedecke Wert gelegt, die durch physikalische und chemische Präparierungsmethoden erzielt wird. Die Torstangen sind spezielle genormte Konstruktionen (Kippstangen), die bei Körperkontakt möglichst wenig Widerstand bieten.

Einteilung der Wettkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IWO der FIS enthält folgende Einteilung von Skiwettkämpfen:

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Material bei alpinen Skirennen zählen insbesondere:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ski Alpin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ski-WM-News - 2 neue WM-Rennen statt Kombinations-Aus. 13. Februar 2019, abgerufen am 13. Februar 2019.
  2. Book IV – Joint Regulations for Alpine Skiing. In: International Competition Rules. FIS, Juli 2018, abgerufen am 18. Februar 2019.
  3. «Schladming stach Veltlin aus» - letzter Absatz. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 20. Mai 1979, S. 12 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).