Valepp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rote Valepp unterhalb des Spitzingsees
Ehemaliges Forsthaus Valepp
Kapelle Maria Hilf in Valepp

Valepp bezeichnet sowohl ein Gebirgstal, einen Bach wie auch eine Ansiedlung südlich des Spitzingsees in den Schlierseer Bergen, Mangfallgebirge, Bayerische Voralpen. Die Gegend gehört zum Markt Schliersee im Landkreis Miesbach und wird von Stolzenberg und Rotwand im Norden sowie Schinder und Hinterem Sonnwendjoch im Süden dominiert.

Ansiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name wurde erstmals 1539 als Alpe Valldep im Besitz des Klosters Scheyern erwähnt und bezog sich auf das Weidegebiet an der heutigen Grenze zwischen Bayern und Österreich. Die etymologische Herkunft ist unklar. Nahe der Alpe befand sich bereits seit 1504 eine Tiroler Klause, die im 19. Jahrhundert durch die weiter südlich auf Tiroler Gebiet liegende Erzherzog-Johann-Klause ersetzt wurde. Im Nationalsozialismus arbeiteten auf der Alm und in einer nahegelegenen Jagdhütte von Heinrich Himmler Gefangene des Konzentrationslagers Dachau im Rahmen der Außenkommandos Valepp Bauer Marx und Valepp Jagdhaus Himmler. Heute befinden sich im Bereich dieser Alm das Forsthaus Valepp und die Ochsenalm, die 1983 Schauplatz einer wegen ihrer unbeabsichtigt langen Dauer bekanntgewordenen, neunstündigen Bergwanderung von Franz Josef Strauß und Helmut Kohl war. Das Forsthaus Valepp wurde ursprünglich vom Salinenamt Bad Reichenhall erbaut und dient als Ausflugsgaststätte. Sie ist seit Herbst 2016 für eine umfangreiche Sanierung geschlossen.[1] Der Eigentümer, die Bayerischen Staatsforsten, hat keine Informationen über eine Wiedereröffnung, alle Pachtineteressenten haben abgesagt.[2]

Die Siedlung Valepp ist von Rottach-Egern (Ortsteil Enterrottach) über eine Mautstraße über den Wechsel, vom Spitzingsee aus über eine asphaltierte nichtöffentliche Fahrstraße zu erreichen. Auf beiden Straßen verkehrt die RVO-Buslinie 9560 von Mitte Mai bis Mitte Oktober.

Gewässer und Gebirgstal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebirgstal, das den Spitzingsee ab der Wurzhütte mit der Siedlung Valepp verbindet, wird ebenfalls als „die Valepp“ bezeichnet. Der sie durchfließende Bach heißt Rote Valepp und ist der einzige Abfluss des Spitzingsees. Das Fließgewässer wird erstmals in den Jahren 1078–1080 in einer Grenzbeschreibung des Hochstifts Freising als „Wldeppe“ erwähnt.[3] Nördlich der Siedlung Valepp trifft die Rote mit der Weißen Valepp zusammen und führt auf der restlichen kurzen Strecke bis zur österreichischen Grenze nur noch den Namen Valepp. Jenseits der Grenze fließt sie als Grundache in die Brandenberger Ache, die in den Inn mündet. Entlang der Roten Valepp verlief in den Jahren 1919 bis 1922 die Neuhauser Bockerlbahn, eine Bahnstrecke für den Abtransport von Sturmholz zum Bahnhof Fischhausen-Neuhaus.

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mäander sind vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als bedeutendes Geotop (Geotop-Nummer: 182R001) ausgewiesen.[4]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bayerischen Denkmalliste sind folgende Bauten aus dem Ort Valepp als Baudenkmäler aufgeführt: das 1841 erbaute Forsthaus Valepp, das 1683 errichtete Klausenhaus und die 1710 geweihte Kapelle Maria Hilf. Baudenkmäler in der näheren Umgebung sind die 1849 erbaute Ochsenalm, die Rote Valeppalm (Oberleitnerhütte) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Waitzingeralm im Roten Valepptal.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Beez: Das Ende der Kult-Hütten. Horrende Sanierungskosten, keine Pächter. In: tz, 16. November 2016, S. 9
  2. Münchner Merkur: Forsthaus Valepp: Pächtersuche geht weiter, Neueröffnung nicht in Sicht, 13. März 2019
  3. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 227, Nr. 257.
  4. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop Mäander der Roten Valepp (abgerufen am 19. Oktober 2017).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Valepp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 36′ 57,3″ N, 11° 53′ 38″ O