Vielbaum

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Vielbaum
Gemeinde Aland
Koordinaten: 52° 54′ 53″ N, 11° 43′ 31″ O
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 11,07 km²[1]
Einwohner: 225 (31. Dez. 2012)[2]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Krüden
Postleitzahl: 39615
Vorwahl: 039386
Vielbaum (Sachsen-Anhalt)
Vielbaum

Lage von Vielbaum in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche Vielbaum von Südosten aus gesehen
Dorfkirche Vielbaum von Südosten aus gesehen

Vielbaum ist ein Ortsteil der Gemeinde Aland der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Vielbaum, ein Marschhufendorf mit Kirche,[1] liegt am Alten Augraben in der Landschaft Wische, drei Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen und zwei Kilometer südöstlich von Krüden,[4] wo sich der Sitz der Gemeinde Aland befindet.[3] Die nördlich der durch den Ort verlaufenden Landesstraße 2 gelegenen Gemarkungsteile gehören zum Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und sind Teil des Naturschutzgebietes Aland-Elbe-Niederung.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1207 wurde der Verkauf einer Hufe Landes in Vilbom an das Kloster Marienthal bei Helmstedt durch den Markgrafen Albrecht II. bestätigt.[5][6] Weitere Nennungen waren 1208 in Vilbom, 1398 ecclesie in vylbom, 1541 Vilbohm und 1687 Vielbaum.[1]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juni 1902 wurden der Gutsbezirk Vielbaum I und die Landgemeinde Vielbaum mit dem Wohnplatz Wilhelminenhof[7] zu einer Landgemeinde Vielbaum vereinigt.[8] Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Voßhof (früher Rittergut Vielbaum II) und Vielbaum II (früher Rittergut Vielbaum III und V) mit der Landgemeinde Vielbaum vereinigt.[9]

Das Gut Vielbaum I lag direkt westlich der Kirche, Vielbaum II einen Kilometer westnordwestlich der Kirche.[10]

Wilhelminenhof war 1885 bis 1931 ein Wohnplatz der Gemeinde Vielbaum,[1] Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Vielbaum durch Eingemeindung in die Gemeinde Krüden aufgelöst.[11] 1957 war Vielbaum ein Wohnplatz von Krüden.[1] 1986 wurden neben Vielbaum auch Wilhelminenhof und Voßhof als Ortsteile von Krüden aufgeführt.[12]

Bis Ende 2009 blieb Vielbaum ein Ortsteil der bis dahin selbständigen Gemeinde Krüden. Am 1. Januar 2010 wurde der Ort ein Ortsteil der zum gleichen Datum neu gebildeten Gemeinde Aland.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorf/Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 143
1775 217
1789 301
1801 289
1818 311
Jahr Einwohner
1840 343
1864 401
1871 262
1885 158
1895 182
Jahr Einwohner
1905 212
1925 455
1939 335
1946 541
2011 227
Jahr Einwohner
2012 225

Rittergut I (Vielbaum I)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1789 152
1864 54
Jahr Einwohner
1871 38
1885 48
Jahr Einwohner
1895 60
1905 28

Rittergut II (Voßhof)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1892 amtlich nur noch Voßhof genannt, siehe dort.[1]

Rittergut III/V (Vielbaum II)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1864 41
1871 38
Jahr Einwohner
1885 68
1895 36

Quellen:[1][2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Vielbaum gehörte früher zur Pfarrei Krüden (Crüden).[14] Seit dem Jahre 1993 gehörten die Evangelischen aus Vielbaum zum Kirchspiel Krüden-Vielbaum[1] und bis 2018 Pfarrbereich Seehausen.[15] Seit 2018 gehört Vielbaum zum Pfarrbereich Beuster im Kirchenkreis Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[16]

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Vielbaum stammen aus dem Jahre 1651.[17]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[18]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Vielbaum steht auf einer Anhöhe 200 Meter nördlich der Landesstraße 2. Sie ist ein im Ursprung spätromanischer Feldsteinbau aus Schiff und eingezogenem Rechteckchor aus dem Ende des 12. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz.[6][1]
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.

In Vielbaum sind laut Vereinsregister des Amtsgerichtes Stendal zwei Vereine aktiv.

  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Krüden/Vielbaum e. V.
  • Romanische Kirchen Krüden/Vielbaum e. V.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vielbaum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 2290–2296, doi:10.35998/9783830522355.
  2. a b Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).
  3. a b Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 2. Juli 2015 (verwaltungsportal.de [PDF; 275 kB; abgerufen am 6. Dezember 2015]).
  4. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  5. Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 110, Nr. 532 (uni-potsdam.de).
  6. a b Wolfram Bleis, Hans-Peter Bodenstein: Pfarrkirche Vielbaum. In: ndRom.inn (in nuce). Nr. 4, April 2011 (ndrom.de [PDF; 2,2 MB; abgerufen am 8. Dezember 2015]).
  7. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Sachsen. Aufgrund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905. 1909, S. 100–101, Nr. 126.
  8. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1902, ZDB-ID 3766-7, S. 342.
  9. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 214.
  10. Messtischblatt 1542: Wittenberge. Reichsamt für Landesaufnahme, 1937, abgerufen am 16. Juni 2019.
  11. Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 277 (PDF).
  12. Karla Balkow, Werner Christ: Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik. Staatsverlag der DDR, 1986, ISBN 3-7685-2185-0, S. 319, 321, 335.
  13. Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt. 19. Jahrgang, Nr. 17. Stendal 12. August 2009, S. 204 ff. (landkreis-stendal.de [PDF; abgerufen am 25. Juni 2020]).
  14. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 106 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  15. Pfarrbereich Seehausen. Abgerufen am 13. Dezember 2020.
  16. Amtsblatt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland 10 (2018) Nr. 9, S. 175.
  17. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft, 1925, ZDB-ID 504809-6, S. 16 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  18. Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 20. Dezember 2020.