Vushtrria

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Vushtrri/Vushtrria1
Vučitrn/Вучитрн2
Wappen von Vushtrria
Vushtrria (Kosovo)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Kosovo
Gemeinde: Vushtrri (Vučitrn)
Koordinaten: 42° 49′ N, 20° 58′ OKoordinaten: 42° 49′ 20″ N, 20° 58′ 0″ O
Höhe: 525 m ü. A.
Fläche: 345 km²
Einwohner: 69.881 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) 28
Postleitzahl: 42000
Kfz-Kennzeichen: 02
Struktur und Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindeart: Großgemeinde
Gliederung: 67 Städte, Dörfer und Siedlungen
Bürgermeister: Bajram Mulaku (PDK)
Postanschrift: Rruga Adem Jashari 1[2]
42000 Vushtrri
Website:
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
Blick von Westen auf die Stadt
Großgemeinde innerhalb Kosovos

Vushtrria (albanisch auch Vushtrri, serbisch Вучитрн/Vučitrn) ist eine Stadt im Nordosten des Kosovo. Sie ist Sitz des Bezirkes Mitrovica und beherbergt unter anderem die staatliche Polizeischule des Kosovo.

Die Großgemeinde hatte 2011 etwa 70.000 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vushtrria grenzt im Norden an Kosovska Mitrovica, im Osten an Podujeva, im Süden an Obiliq, im Südwesten an Gllogovc sowie im Westen an Skënderaj.[3] Durch die Großgemeinde fließt neben dem Fluss Llapi auch der Fluss Sitnica. Mit einer Fläche von 345 km² gehört Vushtrria zu den größten Gemeinden des Kosovo.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende des ersten Jahrhunderts v. Chr. wurde die Region von den Römern erobert. Der Name Vicianum („Raum der Kälber“) ist der römische Name der Stadt. Unter römischer Besatzung entwickelte Vicianum eine beträchtliche Wirtschaft und eine blühende Kultur. Nach dem Fall des römischen Reiches wurde Vicianum eine byzantinische Herrschaft. Nach dem großen Schisma der Kirche im Jahr 1054 blieb die Mehrheit der Bevölkerung in Vicianum katholisch.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Staatsgründung der Serben lag Vučitrn lange Zeit im Grenzgebiet zwischen Byzanz und Serbien, um ab Ende des 12. Jahrhunderts dauerhaft zu Serbien zu gehören. Der Überlieferung nach soll die Stadt ihren Namen von der Dornigen Hauhechel, serb. vučji trn, „Wolfsstachel“, bekommen haben. Nach dem Zerfall des Kaiserreiches Stefan Dušan' soll Vojislav Vojinović, lange Zeit der mächtigste serbische Teilfürst, über Vučitrn geherrscht und dort die erste Festung erbaut haben. Erstmals an größerer Bedeutung bekam es als eine Residenz von Vuk Branković und seines Sohnes Đurađ. In Vučitrn wurde 1426 der Friedensvertrag zwischen dem serbischen Despoten Stefan Lazarević und der Republik Venedig geschlossen, welcher den so genannten Zweiten Krieg von Skutari beendete und die Besitzverhältnisse an der heutigen Küste Montenegros und Nordalbaniens regelte. Von der Residenz der Branković sind heute nur Ruinen übrig geblieben, die Vojinovića kula („Vojinović-Bastei“), sowie die alte Vojinović-Brücke, alb. Ura e Gurit.

Osmanen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im vierzehnten Jahrhundert begann die Expansion des Osmanischen Reiches in Südosteuropa. Die Stadt kam erstmals 1439–1444 unter osmanische Kontrolle, 50 Jahre nach der Schlacht auf dem Amselfeld (1389). Endgültig erobert wurde nun das osmanische Vıçıtırın 1454. Die Einrichtung der osmanischen Verwaltung förderte die Ausbreitung des Islam in der Gemeinde und den Bau von Moscheen, Gasthöfen, Madrasa und Hamams (öffentliche Bäder). Zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert war der Ort eine der größten Siedlungen des Südosteuropas und das Zentrum einer wichtigen Verwaltungseinheit des Osmanischen Reiches.

