Waldsteinien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Waldsteinien
Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Tribus: Colurieae
Gattung: Waldsteinien
Wissenschaftlicher Name
Waldsteinia
Willd.

Die Waldsteinien (Waldsteinia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung Waldsteinia umfasst fünf bis sieben Arten, die sämtlich auf der Nordhalbkugel verbreitet sind; die einzige im deutschsprachigen Raum beheimatete Art ist Waldsteinia ternata, die im Südosten Kärntens zu finden ist.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration der Golderdbeere (Waldsteinia fragarioides)
Blüten der Dreiblättrigen Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldsteinia-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen. An den oberen Enden der festen, unbestachelten, meist kriechenden Stämmchen stehen die Laubblätter in einer Rosette. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind drei- bis fünf-, selten siebenlappig oder aus drei Blättchen zusammengesetzt. Die Nebenblätter der wurzelnahen Laubblätter sind vollständig mit dem langen Blattstiel verwachsen und sind häutig.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seitenständigen Blütenstandsschäfte tragen an ihrem Ende zymöse Blütenstände, die Stängelblätter sind reduziert und nebenblattähnlich, die Tragblätter im Blütenstand sind meist klein.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch. Der Blütenbecher verkehrt-kegelförmig bis trompetenförmig. Der Außenkelch ist sehr klein oder fehlt. Die Kelchblätter liegen aneinander, überlappen sich aber nicht. Die Kronblätter sind gelb. Es sind zahlreiche Staubblätter vorhanden. Die zwei bis sechs (selten 1 bis 15) Stempel sind frei und wachsen aus dem Grund des Blütenbechers oder aus einem kurzen Ring heraus. Die hinfälligen Stylodien sind endständig und am Ansatz verjüngt und beugbar. Die Narben sind punktförmig. Je Fruchtblatt findet sich nur eine Samenanlage.

Die Früchte sind Achänen. Die Außenhaut der Samen ist häutig, ein Endosperm fehlt.

Die Chromosomenzahlen betragen 14, 21, 28, 35 und 42.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Waldsteinia findet sich disjunkt verteilt über die Nordhalbkugel. Verbreitungsschwerpunkt ist Nordamerika mit drei Arten. Die Waldsteinia-Arten gedeihen in montanen Regionen, in Heiden und Buschland, gelegentlich auch Wäldern, in sonnigen Lagen.

Systematik und Botanische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Waldsteinia wurde 1799 durch Carl Ludwig von Willdenow aufgestellt. Der Gattungsname Waldsteinia ehrt den österreichischen Botaniker und Systematiker Franz Adam von Waldstein.

Der Umfang der Gattung Waldsteinia innerhalb der Familie der Rosaceae ist unklar, molekulargenetische Untersuchungen durch Smedmark 2006[2] verstehen sie nur mehr als Teil der Gattung Geum[3].

Es gibt fünf bis sieben Arten. Hier eine Auswahl:

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelis Kalkman: Rosaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Flowering Plants - Dicotyledons - Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Band 6. Springer Science & Business Media, 2004, ISBN 3-540-06512-1, S. 343–386 (Waldsteinia in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 481.
  2. Jenny E. E. Smedmark: Recircumscription of Geum (Colurieae: Rosaceae). In: Botanische Jahrbücher, Volume 126, Nummer 4, Oktober 2006, S. 409-417. doi:10.1127/0006-8152/2006/0126-0409
  3. D. Potter, T. Eriksson, R. C. Evans, S. Oh, Jenny E. E. Smedmark, D. R. Morgan, M. Kerr, K. R. Robertson, M. Arsenault, T. A. Dickinson, C. S. Campbell: Phylogeny and classification of Rosaceae. In: Plant Systematics and Evolution, Band 266, 2007, S. 5-43, doi:10.1007/s00606-007-0539-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldsteinien (Waldsteinia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Waldsteinia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. April 2017.