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Postsendung

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(Weitergeleitet von Versendungsform)

Als Postsendung wird in der Alltagssprache ein Schriftstück oder ein Gegenstand, der mit Hilfe eines Postunternehmens zu einem Empfänger transportiert (aufgegeben) wird, bezeichnet. Mit der Übergabe beginnt der Postlauf.

Bei der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post der DDR war Postsendung eine Sammelbezeichnung für alle Sendungen, die zur Postbeförderung zugelassen waren. § 4 Nummer 5 PostG definiert Postsendungen als Briefsendungen und adressierte Pakete. Soweit sie durch lizenzierte Unternehmen befördert werden, zählen Bücher, Kataloge, Zeitungen und Zeitschriften ebenfalls dazu.

In § 4 Nummer 2 PostG wird Briefsendung als adressierte schriftliche Mitteilung, mit Ausnahme von Katalogen, wiederkehrend erscheinenden Druckschriften sowie teiladressierten Sendungen, definiert.

Kleingutsendungen

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Geldübermittlungssendungen

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Bei der Deutschen Post AG gibt es zahlreiche der genannten Postsendungsarten, wobei die Produktpalette seit den 1990er Jahren um verschiedene Angebote erweitert wurde.

Waagenteller einer Briefwaage, auf den Portosätze (Post-Entgelte, Postgebühren) aufgedruckt sind; um 1900

Das Entgelt oder Porto (Plural: Portos oder Porti; ursprünglich von lat.: porto „ich trage“, übernommen aus dem Italienischen) ist der Preis der Dienstleistung. Bei öffentlich-rechtlichen Postbetrieben wird der Begriff Postgebühren genutzt. Die Bezahlung dieser Entgelte erfolgt durch den Kauf und das Aufkleben von Briefmarken, durch einen Aufdruck mit speziellen Stempelmaschinen oder per elektronischer „Briefmarke“. Dieser Vorgang wird als frankieren oder freimachen bezeichnet. Die Preise für Briefe in Deutschland wurden zum 1. Juli 2019 mit Zustimmung der Bundesnetzagentur angehoben.[1] Da die Preise im europäischen Vergleich niedriger lagen, erfolgte die Erhöhung der Tarife. Dadurch soll der Brieftransport für das Postunternehmen rentabler zu gestalten sein.[2] Zum Januar 2022 wurden die Tarife erneut erhöht.[3] Die letzte Erhöhung erfolgte zum Januar 2025:

Entgelthöhe der Deutschen Post AG (Stand 1. Januar 2025)
Art Länge
in mm
Breite
in mm
Höhe
in mm
max. Gewicht
in Gramm
Preis
in Euro
Postkarte 140–235 90–125 0,95
Standardbrief 140–235 90–125 05 0020 0,95
Kompaktbrief 100–235 70–125 10 0050 1,10
Großbrief 100–353 70–250 20 0500 1,80
Maxibrief 100–353 70–250 50 1000 2,90
Briefporto in Österreich[4] (Stand 1. Januar 2025)
Brief max. Format
in mm
Gewicht Standard

in Euro[Anmerkung 1]

Premium

in Euro[Anmerkung 2]

Brief S L 235 × B 162 × H 5 bis 20 g 1,00 1,30
Brief M L 235 × B 162 × H 5 21–75 g 1,55 1,85
Päckchen S L 353 × B 250 × H 30 bis 2 kg 3,10 3,40
Versand in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (Stand 1. Januar 2025)
Typ Format Dicke Gewicht B-Post[5]
in CHF[Anmerkung 3]
A-Post[6]
in CHF[Anmerkung 4]
Standardbrief bis Format B5 (250 × 176 mm) bis 20 mm 001–0100 g 1.00 1.20
21–50 mm 3.00 3.20
Midibrief bis Format B5 (250 × 176 mm) bis 20 mm 101–0500 g 1.40 1.70
21–50 mm 3.40 3.70
Grossbrief bis Format B4 (353 × 250 mm) bis 20 mm 001–1000 g 2.00 2.50
Briefporto in Italien[7]   –   Briefmarke (francobollo)
Sendebereich Versandart Dimensionen Gewicht Preis

in Euro

innerhalb Italiens Posta 4[Anmerkung 5] Piccolo[Anmerkung 6] bis 20 g 1,10
innerhalb Italiens Posta 4[Anmerkung 5] Piccolo[Anmerkung 6] bis 50 g 2,60
innerhalb Italiens Posta 1
Posta Prioritaria[8]
Piccolo[Anmerkung 6] bis 50 g 2,60
innerhalb Italiens Posta 1
Posta Prioritaria
Media[Anmerkung 7] bis 100 g 2,80
Deutschland
Österreich
Schweiz
Postapriority
Internazionale[Anmerkung 8]
Standardbrief bis 50 g 3,50
Deutschland
Österreich
Schweiz
Postamail
Internazionale[Anmerkung 9]
Standardbrief bis 50 g 1,15

Zusatzleistungen

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Entgeltermäßigungen gibt es für Büchersendungen, Warensendungen, Warenpost und Dialogpost sowie Pressepost (Postvertriebsstück, Streifbandzeitung, Pressesendung). Außerdem wird Großkunden auf die ausgewiesenen Preise Rabatte gewährt. Für andere Postanbieter werden Teilleistungen angeboten, die ebenfalls günstiger sind. Hierbei müssen die anderen Anbieter Sendungen vorsortieren oder schleusen diese erst im Ziel-Briefzentrum ein.

