Volksbank Emstal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo der Genossenschaftsbanken  Volksbank Emstal eG
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Haren (Ems) (Juristischer Sitz)
Lathen (Verwaltungssitz)
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 280 699 91[1]
BIC GENO DEF1 LTH[1]
Gründung 1886
Verband Genossenschaftsverband Weser-Ems
Website www.vb-emstal.de
Geschäftsdaten 2017[2]
Bilanzsumme 529,4 Mio. EUR
Einlagen 314,2 Mio. EUR
Kundenkredite 395,4 Mio. EUR
Mitarbeiter 95
Geschäftsstellen 7
Mitglieder 8.338
Leitung
Vorstand Wilfried Freerks
Stefan Möhlenkamp-Röttger
Aufsichtsrat Bernhard Gerdes (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die Volksbank Emstal eG ist eine deutsche Genossenschaftsbank mit Sitz in Haren-Rütenbrock in Niedersachsen. Der Verwaltungssitz befindet sich in Lathen. Zum Geschäftsgebiet gehören Teile des Landkreises Emsland.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organe und Gremien der Volksbank Emstal eG sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung.

Der Vorstand der Volksbank Emstal eG besteht aus zwei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt wurden. Der Aufsichtsrat wird von der Generalversammlung gewählt. Die Generalversammlung der Mitglieder ist das zentrale Willensbildungsorgan der Bank.

Geschäftsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksbank Emstal eG unterhält 3 Beratungszentren in Lathen, Rütenbrock und Dersum sowie vier Geschäftsstellen in Steinbild, Wippingen, Altenberge und Hebelermeer.

Verbundpartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksbank Emstal eG ist Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Zu den Partnern gehören die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V Versicherung, Union Investment, easyCredit, VR Leasing, DZ Bank, DZ Hyp, DZ Privatbank und Münchner Hyp.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksbank Emstal eG entstand im Wesentlichen aus drei großen Vorgängerinstituten. Im Jahr 2000 erfolgte die Fusion der Raiffeisenbank Rütenbrock-Hebelermeer und der Lathener Bank zur Volksbank Emstal Rütenbrock-Lathen eG. Diese wiederum fusionierte zwei Jahre später mit der Spar- und Darlehenskasse eG Dersum zur heutigen Volksbank Emstal eG.

Lathener Bank Raiffeisen eG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zeiten großer Probleme für die ländliche Wirtschaft gründeten 16 Bauern aus Düthe-Fresenburg, Ober-Niederlangen, Kathen-Frackel und Melstrup am 22. Juni 1886 den Lathener Spar- und Darlehenskassenverein e.G.h.u.H. Das Motto war: „Vereint sind auch die Schwachen mächtig“. In der damaligen Gaststätte Brüggemann am alten Marktplatz versammelten sich 16 Landwirte, die gemeinsam ihre Ideen einer Kreditgenossenschaft verwirklichten. Im Jahr 1910 zählte der Lathener Spar- und Darlehenskassenverein bereits 395 Mitglieder. Das Betriebskapital betrug 1.500.000,- Mark und der Verein verwaltete 1.350.000,- Mark an Spareinlagen, was auf ein großes Vertrauen der ländlichen Bevölkerung schließen lässt. Im Jahr 1951 änderte sich die Firmenbezeichnung der Genossenschaft in Lathener Bank eGmbH. In diesem Jahr begann die Bank, dezentral Sprechstunden in der Volksschule Neusustrum und in Sustrum-Moor abzuhalten. Zwei Jahre später wurde die alte Hofstelle des ausgesiedelten Bauern Anton Rose an der Hauptstraße erworben, zur Errichtung eines modernen Bankgebäudes.[3]

Im Jahr 1969 änderte sich aufgrund eines neuen Genossenschaftsgesetzes die Firmenbezeichnung in Lathener Bank – Raiffeisen – eG. Die Raiffeisenbank Wippingen wurde durch die Fusion am 4. Mai 1969 zur ersten Zweigstelle der Lathener Bank.[4]

Im Jahr 1980 wurde das Anwesen der Familie Schröder in Sustrum-Moor gekauft. Nach dem Umbau konnte hier die zweite Zweigstelle eröffnet werden. Im Jahr 1984 folgte die dritte Zweigstelle in Niederlangen.[5]

