Wanzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wanzer
Gemeinde Aland
Koordinaten: 52° 59′ 30″ N, 11° 36′ 20″ O
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 7 km²
Einwohner: 109 (2015)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39615
Vorwahl: 039395
Wanzer (Sachsen-Anhalt)
Wanzer
Wanzer
Lage von Wanzer in Sachsen-Anhalt

Wanzer ist ein Ortsteil der Gemeinde Aland im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Wanzer, ein Reihendorf mit Kirche,[2] liegt am Aland, wenige Kilometer vor dessen Mündung in die Elbe im äußersten Norden des Landkreises Stendal und des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Es befindet sich zehn Kilometer nordwestlich von Krüden, wo sich der Sitz der Gemeinde Aland befindet und 15 Kilometer nordwestlich der Hansestadt Seehausen (Altmark), dem Sitz der Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark).[1][3]

Die Nachbarorte sind Mittelhorst und Jagel im Norden, Cumlosen, Wentdorf und Müggendorf im Nordosten, Wahrenberg, Ziegelei, Pollitz und Kahlenberge im Südosten, Deutsch und Drösede im Südwesten, Aulosen im Westen, sowie Kapern, Stresow, Gummern, Schnackenburg, Klein Wanzer und Lütkenwisch im Nordwesten.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1309 wurde Wanzer erstmals urkundlich als Wancewer erwähnt.[4] Im Jahre 1310 wird Wendischen Wancewer (Klein Wanzer) erwähnt. 1541 wird Wantzdorff genannt. Ursprünglich war Groß Wanzer von Deutschen und Klein Wanzer von Wenden bewohnt. Klein Wanzer ist ursprünglich hufeisenförmig angelegt.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1936 wurde die Gemeinde Klein Wanzer aus dem Landkreis Osterburg in die Gemeinde Groß Wanzer eingegliedert und Groß Wanzer in „Wanzer“ umbenannt.[6][7]

Die Gemeinde Wanzer wurde am 25. Juli 1952 vom Landkreis Osterburg in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 kam sie zum Kreis Osterburg. Am 1. Juli 1994 kam sie schließlich zum Landkreis Stendal.[8]

Bis zum 31. Dezember 2009 war Wanzer eine selbständige Gemeinde mit dem zugehörigen Ortsteil Klein Wanzer.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Aulosen (am 23. Juni 2009), Krüden (am 17. Juni 2009), Pollitz (am 19. Juni 2009) und Wanzer (am 9. Juni 2009) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Aland vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Groß Wanzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 176
1775 310
Jahr Einwohner
1789 283
1798 308
Jahr Einwohner
1801 308
1818 365
Jahr Einwohner
1840 452
1864 440
Jahr Einwohner
1871 399
1885 377
Jahr Einwohner
1892 376
1895 331
Jahr Einwohner
1900 336
1905 328
Jahr Einwohner
1910 308
1925 300

Gemeinde Wanzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 299
1946 411
Jahr Einwohner
1964 234
1971 194
Jahr Einwohner
1981 144
1993 116
Jahr Einwohner
2006 124

Ortsteil Groß Wanzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2011 95
2012 87

Quellen:[2][5][10]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Groß Wanzer (Wanzer), gehörte früher zur Pfarrei Groß Wanzer.[11] Die Kirchengemeinde Wanzer gehört heute zum Kirchengemeindeverband Beuster-Aland im Pfarrbereich Beuster[12] des Kirchenkreises Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Wanzer war Jonny Buck.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bockwindmühle Wanzer
  • Die dreiteilige Backsteinkirche in Wanzer ist zwischen 1320 und 1350 erbaut worden.[13]

Bockwindmühle Wanzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühle in Wanzer wurde vom Windmühlen- und Heimatverein Garbe restauriert. Am Ortsausgang Wanzer in Richtung Pollitz stand eine der letzten Bockwindmühlen der Altmark.[14] Sie wurde 2002 abgetragen und ab 2003 auf den alten Mühlenberg am Nordausgang des Dorfes umgesetzt. Zum 200. Geburtstag der Mühle im Jahre 2005 stand die Mühle mit Rutenwelle und Mühlensteinen. Im Jahre 2007 erhielt die Mühle mitfinanziert durch EU-Mittel ihre Flügel, einen Großteil der fehlenden Innenausrüstung und den Großteil der Außenanlage. Am Mühlentag 2007 wurde die Mühle mit einer großen Feier in Betrieb genommen.[15]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Verbindungsstraße von Seehausen (Altmark) zur Bundesstraße 493 bei Schnackenburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hauptsatzung der Gemeinde Aland. 2. Juli 2015 (verwaltungsportal.de [PDF; 275 kB; abgerufen am 21. Februar 2016]).
  2. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2354–2358.
  3. a b Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 20 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038~SZ%3D00028~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. a b Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 176–177.
  6. Wörtlich: spreche ich hiermit die Eingliederung der im Kreise Osterburg belegenen Gemeinde Klein-Wanzer in die im gleichen Kreise belegene Gemeinde Groß-Wanzer aus. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1936, ZDB-ID 3766-7, S. 37.
  7. Anmerkung: Der Historiker Peter P. Rohrlach gibt hingegen an, Wanzer sei 1936 entstanden durch Zusammenschluss der Landgemeinden Groß und Klein Wanzer. Das ist nicht plausibel. Rohrlach gibt die gleiche Seite im Amtsblatt als Quelle an. Landgemeinden gab es 1936 nicht mehr.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 344, 347.
  9. Landkreis Stendal (Hrsg.): Amtsblatt. 19. Jahrgang, Nr. 17. Stendal 12. August 2009, S. 204 ff. (landkreis-stendal.de [PDF; 6,8 MB; abgerufen am 2. Dezember 2015]).
  10. Andreas Puls: Orte verlieren 122 Einwohner in 12 Monaten. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 21. Februar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).
  11. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 107 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 21. Juni 2019]).
  12. Pfarrbereich Beuster. Abgerufen am 21. Juni 2019.
  13. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 523.
  14. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  15. Windmühlen- und Heimatverein Garbe: Die Bockwindmühle in Wanzer. Abgerufen am 21. Juni 2019.