Private deutsche Postanbieter orientieren sich hinsichtlich der Formate und Preise in der Regel an den Tarifen der Deutschen Post, wobei sie diese meist leicht unterbieten. Die Größen der Formate orientieren sich an den Regeln der internationalen Postunion.

Nachgebühr, auch Nach- oder Strafporto – bei der Deutschen Post als Nachentgelt bezeichnet – wird in einigen Ländern erhoben. Falls eine Sendung vom Absender nicht ausreichend frankiert wurde, fordert die Post die Differenz zuzüglich eines Strafzuschlages vom Empfänger ein. Werden dafür Briefmarken verwendet, so spricht man allgemeinhin von Strafportomarken, Nachportomarken oder einfach Portomarken. Spätestens seit 2012 werden in Deutschland nicht ausreichend frankierte Sendungen in der Regel auf Grund des Frankierungszwanges an den Absender zurückgeschickt und mit einem gelben Aufkleber markiert.[9]

Formen der Sendung

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Es gibt verschiedene Formen, Postsendungen abzuwickeln (in Deutschland Versendungsform genannt). Diese können sich nach Sicherheit und Geschwindigkeit unterscheiden.

Für die Beförderung erheben die Postunternehmen ein erhöhtes Entgelt, das je nach der besonderen Versendungsform unterschiedlich ist. Die Versendungsform setzt zwingend eine bestimmte Sendungsart voraus.

Eine korrekte Adressierung einer Postsendung ist Voraussetzung für kurze Postlaufzeiten. Eine maschinenlesbare Adresse ermöglicht eine hohe Automatisierung im Postlauf. Hierzu gehören eine maschinenlesbare Schrift, eine feste Form der Empfängerangabe und die Einhaltung von verschiedenen Zonen auf der Anschriftseite.[10]

Eine Vorausverfügung ist ein Hinweis im Adressfeld einer Postsendung oberhalb der Empfängeranschrift, der die Behandlung der Sendung vorgibt, wenn diese unzustellbar ist.

Weiterfranko bezeichnete denjenigen Anteil an der bezahlten Briefgebühr, der einer fremden Postanstalt zustand, vor dem Weltpostverein (1875).

Durchsicht, Sicherstellung

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In Deutschland dürfen die Polizei, Justiz, Nachrichtendienste, der Verfassungsschutz uvm. unter bestimmten Voraussetzungen Postsendungen durchsehen und sicherstellen (die folgende beispielhafte Aufzählung beschränkt sich auf Polizei und Justiz):

Wiktionary: Postsendung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Die Zustellung erfolgt nach 2 bis 3 Werktagen.
  2. Mindestens 95% der Briefe mit der Zusatzleistung Premium  erreichen am nächsten Arbeitstag ihr Ziel in Österreich.
  3. B-Post ist die günstige Zustellung in maximal 3 Werktagen
  4. A-Post ist die schnelle Zustellung am nächsten Werktag – auch samstags.
    Für wichtige Briefe geeignet, maximale Aufmerksamkeit, hohe Verbindlichkeit und Wertschätzung.
  5. a b Die Zustellungsdauer beträgt etwa 4 Arbeitstage
  6. a b c Länge 235 mm; Breite bis 120 mm, Höhe bis 5 mm
  7. Länge 140 bis 353 mm, Breite 90 bis 250 mm, Höhe bis 25 mm
  8. Die Zustellung dauert etwa drei Arbeitstage
  9. Die Zustellungsdauer beträgt mehrere Tage

Einzelnachweise

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  1. Leistungen und Preise. Deutsche Post AG, 1. Januar 2019, abgerufen am 30. April 2019.
  2. rp-online.de: Deutsche Post: Was kostet ein Brief?
  3. deutschepost.de: Briefpreisänderungen. Abgerufen am 25. Oktober 2023.
  4. Tarife für Brief in Österreich
  5. [1]
  6. https://www.post.ch/de/briefe-versenden/briefe-schweiz/a-post-brief
  7. Post in Italien
  8. Zustellungsdauer 1 bis 4 Tage
  9. DHL Group: Rückgabegrund Briefsendung. Abgerufen am 19. Januar 2025.
  10. Leitfaden Automationsfähige Briefsendungen. Deutsche Post AG, abgerufen am 18. Juni 2025.