Raiffeisenbank Rütenbrock eG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. November 1895 wurde die „Spar- und Darlehenskasse Rütenbrock eG“ gegründet. Der damalige Grundsatz war: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Bei der Gründungsversammlung waren 24 Männer aus Rütenbrock und den umliegenden Moorkolonien anwesend. Laut Protokoll wurden zum ersten Vorstand Andreas Schoo, Gerhard Dülmer und Max Büter gewählt. Der Erfolg der Kasse steigerte sich Jahr für Jahr. 1910 war die Mitgliederzahl auf 143 gestiegen und es konnte ein Umsatz von 202.473 Mark verzeichnet werden. Im Jahr 1960 folgten in Erika, im Haus Kremer-Ochmann und in Altenberge, im Haus Mäsker Zweigstellen. Zwei Jahre später entschied sich der Vorstand zu einer weiteren Filiale im Haus Schleper in Fehndorf.

Im Jahr 1968 wurden die Pläne für ein neues Gebäude direkt neben der alten Bank erstellt.Zehn Jahre später, auf der Generalversammlung am 18. Mai 1978, beschlossen die Mitglieder die Verschmelzung der Raiffeisenbank Rütenbrock mit der Raiffeisenkasse Hebelermeer eG.[6]

Spar- und Darlehenskasse eG Dersum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung für die Spar- und Darlehenskasse eG Dersum fand mit der Versammlung unter Vorsitz von Landwirt Hermann Ganseforth im Juli 1922 statt. Den Vorstand bildeten Gerhard Gruber, Johann Jansen und Gerhard Ahlers. Der Geschäftsbetrieb fand in den ersten Jahren in der Dienstwohnung des Lehrers Jansen statt. Nach schweren Nachkriegsjahren fusionierte im Jahr 1953 die „Spardaka Dersum“ mit der Spar- und Darlehenskasse Steinbild. Da aufgrund des Emslandplans und Wirtschaftswunder die Geschäfte zunahmen, wurde im August 1962 ein eigenes Bankgebäude realisiert. Es folgten Um- und Erweiterungsbauten der Dersumer Bank in den Jahren 1976/77 und 1990. Bereits im November 1980 entschied sich der Vorstand zur Errichtung einer Zweigstelle in Hasselbrock.[7]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksbank Emstal eG fördert gemeinnützige Organisationen, Vereine und Verbände in ihrem Geschäftsgebiet u. a. durch die jährliche Ausschüttung von Reinerträgen. Das Spenden- und Sponsoringvolumen für die Region betrug im Jahr 2017 über rund 50.000 €.[8]

Im Jahr 2016 gründete die Bank die Volksbank Emstal Stiftung, um das außerordentliche Engagement von regionalen Vereinen und Verbänden auszuzeichnen.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Both: Die Volksbank Emstal eG, 125 Jahre einer genossenschaftlichen Bank in der Region. Hrsg.: Volksbank Emstal eG. Lathen 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 im eBundesanzeiger
  3. Frank Both: Die Volksbank Emstal eG, 125 Jahre einer genossenschaftliche Bank in der Region. S. 50, 51.
  4. Frank Both: Die Volksbank Emstal eG, 125 Jahre einer genossenschaftliche Bank in der Region. S. 71, 72.
  5. Frank Both: Die Volksbank Emstal eG, 125 Jahre einer genossenschaftliche Bank in der Region. S. 84, 85.
  6. Frank Both: Die Volksbank Emstal eG, 125 Jahre einer genossenschaftliche Bank in der Region. S. 99, 104, 116+.
  7. Frank Both: Die Volksbank Emstal eG, 125 Jahre einer genossenschaftliche Bank in der Region. S. 119, 120, 125.
  8. Knapp 24.000 Euro in Lathen an 21 Vereine gegeben. In: Meppener Tagespost. 28. Dezember 2017, abgerufen am 31. Januar 2018.
  9. Stiftung der Volksbank Emstal schüttet erste Gelder aus. Aloys Schulte, abgerufen am 31. Januar 2018.

Koordinaten: 52° 51′ 44,3″ N, 7° 18′ 51,9″ O