In einem Reisebericht vom Dezember 1660 beschreibt Evliya Çelebi die drei größeren Städte im Amselfeld – Mitrovica, Vučitrn und Prishtina – ausführlich. Demnach bestand Vučitrn bereits damals aus mehreren Stadtteilen, die insgesamt 2.000 Häuser zählten, allesamt aus Stein und in gutem Zustand. Auch mehrere Einrichtungen wie Schulen und Tekken hatte es gegeben. Die Mehrheit der Einwohner hatte Albanisch und Türkisch gesprochen.[5]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Balkankrieg 1912 kam Vučitrn unter serbische Kontrolle. Im Ersten Weltkrieg war Vushtrri von Österreich-Ungarn besetzt, nach dem Krieg wurde es Teil des Königreiches Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte die Stadt zur deutschen Besatzungszone. Im November 1944 wurde die jugoslawische kommunistische Verwaltung gegründet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2011 wurden in der Stadt Vushtrria 26.964 Personen erfasst. Von ihnen sind 26.518 Albaner, 276 Türken, 103 Roma, Ashkali und Balkan-Ägypter, 17 Bosniaken, vier Serben und drei Goranen. Vier Personen gehören anderen Ethnien an und von 39 ist keine Antwort bezüglich der Ethnie vorhanden.[6]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der gesamten Gemeinde, zu der neben Vushtrria auch 66 weitere Orte gehören, leben gemäß 2011 durchgeführter Volkszählung 69.870 Menschen. Davon bezeichnen sich 68.840 als Albaner, 384 als Serben, 278 als Türken, 212 als Roma, Ashkali und Balkan-Ägypter, 33 als Bosniaken und drei als Goranen. 50 gehören anderen Ethnien an und von 70 ist keine Antwort in Bezug auf die Ethnie vorhanden.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festung von Vushtrria
Osmanische Steinbogenbrücke

Steinbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Ura e Vjetër e Gurit

Die alte Stein- oder Vojinović-Brücke (sr. Vojinovića most/Војиновића мост, alb. Ura e Vojnoviçit oder auch Ura e Gurit, Ura e vjeter e Gurit) im Nordwesten der Stadt ist die älteste noch existierende Steinbrücke des Kosovo. Da der Sitnica-Fluss um das Jahr 1855 seine Richtung geändert hat und somit keine Gewässer unter der Brücke fließen, ist die Brücke heutzutage nicht mehr im Gebrauch. Die Brücke ist 135 Meter lang und 6 Meter breit. Die ersten fünf Bögen der Brücke wurden zu Zeiten des Byzantinischen Reiches erbaut; die restlichen vier Bögen entstanden später unter serbischer Herrschaft.[7][8]

Hammām des Ali Bey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude ist eines der ältesten osmanischen Badehäuser und ist seit über 25 Jahren nicht mehr im Gebrauch. Da der Hammām sehr lange nicht gewartet wurde, fehlen auf dem Dach des Hammāms Ziegel, allgemein ist der Hammām nicht in einem guten Zustand.

St. Elias-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahr 1834 errichtete St. Elias-Kirche wurde auf den Resten einer zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert errichteten Kirche gebaut. Nach Vandalismen im Jahr 1999 während des Kosovokriegs wurde die Kirche im März 2004 vollständig beschädigt. Die Kirche hat historische sowie malerische Werte und ist von lokal-religiöser sowie symbolischer Bedeutung. Die Wandmalereien innerhalb der Kirche blieben teilweise erhalten.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Großgemeinde gehören 67 Städte, Dörfer und Siedlungen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der beste Männer-Fußballverein der Stadt ist der FC Vushtrri, welcher bis zur Saison 2009/10 in der Raiffeisen Superliga aktiv war, dort jedoch nur den 11. Platz erreichte und somit in die Liga e Parë abstieg. Seit 2013–2014 stiegen sie wieder in die stärkste Liga Kosovos und gewannen ein Jahr später die Meisterschaft. Der neugegründete Frauenabteil wird in der Saison 2010/11 in der Superliga der Frauen spielen.

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der beste Handballverein der Stadt ist der KH Kosova Vushtrri, im Männer- als auch im Frauenabteil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vučitrn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Enti i Statistikës së Kosovës: Banesat, ekonomitë familjare dhe popullsia sipas komunave
  2. Statuti i Komunes
  3. Pozita gjeografike
  4. Pozita Gjeografike
  5. Robert Elsie: Udhëtimi i Evlija Çelebiut nëpër Kosovë në vitin 1660. In: Albanica Ekskluzive, revistë mujore për dije e kulturë. 2007 (albanisch, elsie.de).
  6. a b Regjistrimi i Popullsisë në Kosovë 2011. Statistikagentur des Kosovo, S. 54-55, abgerufen am 22. September 2016 (PDF, albanisch).
  7. The stone Bridge Vushtrri.pdf
  8. Protection and Preservation of Cultural Heritage in Kosovo.pdf