Wahrenberg

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Wahrenberg
Gemeinde Aland
Wappen von Wahrenberg
Koordinaten: 52° 58′ 58″ N, 11° 40′ 42″ O
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 18 km²
Einwohner: 341 (2015)
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 39615
Vorwahl: 039397
Hauptstraße in Wahrenberg
Hauptstraße in Wahrenberg
Wahrenberg (Sachsen-Anhalt)
Wahrenberg
Wahrenberg
Lage von Wahrenberg in Sachsen-Anhalt

Wahrenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf liegt in der Region Altmark, direkt an der Elbe im äußersten Norden des Landkreises Stendal bzw. des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Auf der gegenüberliegenden, nordöstlichen Elbseite liegt in circa sechs Kilometern Entfernung die brandenburgische Stadt Wittenberge. Drei Kilometer südwestlich fließt der Aland vorbei, ein Nebenfluss der Elbe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrenberg ist eine der ältesten Siedlungen in der Altmark. Scherbenfunde deuten auf eine wahrscheinlich altslawische Siedlung des 9. oder 10. Jahrhunderts hin.[2]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als preter villam Wartenberg aufgeführt,[3] Die Burg Wittenberge hatte hier Einnahmen. Der Historiker Peter P. Rohrlach erläutert dazu: "Der Beleg ist eindeutig Wahrenberg zuzuordnen, da im unmittelbaren Zusammenhang mit Wittenberge genannt, das sich bereits im Besitz der Gans Edlen Herren zu Putlitz befand, den späteren Besitzern des hier behandelten Ortes". Weitere Nennungen sind 1498 to Wardenberge, 1516 to warenberghe, 1541 Warttenbergk und 1804 schließlich Wahrenberg.[4]

Um sich vor dem Hochwasser der Elbe zu schützen wurden viele Höfe auf künstlich angelegten Hügeln (Warften) angelegt. Albrecht 'Der Bär' siedelte im 12. Jahrhundert holländische und friesische Deichbauern an, um die Gemarkung einzudeichen. Noch im Jahr 1753 gehörte das Dorf den Freiherren zu Putlitz, deren Burg, die Ganseburg, nicht weit entfernt am Aland stand.[5]

1818 gab es eine Schiffmühle in der Elbe.[2]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt von den Elbhochwasser, vor denen man sich „wahren“ und „bergen“ musste.[5]

Elbfähre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1865 führte die Fährmannsfamilie Schulze/Fredrich die Elbfähre zwischen Wahrenberg und Wittenberge. Mit der Verstaatlichung 1960 ging sie an die Gemeinde. 1978 ging der Fährverkehr durch die neue Elbbrücke Wittenberge stark zurück. Nachdem der letzte Fährmeister Fuhrmann 1985 in den Ruhestand ging kam der Fährbetrieb zum Erliegen.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wahrenberg wurde am 25. Juli 1952 aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 21. Dezember 1973 kam die Gemeinde zum Kreis Osterburg. Am 1. Juli 1994 wurde sie dem Landkreis Stendal zugeordnet.[7]

Am 1. September 2010 wurde Wahrenberg nach Aland eingemeindet.[8] Vorher wurde der Ort von der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark) mitverwaltet, gehörte ihr aber nicht an.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 419
1775 405
1789 517
Jahr Einwohner
1798 689
1801 723
1818 730
Jahr Einwohner
1840 825
1864 889
1871 830
Jahr Einwohner
1885 819
1892 769
1895 806
Jahr Einwohner
1900 749
1905 768
1910 725
Jahr Einwohner
1925 677
1939 705
1946 872
Jahr Einwohner
1964 569
1971 553
1981 484
Jahr Einwohner
1993 425
2006 348
2011 328
Jahr Einwohner
2012 321

Quellen:[2][9][10]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Wahrenberg, gehörte früher zur Pfarrei Wahrenberg.[11] Die Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchengemeindeverband Beuster-Aland im Pfarrbereich Beuster[12] des Kirchenkreises Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde war Gerhard Gorzny.[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 14. März 2006 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein linksgewendeter silberner Storch mit schwarzer Flügeldecke und rotem Schnabel und Beinen, begleitet rechts oben und links unten von je drei goldenen Ähren.“[14]

Die Farben des Ortes sind – abgeleitet von Hauptmotiv und Schildfarben – Silber/(Weiß) - Grün.

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Die Flagge ist grün-weiß-grün (1:4:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und mittig mit dem Ortswappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Wahrenberg
Kriegerdenkmal
  • Die evangelische Dorfkirche Wahrenberg wurde im 13. Jahrhundert in der Zeit der Frühgotik errichtet. Im 18. Jahrhundert wurde sie umgebaut.[5]
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
  • Grabstätte auf dem Ortsfriedhof und Gedenktafel am Gemeindebüro für den Bürgermeister Ewald Fredrich, der im April 1945 zusammen mit dem Arzt Albert Steinert versucht hatte, den Ort vor dem Beschuss durch US-amerikanische Truppen zu bewahren und dafür vom Wehrmachtskommandanten von Wittenberge ermordet wurde. Ein weiteres Opfer des Kommandanten Rauterberg wurde der 17-jährige Wehrmachtssoldat Bruno Makosch, der in letzter Minute erschossen wurde.
  • In Wahrenberg steht ein Denkmal für die Gefallenen der Kriege zwischen 1813 und 1871.[15]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vereinsregister des Amtsgerichts Stendal sind sechs Vereine im Dorf aufgeführt.

  • Anglerclub Wahrenberg e. V.
  • Förderverein Wahrenberg e. V.
  • Imkerverein Wahrenberg und Umgebung e. V.
  • Seniorenclub Wahrenberg e. V.
  • Separationsinteressentengemeinde Wahrenberg e. V.
  • SV Wahrenberg 38 e. V.

Der Fremdenverkehrsverein Wahrenberg e. V. wurde 2011 aufgelöst.

Leben, Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfbild wird von Fachwerkbauten und Dreiseithöfen aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt.[5] Durch die immer wiederkehrenden Elbhochwässer sind die Elbauen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Bekannt ist die Gegend für ihren Storchenreichtum. Im März 2013 gab es in Wahrenberg 19 Storchennester.

Im etwa vier Kilometer entfernten Geestgottberg besteht Anschluss an die Bundesstraße 189 und die Regionalbahnlinie Magdeburg-Schwerin.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII) – Band 2 – L–Z. In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 2338 ff.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 175.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 385, 142. Wahrenberg (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA385~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wahrenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 2. Juli 2015 (PDF; 275 KB [abgerufen am 21. Februar 2016]).
  2. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2338–2342.
  3. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 23 (uni-potsdam.de).
  4. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 321 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00343~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. a b c d Hansestadt Seehausen: Seehausen: Wahrenberg. Abgerufen am 20. Juni 2019.
  6. Antje Reichel: Geschichte der Fähren in der Altmark. Hrsg.: Altmärkischer Heimatbund e. V. (= Die Altmark in Geschichte und Gegenwart. Band 5). Osterburg 2011, S. 18 (werben-elbe.de [PDF]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 344, 346.
  8. StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010
  9. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 175.
  10. Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).
  11. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 108 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 20. Juni 2019]).
  12. Pfarrbereich Beuster. Abgerufen am 16. Juni 2019.
  13. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Gemeinde Wahrenberg - Landkreis Stendal, Bürgermeisterwahl am 24. Februar 2008
  14. Amtsblatt des Landkreis Nr. 7/2006 Seite 66 (PDF; 747 kB)
  15. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Wahrenberg auf www.denkmalprojekt.org. 1. August 2014, abgerufen am 20. Juni 2019.